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Roman Haller
Roman Haller: Davidstern und Lederhose. Eine Kindheit in der Nachkriegszeit
Zürich: Pendo, 2001. Gebunden, 128 Seiten
In dem von Roman Haller herausgegebenen Sammelband ... und bleiben wollte keiner. Jüdische Lebensgeschichten im Nachkriegsbayern (Roman Haller Rezension) las ich bereits kurze Biografien vom jüdischen Leben in München und Föhrenwald (zwischen Wolfratshausen und Geretsried). Hier erzählt Roman Haller sein eigenes Bubenleben bis zu seiner Bar-Mizwah-Feier 1957. Liest man beide Bücher so wird annähernd klar, warum überhaupt Juden in Deutschland geblieben sind. Oft kamen sie aus dem Osten und meist nahmen sie Bayern als Sprungbrett für Israel oder die USA. Manche, wie die Familie Haller, schaffte den Neuanfang nach Jahre voller Leid nicht und blieb.
Wie sie sich hier arrangierten und wie das jüdische Leben wiedererstand schildert Haller in einfachen Sätzen. Die Juden zeigten Gemeinsinn, standen zusammen und sind der lebende Beleg dafür, daß die Absicht der Nazis, ein judenfreies Deutschland durchzusetzen, mißlang.
Bemerkenswert (und vom Autor offen eingestanden) sind die Tricks wie sich die Juden Vorteile mit der Frage "Sind Sie etwa ein Antisemit?" (S. 58 ff) zu sichern wußten.
Wen die unmittelbare Nachkriegsgeschichte in München interessiert, sollte sich dieses kurze Panorama nicht entgehen lassen.
Josef Baumgartner, damals CSU, zeigt, daß die damalige politische Elite Bayerns wieder oder immer noch den alten "Idealen" nachhing. Auf einer geschlossenen CSU Veranstaltung sagte er (und bekam laut Protokoll noch zustimmendes Gelächter) 1947: "Ich bin leider gezwungen gewesen, an dem Judenkongreß in Bad Reichenhall teilzunehmen: Das einzig Erfreuliche an der Tagung war für mich die einstimmig gefaßte Resolution: »Raus aus Deutschland«" (Haller, S. 10)
26. Januar1948 Josef Baumgartner wechselt von der CSU zur Bayernpartei.
Josef Baumgartner, Bayernpartei, Stellvertr. Ministerpräsident, Landwirtschaftsminister 1950–1959
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