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Schirrmacher
Frank Schirrmacher: Das Methusalem-Komplott
München: Blessing, 2004. 219 Seiten – alter Für den eiligen Leseralter Linksalter Literatur
In einem mehrwöchigen Lehrgang im Herbst 2005 "Ehrenamtlicher Seniorenhelfer" machte ich mich mit Problemen des Alterns vertraut. Dazu las ich auch belletristische Literatur (siehe alter Links: Literarisches zum Altern und Lebensabend). Der Sachbuch-Bestseller Das Methusalem-Komplott erschien mir aufgrund der kritischen Besprechungen nicht lesenswert. In einer Wasserburger Literaturgruppe stand er aber zum Abschluß der Themenrunde "Alter" auf dem Programm. Also frisch zur Hand genommen.
"Don't judge a book by its cover" nahm ich mir zu Herzen und überlas den Kommentar auf Titel- und Umschlagseite und dem Umschlagtext. (Nicht wirklich, aber ich kommentiere die Slogans dort höflichkeitshalber nicht.)
Die Einleitung des Methusalem-Komplotts, die eigentlich den Hauptteil vorbereiten soll, greift kunterbunt Thesen vor und verwirrt zunächst. Zwischendrin enthält sie aber einiges (z.B. Diagramme S. 24-25), das später nicht mehr kommt. Man muß also durch.
Schirrmacher verdeutlicht im Hauptteil,
  1. dass unsere Gesellschaft stark und rasch altert. Die Lebenspyramide ist verformt.
  2. Er sieht daher einen Verteilungskrieg zwischen der Masse der Senioren und den Jüngeren auf uns zukommen. Dieser durchdringt martialisch als Menetekel das gesamte Buch.
  3. Die Methusaleme (= wir Ältere) müssen dagegen ein Komplott schmieden. Den Leser will er zum Mitverschwörer machen (S. 28).
  4. Auf den letzten Seiten (S. 193-201) beruhigt er schwammig: wir sind die mehreren; es wird aufregend.
Für den eiligen Leser
Der Grundbefund Schirrmachers zur Altersstruktur in Deutschland ist unbestreitbar. Seine Folgerungen des Kriegs zwischen den Generationen und der Hölle für die Senioren sind jedoch überzogen und meist Vermutungen. Obwohl er die Unwägbarkeiten der Zukunft vereinzelt betont, versäumt er es verschiedene Szenarien zu diskutieren.
Durch den versöhnlichen Abschluss, auf die Mehrzahl der Senioren und deren Kompetenz vertrauend, wird der vorherige Hauptteil entkräftet, wenn nicht widerlegt. Vielen zutreffenden Thesen stehen zuviele falsche Annahmen und Folgerungen entgegen. Dazu kommen unsaubere Argmentationen und rein editorische Mängel. Es ist erstaunlich, wie ein so schlecht gemachtes Sachbuch so gut verkauft werden konnte (April 2004: Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste). Dafür sorgten wohl die zahlreichen TV-Auftritte des Autors. Frank Schirrmacher ist immerhin Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
alter Anfang
Meine eher negative Beurteilung verlangt eine eingehende Besprechung und Begründung. Für denjenigen, der es genauer wissen will, werde ich nachfolgend zunächst die vier Teile des Buches durchgehen und dabei spezifisch schwache Argumente oder Formulierungen aufgreifen. Dann werde ich die wichtigsten Thesen besprechen und die formalen Schwächen zeigen.
Die Einleitung (S. 9-35)
vermengt spätere Thesen, die dem Leser zunächst nur hingeworfen werden, mit wichtigen Aussagen, die nur schlecht belegt sind und der näheren Erläuterung bedürften. Zu Beginn kennt man den Zeitrahmen, auf den sich Schirrmachers Ausführungen beziehen, noch nicht (auch später muß man sich diesen selbst herausschälen; es geht um den Zeitraum 2010 bis 2040/50). So schreibt er: "Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte wird die Zahl der Älteren größer sein als die der Kinder" (S. 10-11). Den Zeitpunkt kann man nur in der baldigen Zukunft vermuten. Was Schirrmacher an dieser Stelle unter die Älteren zählt, weiß man nicht. Da er von der Menschheitsgeschichte schreibt, bezieht er seine Aussage wohl auf die gesamte Menschheit. Nun gibt er dazu einen Beleg an: Peter Schimany: Die Alterung der Gesellschaft (siehe alter Literatur); trotzdem wünscht man sich an dieser Stelle (oder später) eine genauere Darstellung der Prognose. Der nachfolgende krumme Vergleich erhellt wenig: Im Jahr 2050 werden in China die über 65-Jährigen mehr sein als die über 65-Jährigen heute weltweit (S. 11). Das ist wenig anschaulich für die Situation im Jahre 2050 in der Welt und sagt nichts über die Situation in Deutschland in den nächsten Jahrzehnten.
Für Schirrmacher beginnt das Leiden am Alter ab Mitte 30 (S. 13). Das ist völlig überzogen. Mitte der 30 wird man sich allenfalls bewußt, dass man nicht mehr zu den Jüngsten zählt.
alter Anfang
Teil 1 Die Heraufkunft der alternden Gesellschaft
Schirrmacher meint hier: "Vielleicht glauben wir deshalb nicht an die Größe des Epochenbruchs, weil er sich ankündigt wie der Fahrplan der Stadtwerkebusse. Eine Revolution, deren Eintrittsdatum wir kennen, deren Auswirkungen wir fürchten und die wir doch nicht abwenden können, überfordert unsere Vorstellungskraft" (S. 40). Ähnlich heißt es in der Einleitung, dass die Leute (Schirrmacher gebraucht oft "wir"; dabei ist unklar, ob er seine Generation oder alle Deutschen oder gar die Menschheit meint) so tun, als beträfe sie die Altersproblematik nicht (S. 15).
