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CIA
Regine Igel: Terrorjahre. Die dunkle Seite der CIA in Italien
München: Herbig, 2006. Gebunden, 469 Seiten – Igel LinksIgel Literatur
Don DeLillo: Underworld (Igel Besprechung) beginnt mit einem CIA Treffen am Rande eines Baseballspiels. Das ist Posie gegen Terrorjahre, denn da wird Tacheles geschrieben.
Obwohl Italien im Mittelpunkt des Buchs steht, kommen auch viele andere Länder in den Fokus, so Kuba unter dem US Präsidenten John F. Kennedy. Die Autorin arbeitet vor allem die Vernetzung zwischen dem CIA, der Mafia und den Politikern heraus. Unmittelbaren Nachrichtenbezug haben wir dazu derzeit durch den Müllskandal in und um Neapel. Gefangen genommen hat mich Terrorjahre durch die »Agent Provokateurs«. Da hatte ich doch eher eine romantische Vorstellung. Wer meint, solche Machenschaften der bösen Geheimdienste gäbe es nur bei den anderen, der sehe sich die jämmerliche Situation in Deutschland mit der NPD an. Nur weil sie (zum großen Teil?) von solchen »Agent Provokateurs« unterwandert ist, gehen unsere Politiker gegen rechtsradikale Vereinigungen nur mit Samthandschuhen vor.
Obwohl Terrorjahre den Schwerpunkt also auf die dunkle Seite der CIA in Italien (Giulio Andreotti, Aldo Moro, etc.) legt, erfährt der Leser viel über die generelle weltweite Verstrickung der Geheimdienste mit den Terrororganisationen, den Verbrecherbanden und der Politik. Wer bisher das naive Bild hatte (dem sogar ein deutscher MdB im Kontrollgremium für die deutschen Geheimdienste nachhing): deutsche Spitzel kommen bei plötzlichen Tod unmittelbar in den Himmel, der muß im Laufe der Lektüre von Terrorjahre seine Meinung revidieren.
Angenehm ist, dass die Autorin dem Leser ihre Sicht nicht aufdrängt. Das Thema bringt es mit sich, das vieles im Dunkeln bleibt und vieles vermutet wird ohne es belegen zu können. Ich jedenfalls änderte einige Überzeugungen und bin verstärkt der Meinung: ein Rechtsstaat braucht keine Geheimdienste. Geradezu lächerlich ist es, wenn genau heute (31. Mai 2008), die Presse berichtet, dass der Oberausspäher der deutschen Bürger Wolfgang Schäuble, CDU, fordert, dass die Geheimdienste weniger (ich buchstabiere: w-e-n-i-g-e-r) kontrolliert werden sollen. Auf einer Tagung der Politischen Akademie Tutzing sagte er: "Parlamentarische Transparenz ist manchmal der falsche Weg".
SZ, 31.5.2008, S. 6
Insbesondere sollten Geheimdienste – auch das ist eine Lehre aus Terrorjahre – gerade nicht auf die eigenen Bürger angesetzt werden. Dafür müssen sie – wenn schon nicht abgeschafft – stärker kontrolliert werden.
Wer sich für die Arbeit der Geheimdienste und besonders ihre Verbandelung mit Verbrechern und Politikern interessiert, wird dieses Buch mit hohem Erkenntnisgewinn lesen.
NB: Ich grüße alle Mitleser der verschiedenen Geheimdienste. Have a nice day!
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 31.5.2008