| Kai Hirschmann: Geheimdienste Hamburg: Europäische Verlagsanstalt, 2004. Broschiert, 95 Seiten |
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| In der Reihe Wissen 3000 liegt
ein handliches Büchlein über Geheimdienste vor. Es ist insgesamt wohl
gelungen. Der Autor Kai Hirschmann (Hirschmann klingt schon so
nach Firma für Elektronik und Abhörkommunikation; zum
Die Hauptthemen sind die Arbeitsweise der Geheimdienste, die Informationsbeschaffung, die Wirtschaftsspionage, die deutschen Geheimdienste und Pleiten und Pannen der Dienste. Die Informationsbeschaffung bedient sich zu 80 % offener Quellen und nur 20 % ist geheime Beschaffung (S. 10). Hier gleich ein erster Einwand. Kai Hirschmann sagt nur mal beiläufig im Text, daß 60 % der Informationen aus öffentlichen Quellen stammen. Die Tabelle auf Seite 10 gibt keine Basis für die Prozente an, und auch "Informationen" scheint mir eine ungenaue Basis für eine Statistik. Die Existenzberechtigung der Geheimdienste stellt der Autor nie in Frage. Er argumentiert sogar für einen Bedeutungsgewinn nach dem Kalten Krieg. Waren sich bis dahin im Wesentlichen zwei Blöcke gegenübergestanden, so sind es heute eine Vielzahl von Fronten, die erforscht werden wollen (S. 7). Die kritischen Stimmen (er nennt Die Kontrollen der Geheimdienste in Deutschland stellt er sehr blauäugig dar, er hört nicht auf, zu betonen, dass bei uns die Dienste ständig unter Aufsicht stehen. So sieht die Praxis aus:
Das Informationsverhalten der deutschen Geheimdienste ist mangelhaft. Das kommt entweder nicht zur Sprache (kein deutscher Bürger erfährt, ob und wann er nachrichtendienstlich behandelt und überwacht wurde) oder man überliest es leicht, so wenn Hirschmann zugibt: "Offizielle Berichte darüber existieren allerdings nicht" (S. 40). Man fragt sich, wie da kontrolliert wird, wenn es keine Berichte gibt. Dabei übt der Autor durchaus, wenn auch spärlich Kritik. Die deutschen Geheimdienste sind gegenüber den westlichen Diensten und der Wirtschaftsspionage zu bescheiden (S. 49). Bei den Pleiten und Pannen vermisse ich das Celler Loch und den Plutoniumschmuggel Moskau Bayern; nach Redaktionsschluß des Buches flog noch der Rauschgiftschmuggel nach Hessen auf. Zusammengefasst: mir fehlen insbesondere
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| Kai Hirschmann * 1965; arbeitet für das Bundesministerium der Verteidigung und an der Bundesakademie für Sicherheitspolitik; stellvertretender Direktor des Instituts für Terrorismusforschung und Sicherheitspolitik (IFTUS) in Essen; Lehrbeauftragter an der Universität Bonn. |
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