Das ist mehrfacher Unsinn:
  • der demografische Wandel wird seit Jahren gerade in Bezug auf Rentenkürzung ständig bemüht;
  • durch Einführung der sogenannten "Riester"-Rente ist auch den jüngeren Arbeitnehmern die Problematik bekannt; sie spüren sie an der eigenen Altersvorsorge.
  • Schirrmacher unterstellt, dass wir den Epochenbruch nicht glauben.
  • Die Begründung Schirrmachers ist abwegig. Was ich kenne, kann ich mir vorstellen.
  • Die Kenntnis eines zukünftigen Ereignisses verhindert nicht, dass man es sich vorstellen kann.
  • Im Gegenteil: wir fürchten eher Ereignisse, deren genaues Eintreten wir nicht kennen, da wir uns darauf nicht vorbereiten können.
  • Die gewaltigen Auswirkungen fürchten wir zu wenig; so Schirrmachers Tenor im gesamten Buch. Der Teil 4 bestätigt: zu Fürchten ist eigentlich wenig.
Versteckt erwähnt Schirrmacher, dass der geburtenstärkste Jahrgang (vermutlich bezogen auf Deutschland) der Jahrgang 1964 (S. 41) ist. Das heisst, die Jahrgänge danach bringen weniger Leute in die hohen Altersgruppen; spätestens ab 2035 entspannt sich die Situation. Diese Feststellung nimmt dem gesamten Werk Schirrmachers viel Wind aus den Segeln.
alter Anfang
Teil 2 Das Komplott
Immer wieder bringt Schirrmacher die triviale Erkenntnis: die Babyboomer (damit meint er die nach 1950 geborenen) werden die Älteren von morgen sein. (S. 70). Damit sollte er keinen aufmerksamen Leser schrecken können. Die Verzerrung der Alterspyramide ist in der öffentlichen Diskussion seit Jahren präsent.
Den Hinweis auf Richard Dawkins (S. 80) und die gelegentliche Bezüge zur Evolution (siehe alter Links) lobe ich. Der Hinweis ist aber reichlich diffus und unbelegt. Gleich danach befördert Schirrmacher die Evolution zum agierenden Wesen: die Evolution lerne aus den Fehlschlägen. Mitnichten! Die Evolution lernt nix!
Auf Leistungsabbau im Alter und den Rassismusvorwurf – eine wichtige Voraussetzung um die Gleichaltrigen zum Komplott aufzurufen – gehe ich später umfassend ein.
Das Rentenalter (nehmen wir 65 Jahre) ist nach Schirrmacher eine "völlig willkürliche Grenze" (S. 99). Eben nicht; ab 60 baut der Mensch stärker ab als zuvor. Ab 65 sind viele körperliche Tätigkeiten nicht mehr ohne Gesundheitsschaden ausführbar.
Schirrmacher: Wir sind die erste Generation mit der Erfahrung des kollektiven Alterns (S. 108-109). Falsch. Seit über 100 Jahren steigt das durchschnittliche Alter und die Lebenserwartung, siehe beispielsweise Diagramme S. 24 und 25.
Falsch ist ebenso Schirrmachers Befund, unsere Gesellschaft kenne keine Übergänge zwischen Jung und Alt, gesund und krank, naiv und weise. Die drei Lebensabschnitte Jugend, Beruf, Alter seien getrennt. "Keiner hat mit dem anderen zu tun" (S. 132). Das kann ich aus meinem Erfahrungsbereich nicht bestätigen. Durch Familienstrukturen bestehen zahlreiche Verbindungen zwischen den Erwerbstätigen und der Generation ihrer Kinder, ja sogar zwischen der Rentnergeneration und deren Enkel.
alter Anfang
Teil 3 Die Mission
"Unsere Mission ist es, alt zu werden. Wir haben keine andere. Es ist die Aufgabe unseres Lebens" (S. 155). Jeder der drei Sätze ist falsch.
Wie kann Schirrmacher "unsere", "wir" verwenden? Schon Achilles sah für sich eine andere Mission. Er zog den Ruhm auf Kosten eines kurzen Lebens vor. Milliarden Menschen nach ihm geben ebenfalls nicht dem Altern Priorität. Mir scheint hier auch ein Widerspruch zu Schirrmachers These "Kein Mensch wird gerne alt" (S. 13) vorzuliegen. Die These halte ich – mit Verlaub – für Unsinn. Auch das behauptete "So alt will ich gar nicht werden" (S. 15) hörte ich selten; meist nur für > 90 Jahre oder mit der Einschränkung, wenn man krank und gebrechlich wäre. Im Gegenteil heißt es: "Jeder will gerne alt werden, aber sein will es keiner". Vergleiche dazu das Buch (das ich nicht kenne), das schon im Titel Schirrmacher widerspricht: Micheline Rampe: Jeder will es werden, keiner will es sein (alter Literatur).
Nicht nur hier im Teil 3 auch im vorherigen Teil 2 wird die These Schirrmachers ("Kein Mensch wird gerne alt") selbst widerlegt: Wir erhoffen uns medizinische Durchbrüche (fürs Altern), Erfindungen, die (im Alter) das Leben verbessern. Diese Urträume verlängern die Lebenserwartung (S. 113); "... wir tun alles, um noch länger zu altern" (S. 134).
