| Norbert Aas, Franz Rosenbach: Der Tod war
mein ständiger Begleiter. Das Leben, das Überleben und das
Weiterleben des Sinto Franz Rosenbach Sonderveröffentlichung der Bayerischen Landeszentrale. München 2005, 144 Seiten |
| Unter den Opfern des deutschen Nationalsozialismus werden oft die Roma, Sinti, Kommunisten, Sozialisten und Zeugen Jehovas vergessen. Die christlichen Kirchen feiern ihre Widerständler (auch wenn sie es meist gegen den vehementen Widerstand der Amtskirche waren), die Juden sind präsent, doch viele haben keine Lobby. Deshalb ist diese Dokumentation enorm wichtig. |
| Die beiden Titelzeilen geben den Inhalt
schon gut wieder. Ich gebe nur ganz knappe Ergänzungen, die mir
während der Lektüre besonders (wieder einmal) auffielen. Die Ungeheuerlichkeit der Harmlosigkeit fast aller Opfer der Nazis sticht ins Hirn des Lesers. Plötzlich wird man als Minderheit zu Aussenseitern abgestempelt. Das eskaliert bevor es die Betroffenen richtig gewahr wurden in zu beseitigende Aussenseiter. Ein Onkel erzählt dem jungen Franz etwas über die Lager: "Da geht's ganz streng zu, da musst du immer arbeiten, immer arbeiten, fleißig, schnell, schnell, schnell. Und Schläge kriegst du auch." Franz fragt naiv zurück: "Warum? Du hast doch nichts angestellt. Kannst doch keine Schläge kriegen." (S. 54). Das ist die zu einfache Meinung: "Wer nichts auf dem Kerbholz hat, brauch nichts zu befürchten". Leider erwies sich diese Haltung als grundverkehrt. Trotzdem hört man diese Meinung auch heute wieder: Die Kontinuität wurde schon im obigen Punkt angesprochen. Auch Der Tod war mein ständiger Begleiter thematisiert es. Bis ins Jahr 1991 dauerte es bis sich Deutschland bequemte die aberkennte Staatsangehörigkeit wieder anzuerkennen. Und auch im 21. Jahrhundert sitzen die Nazis wieder in deutschen Landesparlamenten, weil die Politiker unfähig sind, eine für alle überzeugende bürgernahe Politik zu betreiben (S. 4-5). |
| Der Tod war mein
ständiger Begleiter ist ein rundherum berührendes und
informatives Buch. Der Textwird durch Dokumente, Fotos, Landkarten und einer
Zeittafel instruktiv ergänzt. Sehr zu empfehlen! |
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