| Neikes, Jörg: Die verkammerte Republik
Wie Selbstständige und Arbeitnehmer zu Ihrem Glück gezwungen werden. Essen: Druckmeister, o.J. 144 Seiten |
| Der Untertitel "Wie Selbstständige
und Arbeitnehmer zu Ihrem Glück gezwungen werden" ist ironisch zu
verstehen. Der Zwang einer Kammer beizutreten, trifft viele Unternehmer hart.
Das kleine Büchlein wirft einige Schlaglichter auf ein Artefakt der Plan- und Zwangswirtschaft. Der Leser darf allerdings kein ausführliches Pro und Contra erwarten. Der Autor zeigt ein paar Facetten des unsinnigen Zwangs für alle Unternehmer, einem für viele von ihnen völlig nutzlosen Verband beizutreten. Wobei schon dieses Verb falsch ist. Niemand tritt bei. Man wird automatisch Mitglied mit Siemens, BMW und allen anderen Großunternehmen, Unternehmensmillionären usw. Daß diese Kammern keine Interessenvertretung für kleine und kleinste Unternehmer sein können, liegt auf der Hand. Trotzdem haben die Politiker kein Interesse, den Zwang abzuschaffen. Neikes spricht es aus: "Von der Politik erwarten die organisierten Kammer-Verweigerer wenig Hilfe in ihrem Kampf gegen die Pflichtmitgliedschaft. Zu eng sind die personellen Verflechtungen, besonders bei CDU und FDP" (S. 49). Ich ergänze: selbstverständlich auch bei der CSU. Dr. Reinhard Dörfler ( Das Büchlein ist sehr informativ und wohl als ergötzliche Spaßlektüre geeignet (wenn es nicht so ernst wäre). Mit Demokratie und freier Marktwirtschaft hat der Kammerzwang nichts zu tun. Solange aber die Kammern als Austragsstüberl für Parteimitglieder dienen, werden die Parteien sich hüten, diese lukrativen Posten dem Wettbewerb zu stellen. Kritik Im Kapitel "Wie die Handwerkskammern ihre Existenz rechtfertigen" werden ein paar Argumente, die von den Kammern vorgebracht aufgelistet. Die Widerlegung dieser Argumente muß man entweder kennen oder sich von den übrigen Seiten des Büchleins holen oder zum Teil hier nachlesen: |
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