Schirrmacher: Erfahrungen, Lebens-, ja Sterblichkeitsgefühle von Älteren sind (in unserer Welt des Jugendwahns) nicht vorhanden (S. 160). Auch diese Behauptung ist in dieser Ausschließlichkeit falsch. Biografien, auch von Älteren, werden gerne gelesen; Erfahrungsberichte, gerade älterer Korrespondenten ebenfalls, siehe beispielsweise ZDF: Mittwoch, den 28.06.2006, 22.45 - 23.30 "Russland im Zangengriff. Peter Scholl-Latour (* 9. März 1924 in Bochum) untersucht die existenziellen Probleme Russlands". Ein 82-Jähriger teilt seine Erfahrung im TV mit.
Schirrmacher will weiters den Lesern einreden, dass 2 plus 2 = 5 in George Orwells: 1984 keine Metapher sei (S. 177). Freilich, genau das ist es. Es steht stellvertretend für allen propagandistischen Unfug, der geschluckt werden soll/muß.
alter Anfang
Teil 4 Die neue Selbstdefinition
Der Teil 4 überrascht, da er in vielem dem zuvor Geschriebenen widerspricht. Nun ist es nicht mehr unsere (= die Schirrmachers) Generation die durch die Hölle des Alters muß, sondern es kommt auf den Einzelnen an. Sie/er kann bestimmen, was die zusätzlichen Jahre bedeuten (S. 194). Der einzelne Senior und ausdrücklich nicht die Jüngeren bestimmen über sich selbst (mit Einschränkungen, selbstverständlich).
Nicht ganz zusammen passt der Befund, dass einerseits die persönliche Zufriedenheit alter Menschen hoch ist, andrerseits dieser Gruppe keineswegs alles egal ist (S. 195). Sie werden also sehr wohl über manches unzufrieden sein und ihre Meinung dazu kundtun und eventuell auch durchsetzen. Der Schrecken des Alters, den Schirrmacher in drei Teilen ausmalte, verschwindet angesichts dieser Selbstbewussheit.
Die meisten Senioren dämmern nicht in einem nebligen, grauen Zustand dahin (S. 195). In der Einleitung klang es noch anders. Schirrmacher schrieb nebulös: "als könnten wir die letzten Lebensjahre nur im Nebel ertragen" (S. 15). Und dann schiebt Schirrmacher gar sein Ausmalen des Kriegs und der Hölle auf die Jüngeren: Das Alter wird nicht die soziale Hölle sein, die sich die Jüngeren ausmalen (S. 196).
Ganz zum Ende des 4. Teils gibt Schirrmacher eine völlig positive Prognose: die Alten erleben einen aufregenden Abschnitt und sind mittendrin. Viel liegt vor ihnen. (S. 196).
Was die Liste einiger alt gewordener Künstler (S. 202-203) bezwecken soll, war mir unklar. Dass es einige Menschen zu hohem Alter brachten hat doch niemand bestritten!?
Soweit der Gang durchs Buch. Es folgen die übergreifenden Thesen Schirrmachers, wobei ich im Großen und Ganzen von den mehr zustimmungsfähigen zu den verfehlten übergehe.
alter Anfang
Schirrmachers Ausgangsbefund
über den rasanten und strukturellen Wechsel des Altersaufbaus in Deutschland ist unbestreitbar. Sein Anliegen, mögliche Konsequenzen bewusst zu machen, ist lobenswert. Es droht beispielsweise eine Diskriminierung der Alten. Entgegen seinem versöhnlichen vierten Teil stellt Schirrmacher aber vieles als große unabwendbare Bedrohung dar oder benötigt ein noch schlimmeres Vokabular.
  • Er sieht einen Herd der Unruhe (gute Wortwahl) zwischen Kinderlosen und Eltern (S. 59); das ist ihm freilich zu zahm und er verstärkt im Nebensatz: die Fraktion der Ernährer steht gegen die Fraktion der Egoisten (ich will nicht zu kleinlich sein, doch korrekt wäre allenfalls: Fraktion der Egoisten gegen die Fraktion der Ernährer) und im nächsten Satz wird die Unruhe zur Schlacht.
  • Die Ersatzteile-Medizin hat bereits einen hohen Stellenwert in unserem Gesundheitswesen. Von Schuldgefühlen ausgelöster Freitod und Kosten von Leben und Tod werden bedeutsam (S. 89). Dabei wird auch aktive Sterbehilfe und der in Deutschland aus verständlichen Gründen verpönte Begriff der Euthanasie stärker in die Diskussion kommen.
  • Soziales Altern setzt bereits ab 40 Jahre ein. Das bisherige Vorziehen des Rentenalters (S. 90) bringt schon früh Probleme der Akzeptanz. Gerade dieser Punkt wird durch die Wirklichkeit entschärft: inzwischen wird das Rentenalter nach hinten verschoben.
  • Der Vorwurf von Altersstereotypen ist berechtigt. Er wird noch unter "Rassismus" eingehend besprochen.
  • Der Aufruf an die Senioren, sich ihrer Stärke bewußt zu sein und mehr Freiräume zu schaffen (S. 82) wäre mehr als berechtigt. Doch daraus gleich einen Verschwörungsruf zum Methusalem-Komplott zu machen, ist über das Ziel hinausgeschossen. Hier wird die Seriösität zugunsten der Werbewirksamkeit des Buchtitels geopfert.
Buchtitel
Methusalem: tritt im Alten Testament (1 Mos. 5, 21-27) als Großvater von Noah auf. Im Alter von 187 Jahren zeugte er Lamech, danach lebte er noch 782 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Methusalem wurde 969 Jahre alt.
Komplott: Verabredung zur Begehung einer Straftat, Anschlag, Verschwörung. Methusalem weist sofort auf die Altersthematik hin. Dagegen ist Komplott wohl zu reißerisch, wenn man die Bedeutung des Wortes genauer ansieht.
