| Christopher de Bellaigue: Im Rosengarten
der Märtyrer. Ein Portrait des Iran [In the Rose Garden of the Martyrs: A Memoir of Iran] München: Beck, 2006. 340 Seiten. Sigrid Langhaeuser , Übs. |
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| Christopher de Bellaigue reiht einige
Berichte zu einem eindrucksvollen Portrait des Irans. Er selbst lebte lange im
Iran und ist mit einer Iranerin verheiratet. Seine Berichte sind detailreich. Der Kenner des Irans wird vieles dazulernen. Der Blick des Westeuropäers (der Autor ist Brite) ist durchaus vorteilhaft, sieht er doch im Iraner das von uns Abweichende.
Umso erstaunlicher und unverständlicher ist es, dass wir in Deutschland (mit langer unseliger Geheimdiensttradition) diesen Organisationen freiwillig immer mehr Spielraum geben (von den Geheimdiensten Deutschlands). Von jedem politischen Wechsel versprechen sich die Bewohner Lockerung und werden enttäuscht. Andrerseits wird deutlich, wie religiöse Zwänge (die kaum als solche empfunden werden) das Leben und die Aktionen bestimmen. Im Extrem ist es dann eine Ehre, als Märtyrer sein irdisches Leben zu opfern. Kaum glaublich ist die Zivilcourage, der Widerstand und die Aufrichtigkeit der Opposition. Über Dariush Foruhar und seine Ehefrau Parvaneh Foruhar wird ausführlich berichtet. Dariush Foruhar war 16 Jahre in den Bunkern des Schahs, ein weiteres Jahr im Gefängnis der Islamischen Republik. Von seinen Peinigern wurde er gezwungen 48 Stunden lang zu stehen. Dann wurde er aufgefordert, sich zu setzen und antwortete: "Ich ziehe es vor, zu stehen" (S. 263-264). Manches im Verhältnis des Irans zu seinen Nachbarn und den Weltmächten wird von de Bellaigue herausgearbeitet, so die breite Unterstützung des Iraks (und damit Saddam Hussein) im Konflikt der 80-iger Jahre durch den Westen. Für den Laien ergeben sich einige Probleme: die grosse geschichtliche Linie ist schwieriger auszumachen, als etwa in der Biografie von Shirin Ebadi (siehe |
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| Im Rosengarten der Märtyrer wird das Iran-Bild des Lesers reichhaltig erweitern und nachhaltig beeinflussen. Die fruchtbarste Lektüre ergibt sich für den, der über die Geschichte des Irans der letzten 50 Jahre schon einiges weiß. Als Iran-Einsteiger-Lektüre ist es wohl zu ausführlich und auf einzelne Personen dieser Zeit bezogen. | ||
| Links | ||
| Literatur | ||
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| Christopher de Bellaigue: In the
Rose Garden of the Martyrs: A Memoir of Iran. Harper Perennial 2006.
Taschenbuch, 283 Seiten
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