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Friedhelm
Jöge: Information und Wirkung. Beitrag zur Einführung des Immanenzbegriffs als physikalische Größe. Eine naturwissenschaftlich-philosophische und erkenntnistheoretische Betrachtung Berlin: Frieling, 2011. Broschiert, 64 Seiten – |
| Der
Informationsbegriff von Claude
Shannon erfasst die statistische
Erwartungswahrscheinlichkeit von Zeichen innerhalb eines Codes. Der
Autor Friedhelm Jöge sieht in dieser statistisch-syntaktischen
Ausrichtung einen
Mangel und legt eine neue Definition der Information vor, die den
semantisch-pragmatischen Aspekt berücksichtigt. Er führt einen
Immanenzbegriff ein, der eine Mathematisierung der Wirkung erlaubt. Dabei wendet sich der Autor an ein naturwissenschaftliches Lesepublikum. Die vielen Formeln im Text – so der Autor im Vorwort – könne der Laie überspringen und trotzdem den Text verstehen. |
| Mir blieb der
Text mit und ohne Überspringen grossenteils verschlossen. Wer in Physik, Informatik, Kybernetik und Biologie fest verankert ist hat mit dem Büchlein vielleicht erhellende Erkenntnisse. Mir war es zu kompakt und voraussetzungsreich. • Der Autor verwendet eine Fülle von unerklärten Begriffen. Das Glossar erklärt viele aber nicht alle. • Der Autor wirft mit leichter Hand Formeln hin ohne die Variablen zu erklären. Einige davon findet man im Anhang erklärt. Das erfordert ständiges Blättern. Der Hinweis (zu schwer verständlichen Formeln) "wie aus der Statistischen Physik bekannt" genügt nicht. Auch Folgerungen, wie "daraus geht hervor", sind nicht ausreichend belegt oder glaubhaft gemacht. |
| In
verständlichen Einzelheiten ruft der Text dann Widerspruch hervor. • "Die Richtung der Höherentwicklung nennen wir Evolution" (S. 18) Weder in der biologischen Evolution, noch in der kosmischen ist das so. In der biologischen Evolution kann man unter gewissen Gesichtspunkten von einer Zunahme der Komplexität sprechen, aber nicht von einer Höherentwicklung. • Im Anhang findet man die schon gelobte Erklärung der Symbole und das Glossar. Irritierenderweise aber auch gute zwei Seiten Zitate, bei denen der Zusammenhang zum vorangegangenen Text nicht immer klar ist. So zitiert Jöge aus der Bibel!? Die Zitate zum "glauben" beruhen auf der Ambiguität dieser propositionalen Einstellung. Die Zitatgeber (so z.B. Wolfgang Stegmüller) verstehen es rein epistemologisch, der Autor aber will – so scheint es mir – beim Leser die theologische Bedeutung hervorrufen. |
| Friedhelm
Jöge hat einen enzyklopädischen Überblick in
den genannten Wissenschaftsbereichen. Anscheinend verstellt ihm dieses
Wissen den Blick auf den naturwissenschaftlich-philosophischen Leser.
Anschaulichkeit und Verständlichkeit bleiben für Laien auf
der Strecke. Zur Ergänzung oder Ersatz findet man unten zwei Bücher zum Themenbereich. Sie sind ebenfalls nicht leicht zu lesen, aber mit einiger Mühe gut verständlich. |
| Links |
| Literatur |
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Judea Pearl: Causality:
Models, Reasoning and Inference. Cambridge, Cabridge UP,
2009. Gebunden, 484 Seiten |
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