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Siegfried Schmid: Kleine Fibel der bayrischen Mundart. Wortbeispiele, Redensarten
Neuburg a. d. Donau: Eigenverlag, 2005. Broschiert, 139 Seiten – Schmid LinksSchmid Literatur
Lange schon steht die Kleine Fibel der bayerischer Mundart bei mir im Schrank und wurde selten benötigt. Als ich den Ausdruck „Schaber” nicht kannte, schaute ich nach und siehe, es ist aufgeführt.
Der Verlagsangestellte aus Neumarkt-St. Veit Siegfried Schmid gab im Ruhestand diese kleine Fibel heraus.
Es bietet zwei lexikalische Teile: Bayerisch / Deutsch und Deutsch / Bayerisch. Sofort stutzt man: „bayerisch”?
Will er wirklich die Sprachen in Bayern in einem Buch zusammenfassen? Ja, er will. Besser hätte mir dann freilich das umgangssprachliche „bayrisch” gefallen.
Die vielfältigen regionalen Unterschiede kennt der Autor natürlich und thematisiert das im Vorwort (S. VI). Trotzdem fasste er alles in die wenigen Seiten. Insofern trägt die Kleine Fibel der bayerischer Mundart zur Nivellierung der Sprache bei. Doch angesichts des Rückgangs der Mundart ist ein gesamt-bayrisches Wörterbuch wohl das Beste, das man gegen diesen Rückgang ins Felde führen kann.
Im ersten Teil wird zum bayrischen Wort nicht nur die schriftdeutsche Übersetzung gegeben, sondern auch eine Redensart, in der das Wort verwendet wird. Allerdings sind das keine Redensarten im üblichen Sinne, sondern Beispielsätze.
Es werden nicht nur originär bayrische Worte aufgeführt (z.B. das oben genannte „Schaber”), sondern auch Aussprachevarianten, also beispielsweise „Schdui” für „Stuhl”.
Wie weit Fränkisch und Schwäbisch (im Verhältinis zum Bairschen) berücksichtigt wurde, habe ich nicht erforscht. Jedoch habe ich eklatante Lücken festgestellt, was beim Anspruch ganz Bayern abzudecken und das auf 139 Seiten, zu erwarten ist.
Zwei Beispiele:
diam – manchmal, gelegentlich
Flezn – Hausflur
Beide Worte fehlen, so dass man vermuten kann, es gibt noch weitere Lücken.
Man erfährt auch wenig dazu, in welchen Regionen das Wort vorkommt oder gar Hinweise darauf, wie es in anderen Regionen ausgedrückt wird.
Der zweite Teil kehrt das Ganze um: Deutsch / Bayerisch. Er hält sich zurecht knapp, weil er nur als Einstieg in den ersten Teil dienen soll. Ob er eine 1:1 Abbildung des ersten teils ist, habe ich nicht untersucht.
Für eine schnelle Antwort zu Übersetzungen bayerisch – deutsch ist die Fibel gut brauchbar. Wie meine Untersuchung ergab, gibt es aber ärgerliche Lücken: „diam” ist (noch) weit verbreitet und hätte unbedingt hinein gehört. Ausführlicher Wörterbücher findet man in: Bairische Bibliografie Wörterbücher, siehe Schmid Links.
Links
SchmidSiegfried Schmid feiert seinen 80. Geburtstag. Auch im Ruhestand noch aktiv. OVB 20.06.14
SchmidBairische Bibliografie Wörterbücher
SchmidBairische Bibliografie 
SchmidDas deutsch-bairische Wörterbuch
SchmidWer ko, der ko - Süddeutsch und Bairisch – „So wead gredd“. Kleine Blütenlese bairischer Wörterbücher. Zusammengestellt von Alexandra Taschner
SchmidUnesco: Bayrisch stirbt aus, Augsburger Allgemeine, 21. Februar 2011
SchmidHandreichung für den Unterricht Dialekte in Bayern 2., erweiterte & aktualisierte Auflage 2015
Schmid Valentin Erl: Der Bayer kennt kein "ü"
Schmid Gerald Huber: Hubers Bairische Wortkunde: Wissen woher Wörter kommen
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Literatur
mundart SchmidSiegfried Schmid: Kleine Fibel der bayrischen Mundart. Wortbeispiele, Redensarten. Neuburg a. d. Donau: Eigenverlag, 2005. Broschiert, 139 Seiten
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 24.7.2017