Als Titel, der die Aufmerksamkeit des Lesers und Käufers wecken soll, mag Das Methusalem-Komplott gerade noch durchgehen.
Ausgezeichnet fand ich das Unterkapitel "Der Tod fürs Vaterland" (S. 126-131), in dem Schirrmacher fragt, ob man nicht auch analog zum Tod aus Liebe zum Vaterland früherer Jahrhunderte eine Pflicht zum Tode im Alter (gemeint ist sicher der vorzeitige Tod) verlangen könne (S. 127).
Der Text des gesamten Werks wird lebendig, da Schirrmacher die Künste z.B. die Literatur an vielen Stellen einbezieht.
alter Anfang
Die wichtigsten Thesen
Die Alterspyramide
ist kein Ideal, dessen Verlust beklagt werden müßte. Schirrmacher übersieht grundlegend: das Altern Deutschlands und der Welt ist gewollt und erwünscht:
• medizinischer Fortschritt
• Zivilisation (Hygenie; medizinische Versorgung; sauberes Wasser) etc.
sind Errungenschaften, die sogar in Entwicklungsländer exportiert werden.
Die Alterspyramide ist nicht die anzustrebende Form des Altersaufbaus einer modernen Gesellschaft. Vielmehr ist es das Rechteck. Alle Geborenen bleiben dank Gesundheitsfürsorge und Vorsichtsmassnahmen am Leben bis sie das Lebensende nach Stand der Medizin und Gerontologie erreichen.
Den Kampf zwischen den Generationen belegt Schirrmacher nicht überzeugend
Die Gesellschaft (wer ist das in diesem Fall?) nimmt dem Senior das Selbstbewusstsein und den Arbeitsplatz (S. 9), meint Schirrmacher. Im Teil 4 zeigt uns der Autor dagegen das Bild vom selbstbewussten engagierten Senior. Mit der Arbeitsplatzwegnahme meint Schirrmacher wohl die Zwangsverrentung.
  • Durch Altersteilzeit und vorgezogene Rente war dieser Zeitpunkt seit langem variabel. Viele Arbeitnehmer nutz(t)en die Gelegenheit. Sie bedauer(te)n also keinesfalls die Arbeitsplatzwegnahme.
  • Das Alter der Zwangsverrentung wird derzeit hinausgeschoben und weiter flexibilisiert. Egal, ob man dies für richtig hält oder nicht: die Arbeitsplatzwegnahme wird später erfolgen.
  • Der Vorwurf Schirrmachers – so er überhaupt relevant ist – betrifft nur die abhängige Arbeit. Die meisten Selbständigen können ihren Arbeitsplatz bis zum Tode ausüben, wenn sie denn wollen.
Schirrmacher unterstellt den jüngeren Generationen eine "wahrhaft tödliche Ideologie" (S. 28-29), gegen die er das Senioren-Komplott stellen will. Dafür sucht er "Mitverschwörer" (S. 28).
Verschwörungstheorien sind mir suspekt. Schirrmacher hätte dazu Verschwörungstheorien Kursbuch 124 (alter Literatur) lesen sollen.
Richtige Thesen, die Schirrmachers Ausführungen bezweifeln lassen
• Schirrmacher erkennt richtig, dass man die Dramatik des Alterns statistisch sehr gut erfassen kann. Schließlich sind die Daten alle bekannt, ausgenommen künftige Geburten oder Zu- und Abwanderung. Andrerseits kann man die Folgen schlecht abschätzen. Auch dies erkennt der Autor. Wie will er dann ein Buch über "von uns allen nicht vorhersehbaren Abenteuer" (S. 14) schreiben? An späterer Stelle bemerkt er ähnlich: "Es gibt keinen Erfahrungsbericht darüber, was geschieht, wenn in einer hochmodernen Gesellschaft sehr viel Ältere auf ganz wenig Junge treffen" (S. 64). Trotzdem geht Schirrmacher ständig davon aus, dass seine Kriegsprognose die einzig richtige sei. Er müßte eigentlich seine Urteile kräftig abschwächen und verschiedene Szenarien aufbauen, die meisten ohne einen Krieg zwischen den Generationen.
• "Es gibt unzählige Institutionen, Organisationen, Lobbyisten, Firmen, Webpages, die sich auf den Altersschock der Gesellschaft vorbereiten" (S. 71). Das bezieht sich auf die USA, gilt aber wahrscheinlich abgeschwächt auch für Deutschland. Schirrmacher will uns dagegen glaubhaft machen, wenn er es uns mit seinem Buch nicht gesagt hätte, wären wir völlig unvorbereitet.
• Der Altersmythos, Erfindungen und Lügen über das Alter und die Alten funktioniert solange, die Alten in der Minderheit sind. Wenn die Alten zur Mehrheit werden, "muss dieses ruinöse Programm zum Systemabsturz führen" (S. 91). Das ist widersprüchlich zum gesamten Buchinhalt. Wenn der Altersrassismus zusammenbricht: zu was dann Sorgen machen?
• Schirrmacher tadelt die zwanghafte Pensionierung mit 65 (mag sein zurecht; sollte variabel gemacht werden und ist es ja auch!). Andrerseits gesteht er aber zu, dass (gerade? auch?) in Ländern ohne Zwangspensionierung Klagen, Beschwerden, Krankheiten, Selbstmorde, deren Quelle Altersdiskriminierung ist, auftreten (S. 100).
