| Christian Rickens: Die neuen
Spießer. Von der fatalen Sehnsucht nach einer überholten
Gesellschaft Berlin: Ullstein, 2006. Broschiert: 288 Seiten |
| Familie, Glaube, Vaterland, Gehorsam
predigen die »neuen« Propheten. Sie wollen das Rad der
gesellschaftlichen Entwicklung zurückdrehen. Es klingt arg nach Kinder,
Küche und Kirche ( Christian Rickens geht die einzelnen Argumentationsbereiche der neuen Spießer durch und hilft ihnen, insofern er deren Argumente erst mal formuliert (die Spießer selbst nennen meist nur Schlagworte). Dann zerpflückt er sie bis auf wenige Ausnahmen. Und er macht es entgegen vielen Schnellschüssen von Autoren so, dass er keine Strohmänner aufbaut (Beispiel: Matthias Matussek, der in Die vaterlose Gesellschaft ( |
| Hier sind Rickens' Hauptpunkte, denen er je ein Kapitel widmet: |
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| Rickens' Hauptforderung (S.
30, S. 47, S. 249): statt die Menschen anzupassen oder umzuerziehen, muß das politische System reformiert werden. Dagegen steht die Argumentation der konservativen Spießer (S. 91): Da das System einwandfrei ist, es aber vielen Menschen schlecht geht (Arbeitslosigkeit, Unterschicht), muß es an diesen Menschen liegen. Daher weitere Kürzungen oder gar Ausweisungen. |
Unterforderungen und Thesen:
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| Rickens kritisiert
aber die konservativen Spießer nicht
nur, er beschreibt sie auch zutreffend als intolerant ( |
| Auf eine kurze Formel gebracht: die
Gesellschaftspolitiker sind sich einig: die Zukunft erfordert Weichenstellung.
Die Übereinstimmung hört auf bei der Beantwortung der Frage, was die
dringenden Probleme sind. Völlig unterschiedlich ist der Befund.
Während Rickens und seine "Zeugen" eklatante Fehler in der Politik
ausmachen (und deshalb hier den Änderungshebel ansetzen wollen, siehe
seine |
| Fazit Christian Rickens behandelt ein ernstes Thema wie bei populären Sachbüchern derzeit gewohnt locker. Doch im Vergleich zu anderen Sachbüchern billigt er seinen "Gegnern" ausformulierte Argmente zu und er wird nicht so hammermässig redundant (wie andere Sachbücher, die die Bestsellerlisten dominieren). Rickens' Hauptforderung ist seit langem auch meine; deshalb begrüsse ich dieses sehr lesenswerte Diskussionsbuch umso stärker. |
| Spiegel Bestsellerlisten Februar 2007 |
| Ich gebe zu, ich wollte anhand der
aktuellen Bestsellerlisten nachweisen, dass die Spiesser grossen Zulauf haben.
Aber es ist zumindest bei weitem nicht so schlimm wie ich
befürchtete. 4. Bueb, Bernhard: Lob der Disziplin. Eine Streitschrift 18. Hahne, Peter: Schluss mit lustig 21. Rickens, Christian: Die neuen Spießer 23. Kirchhof, Paul: Das Gesetz der Hydra. Gebt den Bürgern ihren Staat zurück! (kenne ich nicht: wahrscheinlich eher im Sinne von Rickens' Ausführungen) |
| Die »neuen« Propheten, mit meinen Ergänzungen |
| Herwig Birg, Norbert Bolz, Bernhard Bueb, Udo di Fabio, Peter Hahne, Eva Herman, Matthias Matussek, Paul Nolte, Frank Schirrmacher, Notker Wolf, Albert Wunsch |
| Links |
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| Literatur |
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| Dieter Oberndörfer:
Deutschland in der Abseitsfalle. Politische Kultur in Zeiten der
Globalisierung. Freiburg: Herder, 2005. Broschiert, 189 Seiten.
Herder-Spektrum
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| Helmut Klages: Die Zukunft
ergreifen! Ein realistischer Ausblick auf die Möglichkeiten des 21.
Jahrhunderts. Hamburg: merus, 2007. Broschiert, 200 Seiten
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| John Rawls: Eine Theorie der
Gerechtigkeit. Frankfurt: Suhrkamp, 2001. Broschiert, 674 Seiten
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| Jetzt folgen die neuen
Spießer |
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| Herwig Birg: Die demographische
Zeitenwende. Der Bevölkerungsrückgang in Deutschland und Europa.
München: Beck, 2001. Broschiert, 226 Seiten
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| Bernhard Bueb: Lob der
Disziplin. Eine Streitschrift. List 2006. Gebunden, 160 Seiten
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Peter Hahne: Schluss mit lustig. Das Ende der Spaßgesellschaft. Lahr: St.-Johannis, 2004. Gebunden Allerdings mit einer etwas zweifelhaften Wertepriorität, siehe |
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| Matthias Matussek: Wir
Deutschen. Warum die anderen uns gern haben können. Frankfurt: S.
Fischer, 2006. Gebunden, 351 Seiten
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| Paul Nolte: Riskante Moderne.
Die Deutschen und der neue Kapitalismus. München: Beck, 2006.
Gebunden, 312 Seiten
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| Frank Schirrmacher: Minimum. Vom
Vergehen und Neuentstehen unserer Gemeinschaft. München: Blessing,
2006. Gebunden. 192 Seiten
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| Albert Wunsch: Abschied von der
Spaßpädagogik. Für einen Kurswechsel in der Erziehung.
München: Kösel, 2003. Broschiert, 230 Seiten
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