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Rottmeir
Johann Rottmeir:
A Hund bist fei scho. Bairische Sinnsprüche, Redensarten und Lebensweisheiten

München: Volk, 2015. Gebunden, 224 Seiten – Rottmeir LinksRottmeir Literatur
Bairische Sprüche treffen oft den Nagel auf den Kopf. Bei vielen kenne ich aber nicht die Herkunft, bei manchen nicht mal die genaue Bedeutung. Bei all diesen Mankos hilft die erklärende Sammlung von bairischen Sinnsprüche, Redensarten und Lebensweisheiten.
Der Autor Johann Rottmeir gliedert die Sprüche thematisch. So kann sich diam ein größerer Sinnzusammenhang erschließen. Die Sprüche werden in gemäßigter Lautschrift wiedergegeben. Das mag für Nichtbayern sehr hilfreich sein, Bairisch Sprechende sind eher verwirrt und sollten den Spruch einfach so sprechen, wie sie es immer (hoffentlich) tun ohne lang auf die Lautschrift zu achten. Bairisch ist halt eine Sprache und keine Schreibe, wie Rottmeir zurecht im Vorwort erläutert (S. 9-10) Das „Vorwort und Erläuterungen” ist übrigens sehr lesenswert.
Rottmeir nahm einzelne Worte wie „Göi!” (S. 178) ebenso auf wie kurze Wendungen z.B. „A Mei voi” (S. 42)  oder wie Schnadahüpferl z.B. „Beim Schwanawirt is Hochzeit, ...” (S. 60).
Der Schwerpunkt liegt auf der Erklärung des Sinns und der Bedeutung für Nichtkundige. Die Herkunft bleibt der Autor den Lesern oft schuldig. Das gerade heute wieder oft gehörte „mia san mia” (S. 220) wird erläutert, die wienerische Herkunft fehlt. Sie sei hier ergänzt:
  • Gesang des k.-u.-k. Hoch- und Deutschmeister Regiment Nr. 4 in Wien: "Mir san mir - von Numero vier - alleweil stier", d. h. ohne Geld (Zeitschrift Wiener Studien, 1891).
  • Im Wiener Volkslied "Solang der alte Steffel steht" (Refrain: "Solang in Wean der alte Steffel steht") von Carl Lorens, 1851-1909, heißt es: 
    „Is im Sack er auch stier,
    Schreit er doch: »Mir san mir!«”
Auch gleich beim darüberstehenden „Um a Fünferl a Durchanand” (S. 220) fehlt die Herkunft. Die Wendung geht wohl darauf zurück, dass man früher für ein Fünferl beim Kramer noch einen Guatl-Querschnitt erstehen konnte.
Der zweite Wermutstropfen: wenn man ein bestimmte Redensart sucht steht man auf dem Schlauch. Eine alphabetische Liste oder ein Stichwortregister wären nützlich gewesen.
So weiß ich nicht, ob "Ja, spinnt der Beppi?!" enthalten ist. Wahrscheinlich hat der Spruch keine genaue Herkunft: er ist ein Ausruf des Erstaunens. Beppi wird im Bairischen oft als Allerweltsname verwendet.
A Hund bist fei scho ist mehr ein (gelegentliches) Lesebuch als ein Nachschlagewerk. Für jeden Kenner der bairischen Sprache stark zu empfehlen. Noch stärker freilich für Nicht-Bairsch-Sprechende, die hinter den Sinn der Redensarten steigen wollen.
Links
RottmeirBairisches Wörterbuch
RottmeirDeutsch-Bairisches Wörterbuch 
Rottmeir Erl, Valentin: Der Bayer kennt kein "ü"
Fei: Rottmeir Mein liebstes bayerisches Wort: "fei"
Rottmeir Gerald Huber: Hubers Bairische Wortkunde: Wissen woher Wörter kommen. München: Volk, 2013. Gebunden, 216 Seiten
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Rottmeir Hans Kratzer: Ausgesprochen Bairisch. Von Mongdratzerln, Tschamsterern und anderen sprachlichen Kostbarkeiten
RottmeirLateinische Sprachrelikte im bayerischen Dialekt
Mia san mia: RottmeirUrsprung des FC-Bayern-Mottos – Bayernklischee: Geschert und grantig, SZ, 9. August 2013
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Rottmeir RottmeirJohann Rottmeir: A Hund bist fei scho. Bairische Sinnsprüche, Redensarten und Lebensweisheiten. München: Volk, 2015. Gebunden, 224 Seiten
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