• Wir haben Schuldgefühle gegenüber dem Leben, wegen Umweltverschmutzung, Ressourcenverbrauch usw. (S. 171). Ich meine, diese Diagnose Schirrmachers trifft zu. Andrerseits zeigt Schirrmacher, dass viele der apokalyptischen Thesen (oder auch schwächere Schreckensszenarien) so schlimm nie eingetroffen sind: seit 1986 keine großer Atomunfall mehr; Waldsterben scheint gestoppt, ... (S. 173). Wir sind hunderte Tode gestorben, aber immer nur fast. Wenn diese Diagnose zutrifft (ich teile sie nicht, gestehe es Schirrmacher aber mal zu; Ozonloch ist dramatisch; ebenso Regenwaldabholzung; Ausrottung menschlicher Stämme; Vernichtung von Sprachen, etc.), dann ist sein Szenarium das 101. Dieses Argument macht sein gesamtes Buch eher unglaubwürdig.
Drei falsche Thesen
  • Gleich zu Beginn stellt Schirrmacher fest, da man das Buch liest (es lesen kann) wird man am "Krieg der Generationen" (S. 9) teilnehmen. Zum Krieg gleich mehr. Am von Schirrmacher beschriebenen Konflikt nehmen aber auch diejenigen teil, die heute noch in den Kindergarten gehen oder noch nicht geboren sind. Laut Schirrmacher wird es ab 2010 heiß im Generationenkampf (und ab 2035 entspannt sich die Situation voraussichtlich, siehe "Krise mit Zeitbegrenzung" weiter unten). Da treten dann die heutigen Fünfjährigen und Jüngeren allmählich ins Arbeitsleben. Sie werden für die Senioren zur Kasse gebeten.
  • Schirrmacher behauptet, die heute 12-Jährigen werden den stärksten Jahrgang der 60-Jährigen stellen (S. 16). Das Methusalem-Komplott kam erstmals 2004 heraus. Gemeint ist also der Jahrgang 1992, der zu den geburtenschwachen Jahrgängen zählt. Er kann also nie und nimmer der stärkste Jahrgang der 60-Jährigen werden.
  • Schirrmacher sieht den Sozialdarwinismus (alter Links) als Variante oder These des Darwinismus an (S. 130-131). Wobei er zwar Oswald Spengler nennt, der den umgekehrten Weg sieht: Darwin habe wirtschaftliche Prinzipien in die Biologie übertragen. Der Sozialdarwinismus geht den anderen Weg: er überträgt (unzulässig) Prinzipien der Evolution ins gesellschaftliche Leben.
Begrenzung des Lebensalter
Schirrmacher meint, es gäbe kein Indiz dafür, dass die Lebenserwartung eine natürliche Grenze habe (S. 23, S. 146). Das ist – wohlwollend ausgedrückt – stark umstritten. Es gibt jede Menge Indizien:
• Die jahrtausende lange Erfahrung zeigt, dass die Lebenszeit des Menschen (und aller anderen tierischen Arten) begrenzt ist.
• Die körperliche Ausstattung des Menschen zeigt es ebenso. Viele Körperteile unterliegen dem Verschleiß, ohne dass es natürlichen Ersatz gibt. Schirrmacher selbst: "Die Natur löscht denjenigen aus, der keine Kinder mehr in die Welt setzen kann" (S. 89); "Es gibt ein biologisches Altern" (S. 90).
• Schirrmachers "Altern ist ein degenerativer Prozess" (S. 179) sagt, dass Alter mit Zerfall verbunden ist und deutet stark darauf hin, dass es eine Begrenzung des Lebensalters gibt.
• Schirrmachers Untermauerung der Vermutung, dass es möglicherweise keine Altersbegrenzung nach oben gibt, ist: wer 85 ist, hat gute Chancen 100 zu werden (S. 146). Eine Erklärung dafür ist der fehlende Selektionsdruck ab einem gewissen Alter: "there is an increasing awareness of the decline of selection pressures with increasing age" (Williams 1957, S. 399; siehe alter Literatur). Die Mortalität sinkt, wenn das Alter an die 100 geht (S. 147), da beispielsweise Tumore im hohen Alter langsamer wachsen. Kinderkrankheiten kann der 85-Jährige nicht mehr bekommen. Dem kann man aber sofort entgegenhalten: wer 100 ist, hat wenig Chancen 115 zu werden. Die Mortalität steigt wieder, wenn's über 100 Jahre geht.
• Damit ist eine Grenze vorgegeben und es ist eher umgekehrt zu begründen, warum der Mensch – übrigens als eine der wenigen Arten – nach der Zeugungs- und Reproduktionsfähigkeit noch solange lebt. Man nimmt an, dass es evolutiv von Vorteil ist, wenn die Pflege der Nachkommenschaft lange wirksam ist und Erfahrung von Älteren auf Junge übergeben wird. In jedem Zoo kann man den Alterungsprozess der Tiere beobachten, die – nicht mehr wie in freier Wildbahn – durch natürliche Feinde ausgemerzt werden (S. 138). Überleben und Altwerden nach der reproduktiven Periode wird nur in der Zivilisation und bei Haustieren beobachtet. D.h. bei allen anderen Tieren tritt nach der reproduktiven Periode der rasche Tod ein (S. 214, Fußnote 102).
• Bibelgläubige können dazu das Alte Testament zu Rate ziehen. Nachdem die ersten Menschen der Bibel das sprichwörtliche biblische Alter erreichten (und bibeltreue Christen, wie beispielsweise die Zeugen Jehovas nehmen die hohen Altersangaben der Bibel wörtlich) erzürnte Gott und beschränkte die Lebenszeit fürderhin: "Ich will ihnen noch Frist geben hundert und zwanzig Jahre" übersetzt Martin Luther. Die King James Bibel schreibt über die Sterblichkeit des Menschen an dieser Stelle (1 Mos. 6,3): "his days will be a hundred and twenty years". Damit wäre also bei 120 Jahren das Ende der Fahnenstange.
