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Lüdemann
Gerd Lüdemann: Die Intoleranz des Evangeliums
Erläutert an ausgewählten Schriften des Neuen Testaments
Springe: zu Klampen, 2004. Gebunden, 269 Seiten – Testament LinksTestament Literatur
Lüdemann zeigt, dass die tolerante Tendenzen im derzeitigen Christentum nur ein Schafspelz sind. Insbesondere weist er nach, dass, wer sich als Christ Toleranz aufs Banner schreibt, schon beim Ersten Gebot scheitert. Man muss also Texte der Bibel ausblenden, verbiegen oder opportunistisch interpretieren, will man als Christ nicht das sein, was man eigentlich sein sollte: dogmatisch und intolerant gegen alle Andersgläubigen.
"Der Wahrheitsanspruch liegt im Wesen jedes Religionsstifters und jeder Religion" (S. 22). Da es nur eine Wahrheit gibt, begründet das den Besitz der alleinigen Wahrheit. Alle anderen Religionen sind demnach falsch. Ein solch exklusiver Wahrheitsanspruch und Offenbarungsglaube ist für den Unvereingenommenen verdächtig, weil er den Anspruch anderer Relgionen ausschliesst (S. 22).
Aufschlussreich und weitgehend neu für mich waren die geschichtlichen Hintergründe vom Christentum im Römischen Reich. Schon früh verteufelten die Kirchenführer Dissidienten aus den eigenen Reihen, verboten den Dialog mit ihenen, fälschten Schriften und "errichteten Wälle gegen jegliches Bildungsstreben" (S. 204). Schon im Galaterbrief wurden "falsche Prediger" verflucht: "So jemand euch Evangelium predigt anders, denn das ihr empfngen habt, der sei verflucht." Gal 1,9. Die Christen setzten sich nur in den ersten drei Jahrhunderten für die Religionsfreiheit ein. Nach der Erhebung des Christentums zur Staatsrelgiion war's mit der Toleranz vorbei (S. 206). So vermutet der Autor, dass Intoleranz geradzu ein Merkmal monotheistischer Religionen ist, Toleranz die meisten Formen des Polytheismus auszeichnet (S. 207).
Im Mittelteil analysiert Lüdemann: Zweiter Thessalonicherbrief ; Zweiter und Dritter Johannesbrief; Erster und zweiter Timotheusbrief; Titusbrief; Judasbrief und zweiter Petrusbrief . Das meine ist, ist mehr etwas für Experten, da Lüdemann sehr gnau vorgeht.
Christliche Geistliche sind auf religiöse Intoleranz, nämlich Bibel und Bekenntnis, verpflichtet. Das letzte Kapitel lautet daher folgerichtig: "Warum die Kirche lügen muss".
Die einführenden und geschichtlichen Kapiteln sind sehr zu empfehlen. Die Erläuterungen beziehen sich, wie der Untertitel korrekt ankündigt, auf ausgewählte Schriften des Neuen Testaments. Die Analyse der Apostelbriefe ist etwas für Theologen.
Gerd Lüdemann ist Professor für Geschichte und Literatur des frühen Christentums in Göttingen.
Links
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