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Monheim
Hildegard Monheim:
Manchmal schauen Sie so aggro – Geschichten aus dem Schulalltag – Eine Lehrerin erzählt

Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2012. Broschiert, 281 Seiten – Monheim LinksMonheim Literatur
Als ich wieder anfing Schülern Schach zu lernen, merkte ich, wie viel schwieriger es jetzt im Vergleich zu den beiden letzten Jahrzehnten des 20. Jhdts. ist. Liegt es daran, dass ich damals im Rahmen des Schachvereins lehrte? Oder an den heutigen Schülern? Oder an mir?
Da ich es noch zusätzlich in der Ganztagesklasse lehre, interessierte mich, wie es professionelle Lehrer(innen) meistern. Da kam die Neuerscheinung im August 2012 Manchmal schauen Sie so aggro – Geschichten aus dem Schulalltag – Eine Lehrerin erzählt gerade rechtzeitig.
Hildegard Monheim blickt auf eine reiche Berufserfahrung an Grund-, Haupt- und jetzt  Mittelschule zurück. Daraus plaudert sie in 33 vergnüglichen Kapiteln. Das war mir zuerst fünf Kapitel zu geplänkelhaft aber ab dem sechsten Kapitel läuft die Autorin zur Hochform auf (oder ich hatte mich besser eingelesen. 
Die beruhigendste Nachricht für mich war, dass man von falschen Voraussetzungen ausgeht.
Der Normalzustand in einer Klasse ist die Störung. Dringt man zum Unterricht vor, ist das als Erfolg zu werten.
Hildegard Monheim plaudert über viele Details. Man darf weder Ratschläge erwarten noch Fallanalysen. Doch aus ihren Erlebnissen kann man konkret etwas mitnehmen. Viele Erfahrungen aus ihrem langen Berufsalltag machte auch ich ansatzweise und zergrübelte mir den Kopf, was ich falsch gemacht hatte. Nichts oder wenig. Auch die Monheim bereitete emsig und voll Vorfreude etwas vor, womit sie die Schüler gewinnen und begeistern wollte und am nächsten Tag versandte alles oder sie scheiterte sogar. So ähnlich geht es mir auch mit Schachschülern. 
Im Kap. 21 geht es um Begegnung mit ehemaligen Schüler(innen). Das erinnerte mich an den Cartoon, als zwei Männer einer alten Dame begegnen und einem der beiden rausrutscht: „Ja, mi leckst am Arsch! Mei oide Benimmlehrerin!”
In manchen Episoden kam mir die Lehrerin etwas naiv vor, so wenn sie den Overheadprojektor nicht beherrscht (Kap. 8) oder sich einen chaotischen Workshop aufhalst (Kap. 31) oder selbst einen Spanischkurs besucht und sich anstellt wie eine ihrer schlechtesten Schülerinnen (Kap. 26).
Aber vielleicht fügte sie da manches nur ein um die Stories anzureichern.
Das Berufsleben einer engagierten Lehrerin zeigte mir vor allem, dass es auch Profis an Grund- und Hauptschulen nicht einfach haben. Das beruhigte mich als Amateur.
Amüsante und empfehlenswerte Lektüre für alle, die den Schulalltag aus der Sicht einer Lehrerin kennenlernen wollen. Man erfährt auch viel darüber, wie die Schülerinnen und Schüler ticken.
Links
MonheimLehrer über den Schulalltag "Manchmal schauen sie so aggro", SZ 6.8.2012 
Monheim"Manchmal schauen Sie so aggro", eltern, 17.08.2012
Monheim"Und nebenbei unterrichten Sie auch noch", Campus & Karriere, dradio, 28.08.2012
MonheimEine Friedberger Lehrerin packt aus, 15.9.2012
Monheim Bayerische Bildungspolitik
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Monheim MonheimHildegard Monheim: Manchmal schauen Sie so aggro – Geschichten aus dem Schulalltag – Eine Lehrerin erzählt. Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2012. Broschiert, 281 Seiten
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