Falsche Einschätzung des Alters
Schirrmacher betont öfters, dass man sich zuwenig mit der Altersproblematik befasst (wurde schon kritisiert), den Statistiken nicht traut oder gar die Lebenserwartung herunterrechnet (S. 15). Wer das sein soll, der die statistische Lebenserwartung herunterrechnet, sagt uns Schirrmacher nicht. Ich bestreite es. Es ist allgemein bekannt – und Schirrmacher schreibt es, sich selbst widersprechend – dass die durchschnittliche Lebenserwartung seit mehr als hundert Jahren steigt und immer noch steigt. Ich kenne sogar Berechnungen, dass sie pro Jahr um 0,3 Jahre steigt. In Entwicklungsländern hoffe ich mit einer drastischeren Steigerung: dort ist das Ausgangsniveau niedriger.
Altersdiskrimierung, Rassismus, Euthanasie
Die Altersdiskrimierung wird von Schirrmacher anhand von William Osler, einer Untersuchung von Lewis Lapham & Robert Fulford und studentischen Tests (S. 93-94) belegt. Ein neuerer Artikel, ebenfalls die USA betreffend ist, bestätigt steigende Vorurteile gegenüber der älteren Generation (Richeson 2006). Eine weitere US-Studie zeigt, dass Senioren allein durch ihre Präsenz Vorurteile bei jüngeren Zeitgenossen hervorrufen. Sie zeigt aber auch, dass diese Vorurteile sehr wohl ohne Kriegserklärung zumindest abmilderbar sind (Martens 2005).
Schirrmacher legt im Kapitel "Entmündigung durch Sprache" nochmals nach (S. 164ff). Die Tendenz zur Entmündigung von Älteren oder Behandlung als Kind ist gewiss vorhanden. Doch Schirrmacher zieht stärker vom Leder: Die Senioren werden in den kommenden zwei bis vier Jahrzehnten in "dieser überquellenden Hölle gegrillt" (S. 164)!?
Gerade die eigene Altersgruppe diskriminiert die Senioren (S. 168). Humorvoll wird dies in Alan Isler: The Prince of West End Avenue (alter Rezension) beschrieben.
Schon in der Einleitung konfrontiert Schirrmacher den Leser mit Jüngeren, die die Senioren vorwurfsvoll ansehen: "Warum seid ihr nicht tot?" (S. 16). Er unterstellt der jungen Generation Rassismus gegenüber den alternden Menschen ab dem 40. Lebensjahr (!), den er als tödlich ansieht, wenn sich die Senioren nicht wehren (S. 30). Es geht von der rassistischen Diskriminierung der Älteren (S. 63) bis zur "Zivilisation der Euthanasie" (S. 63).
Er nennt es ein rassistisches Altersstereotyp, dass man mit 60 ... 75 Jahren nicht mehr intellektuelle oder körperliche Leistungen im Berufsalltag erbringen kann (S. 91). Man kann natürlich, aber nicht jeder in jedem Beruf; und wie Schirrmacher später einschränkt: die Leistung nimmt tatsächlich ab. Die Feststellung der abnehmenden Leistung im Alter über 50 ist also eine zutreffende Beschreibung der Wirklichkeit, kein Rassismus. Ich habe dies in meinen Schachkursen festgestellt. Den Kindern ein- oder zweimal gesagt war die Regel oder das Strategem kapiert und gemerkt. Den Erwachsenen mußte ich es meist mehrfach in Erinnerung rufen.
Wenn überhaupt, so ist die Einstellung gegenüber den Älteren allenfalls ein milder Rassismus: Der alternde Mensch (und das gesteht Schirrmacher öfters zu) baut ab.
Doch Schirrmacher spitzt es zu und vergleicht diese Haltung mit dem Sozialdarwinismus des 19. Jahrhunderts. (alter Links). Seine drei Belege dafür:
  1. Scheinbar objektive Diagnose des verschleißenden Menschen.
  2. Inkompotenz der intellektuellen Fähigkeiten.
  3. Soziales Urteil: Alternder wird als Todesbote aus dem Arbeitsleben ausgestossen (S. 95).
Zu 1) scheint mir objektiv richtig zu sein.
Zu 2) wird so generell kaum behauptet.
Zu 3) Schirrmachers Befund ist völlig überzogen.
Allerdings zieht der Autor sofort wieder zurück: es gibt negative Alterserscheinungen (gegen 1 gerichtet) und Leistungsverlust (gegen 2).
Die Schwere der Sanktionen für den nur vermeintlichen Abbau im Alter empfindet Schirrmacher unverhältnismässig (S. 95). Die Diagnose "soziale und intellektuelle Diffamierung" (S. 95) scheint mir wieder überzogen. Der wahre Kern ist, dass Senioren mehr gefordert werden sollten. Der Seitenhieb ist, dass die Unterforderung auch an manchen Senioren selbst liegt. Wer nur mehr Halma spielt und sich damit unterfordert, bestätigt die Altersvorurteile. Schirrmacher führt hier (S. 95) und später (ohne Quellenangabe!) Forscher an, die herausgefunden haben, dass unter 80 Jahre kein wesentlicher Abbau beim Arbeiten stattfindet (S. 101). Das bezweifle ich.
Krieg der Generationen
Mit diesem Ausdruck und den starken (behaupteten) Emotionen zwischen den Generationen (Verachtung, Wut, S. 13) baut der Autor einen Popanz auf und lehnt sich übertreibend an Samuel Huntingtons Kampf der Kulturen (alter Literatur) und Victor und Victoria Trimondi: Krieg der Religionen (alter Rezension) an.
