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Scholl Rose
Inge Scholl: Die Weiße Rose
Erweiterte Neuausgabe. Frankfurt: Fischer, 1983. Taschenbuch, 131 Seiten. Fischer-TB 88 – Links
Der langjährige Bestseller der Schwester von Sophie und Hans Scholl ist ein knappe Einführung in die Entwicklung der Widerstandsgruppe "Die Weiße Rose", ihre Gedanken und ihre Widerstandsarbeit und schließlich ihr Scheitern. War es ein Scheitern?
Die Geschwister Scholl traten zunächst von der Wanderbewegung inspiriert, in die Hitlerjugend ein. Schon bald erkannten sie den Schmäh und allmählich wurde es ihren gewiß: Widerstand war geboten. Sie wollten als Münchner Studenten Widerstandszellen an allen großen deutschen Universitätsstädten entzünden. Es gelang nur sehr bedingt. Im Februar 1943 wurden sie an die Gestapo verpfiffen und im Laufe von 1943 wurden sechs Mitglieder der Gruppe hingerichtet.
Neben dem eindrucksvollen Werdegang enthält das kleine Büchlein Die Weiße Rose auch den Wortlaut der Flugblätter, ein Vorwort von Theodor Heuss und Bemerkungen zu den Zielen der Weißen Rose. Die neueren Ausgaben enthalten anscheindend auch Gerichtsurteile, Pressereaktionen und Augenzeugenberichte.
Zum Tode verurteilt und hingerichtet: Christoph Probst, Hans Scholl, Sopia Scholl, Willi Graf, Professor Kurt Huber, Alexander Schmorell.
Da es auch heute wieder Lager in Bayern für unerwünschte Ausländer gibt (ausreiselager Ausreiselager), mag dieser Dialog zwischen Inge Scholl und ihrem Vater aufschlußreich sein.
»Was, Vater, ist ein Konzentrationslager?«
Er berichtete uns, was er wußte und ahnte, und fügte hinzu: »Das ist Krieg. Krieg mitten im tiefsten Frieden und im eigenen Volk. Krieg gegen den wehrlosen, einzelnen Menschen, Krieg gegen das Glück und die Freiheit seiner Kinder. Es ist ein furchtbares Verbrechen.« (S. 20)
Hans Scholl fürchtete sich vorm Klingeln in der Frühe: es könnte die Geheime Staatspolizei sein, man hatte den eindruck, ganz Deutschland werde von geheimen Ohren belauscht (S. 28; geheimdienst Geheimdienste Deutschlands; Lauschangriff Akustischer und visueller Lauschangriff). An der Wand seiner Zelle hinterließ Hans Scholl die Zeilen von Goethe: “Allen Gewalten zum Trutz sich erhalten” (S. 76; feiger gedanken J. W. Goethe: "Feiger Gedanken"). Dem jüngsten Bruder spendete Hans mit "Bleib stark – keine Zugeständnisse" (S. 79) Trost.
"Man kann sich mit dem Nationalsozialismus geistig nicht auseinandersetzen, weil er ungeistig ist" (Flugblatt der Weißen Rose, S. 101)
Gerade die Neonazis beklagen die angebliche Sippenhaft (siehe hohmann Zitate Martin Hohmann) und weisen sie zurecht zurück. Durch Inge Scholls Text wurde ich darauf aufmerksam, daß es gerade die Nazis waren, die die Sippenhaft ausübten. Eine Justizanweisung der Nazis lautet: "Für den Verräter haftet die Sippe" (S. 88). Der Widerstand im Dritten Reich hatte nach dem Krieg viele Widerstände zu überwinden. Nach Nazis wurden öffentliche Plätze, Straßen und Kasernen benannt, Widerstandskämpfer wurde Entschädigung, auch Anerkennung oft verweigert (siehe Widerstand Widerstand im Dritten Reich)
Pflichtlektüre für jeden Deutschen, ja, jeden Menschen.
Links
schollGeschwister Scholl (Wikipedia)
schollWeiße Rose Stiftung e.V.
schollSophie Scholl und ihr Richter Roland Freisler
schollGeschwister-Scholl-Preis
schollMartin Weidenfelder: "Hans und Sophie Scholl und der Widerstandskampf der »Weißen Rose«"
schollA. Kalmer: "Die Geschwister Scholl und die Weiße Rose"
Widerstand Widerstand im Dritten Reich
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Scholl   SchollInge Scholl: Die Weiße Rose. Frankfurt: Fischer, 1993. Broschiert, 204 Seiten Scholl
Inge Scholl: Die Weiße Rose. Frankfurt: Fischer, 1995. Gebunden, 212 Seiten Scholl

Scholl Rose
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 12.6.2004