Obwohl es Schirrmacher nicht immer verdeutlicht: das von ihm beschworene Szenarium ist hauptsächlich ein deutsches. (Vorurteile gegenüber Älteren gibt es dagegen auch anderswo, wie die schon erwähnten Studien Martens 2005 und Richeson 2006 belegen). Weltweit verbreitet ist das Hinausschieben des durchschnittlichen Lebensalters.
In Deutschland wurde das Alterssicherungssystem 1957 unter Konrad Adenauer von der kapitalgedeckten Sparrente auf das Umlageverfahren umgestellt. Ein typisches kurzfristiges Zukleistern von Problemen. Jahrzehntelang huldigte man dem (privat übrigens verbotenen) Schneeballsystem und baute es aus. So konnten sich Ende der 60-er Jahre Selbständige durch Einmalzahlungen in das Rentensystem einkaufen. Kurzfristigen Zahlungseingängen standen hohe Verpflichtungen für spätere Generationen gegenüber. Das alles funktionierte dank hoher Geburtenrate und einer steigenden Zahl von Erwerbstätigen. Mit der Wiedervereinigung nahm Helmut Kohl ohne Einzahlung oder eigene Leistung Millionen Neubürger in den sogenannten "Generationenvertrag" (alter Links) auf. Verstärkend kam in Deutschland eine kürzere Spanne der Erwerbstätigkeit hinzu: lange Ausbildungszeiten und vorgezogener Renteneintritt. Andere Staaten mit Umlageverfahren (z.B. USA) bauten zumindest die Rentenzahlungen nicht so üppig aus. Die Auswirkungen der längeren Lebensdauer wird zudem in anderen Ländern durch eine höhere Geburtenrate und/oder Einwanderung abgeschwächt. Die extrem niedrige Geburtenrate scheint mit das eigentliche Problem zu sein; Schirrmacher hat es offensichtlich erkannt. Sein neueres Werk handelt davon: Minimum. Vom Vergehen und Neuentstehen unserer Gemeinschaft (alter Literatur).
Schirrmachers ständiges Kriegsvokabular ist völlig verfehlt. Nur weil ein Philipp Mißfelder (* 25. August 1979 in Gelsenkirchen; Bundesvorsitzender der Jungen Union und Mitglied des Deutschen Bundestages; alter Links) am 3.8.2003 im Berliner Tagesspiegel forderte, 85-Jährigen keine künstlichen Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft einzusetzen, sind nicht alle Deutschen zum Krieg gegen Senioren bereit. Schirrmacher kommt auf diesen unrühmlichen Vorschlag zu sprechen, allerdings ohne Namensnennung (S. 130).
Beispiele zum Kriegs- und apokalyptischen Vokabular:
"psychologische Kriegsführung"(S. 32); "zum wirklichen Krieg" (S. 32); "Selbst-Bedrohung durch die graue Dämmerung unserer Welt" (S. 50), gemeint ist wohl die zunehmende Alterung der Weltbevölkerung. "Über der Welt jenseits des Jahres 2010 liegt aus heutiger Sicht etwas von mittelalterlicher Todes- und Verfallsatmosphäre, von Ursünde und Strafe" (S. 56); "Kriegspropaganda" (S. 27); "Wir müssen Selbstverteidigungsstrategien entwickeln, Methoden alternativer Kriegsführung, die es einem erlauben, auch als schwacher Alter zu überleben: von der Partisanentätigkeit bis zum Hacker-Angriff" (S. 115).
Krise mit Zeitbegrenzung
Das Maximum der demografischen Krise in Deutschland wird um 2035 erreicht (S. 126). Dann kommen die geburtenschwachen Jahrgänge (geboren ab 1964) ins Rentenalter und mit ihnen entspannt sich die Lage voraussichtlich. Das thematisiert Schirrmacher aber nicht ausdrücklich.
Wechsel von Bezugsgrößen
Bei der Lektüre heisst es aufpassen: Schirrmacher wechselt ständig die Bezugsgrößen und Bezugsländer und bezeichnet sie ungenau.
Das gilt besonders für Teil 1, in dem er nachweist, dass die Alterung der Gesamtbevölkerung rasch voranschreitet und unabwendbar ist. Dabei ist zugestanden, dass Schirrmacher, um die Alterung drastisch darzustellen, diesen Prozess aus verschiedenen Blickwinkel beleuchten muss. Er braucht also diverse Indices und Bezugsgrößen. Doch die dürften nicht ständig wechseln und müßten im Text oder besser einem Glossar erläutert werden.
Bei den Ländern nennt Schirrmacher oft Florida (z.B. S. 59-60) oder die USA (z.B. S. 145). Weder Florida noch die USA sind uneingeschränkt auf Deutschland übertragbar. Florida hat sehr viele Pensionisten und gleicht damit eher Mallorca oder wo immer sich die deutschen Rentner hin verziehen. Die Situation in Deutschland und in Europa ist anders: niedrigere Geburtenrate; andere Sozialsysteme; weniger Zuwanderung; ...
Schirrmacher unterscheidet selten zwischen Deutschland, Europa, USA oder Gesamtwelt. Er überlässt es dem Leser zu überlegen, inwieweit die Befunde übertragbar sind. Schirrmacher geht anscheinend unbefragt davon aus. Da geht es um die gesamte Weltbevölkerung, dann um die "Altersgruppe der Älteren" (S. 39). Der letzte Begriff ist unerklärt: ab 50, 60, 65, 70 Jahre? Oder nur die, die sich alt fühlen? Gleich darauf kommt die Gruppe > 85 Jahre, dann die > 100 Jahre (S. 40). Dann folgt ein Vergleich von 40-60 Jahre mit > 80 Jahre und ein neuer Altenquotient, diesmal > 65-Jährige auf 100 Erwerbstätige (S. 43; das kommt der Erläuterung in Wikipedia näher, alter Links, als der Altersquotient auf S. 41). Das ist nicht nur ein Wechsel der Bezugsgrößen, sondern mit "Altersgruppe der Älteren" einer der vielen unerklärten und mehrdeutigen Ausdrücke, die ich nachfolgend behandle.
Viele Effekte, die der Autor beschreibt, beruhen auf der niedrigen Geburtenrate. Er vergleicht die Erde mit einem riesigen Altersheim (S. 18), was – wenn überhaupt – hauptsächlich deshalb zutrifft, weil die Anzahl der Geburten zurückgeht. Das wird Schirrmacher nicht bewußt oder er schreibt es nicht, bezieht sich aber in der Fußnote 7 an der genannten Stelle auf eine Studie, die sich ausdrücklich auf den Bevölkerungsrückgang bezieht. Schirrmacher vermischt die beiden Sachverhalte: Erhöhung der Lebenserwartung und Geburtenrückgang häufig. Ähnlich beschreibt er die Landflucht (hat andere Ursachen) und Renaturierung von Wolf und Luchs alter im Zusammenhang mit der Veralterung (S. 19).
Unerklärte Ausdrücke und unverständliche Sätze
Oft verwendet Schirrmacher Ausdrücke oder Sätze die eine exakte Erklärung vermissen lassen. Der "Altenquotient der Deutschen" (S. 41) ist dafür typisch. Schirrmacher erläutert ihn als "die Zahl der über 60-Jährigen auf 100 Menschen im Alter von 20 bis 60" erläutert. Na, was ist dass denn? Es soll wohl so interpretiert werden:
Anzahl der über 60-Jährigen pro 100 Menschen im Alter von 20 bis 60 =
Anzahl der über 60-Jährigen x 100 / Anzahl der Menschen im Alter von 20 bis 60
Beispiel für Deutschland:
Anzahl der über 60-Jährigen = 12.000.000
Anzahl der Menschen im Alter von 20 bis 60 = 36.000.000 dann ist der
Altenquotient der Deutschen 12.000.000 x 100 / 36.000.000 = 33,3
Dies scheint cum grano salis die richtige Interpretation zu sein. Im lexikalischen Altenquotient (siehe alter Links) wird mit der Gruppe der Erwerbstätigen verglichen. Dies ist natürlich nicht die Gruppe von 20 bis 60 Jahren.
Zur Vieldeutigkeit des Altenquotients führt Schirrmacher noch einen demographischer Altenpflegequotient und und einen Altenpflegequotient der über 90-Jährigen ein (S. 43). All diese wichtigen Bezugsgrössen hätten in einem Glossar erläutert werden müssen.
Was versteht Schirrmacher unter "unsere merkwürdige vorauseilende Koketterie mit dem Tode" (S. 15)? Ganz gegenteilig wird oft behauptet, unsere Gesellschaft im Jugendwahn behandelt das Denken an den Tod als Tabu.
Was ist ein "auf ewig definierter Prozess" (S. 145)? Schirrmacher behauptet, der Alterungsprozess falle nicht darunter. Definitionen sind Menschenwerk zur Vereinfachung der Kommunikation; von "ewig" kann keine Rede sein. Wenn Schirrmacher damit meint, dass es möglich ist, dass der Alterungsprozess zukünftig aufgehoben werden könne, so sprechen zwei von ihm angegebene Aufsätze dagegen: Williams 1957 (Fußnote 102) und Carnes 2002 (Fußnote 103); zu beiden siehe alter Literatur.
Der Alterungsprozess kann derzeit noch kaum (mit medizinischen Mitteln) aufgehalten werden. Man hofft zukünftig ihn wesentlich zu verzögern oder weit hinaus zu schieben. Die drei Autoren des zuletzt genannten Aufsatzes aus Scientific American bzw. Spektrum der Wissenschaft meinen: "Viele Biologen, die intentiv [sic] über die Ursachen des Alterns forschen, hoffen zwar, tatsächlich einmal auf Mittel und Wege zu stoßen, die den Alterungsprozess hinauszögern. Dadurch würde die Gebrechlichkeit im Alter später einsetzen und eine gute Lebensqualität bliebe länger erhalten. Wer allerdings heute schon behauptet, er hätte dergleichen Produkte parat, der irrt entweder oder er lügt bewusst" (Carnes 2002, S. 68).
Hier zwei erläuterungsbedürftige Sätze aus Schirrmachers Methusalem:
• "Gingen wir mit dem Raum so um wie mit unserer Lebenszeit, würden wir mit Postkutschen reisen" (S. 9). Dieser Satz bleibt mir auch nach vielmaligen Lesen unverständlich.
• "Dann ist die Midlife-Crisis der Beginn einer auslaufenden Produktion" (S. 125). Wann hat man die Midlife-Crisis, wenn die Altersdiskriminierung schon ab 40 Jahre einsetzt? Schirrmacher meint wohl nicht, dass die Midlife-Crisis ausläuft, sondern dass man die nicht mehr haben wird!? Oder meint er, mit dem Einsetzen dieser Krise zählt der Mensch zur auslaufenden Menschengruppe?
Schirrmacher trickst oft oder vermischt unbewußt oder schluddrig
Schirrmacher schreibt von den heute über 70-Jährigen (S. 111), also geboren ca. 1930 und springt dann auf die Generation von 1883 bis 1903 (S. 112). Das ist noch harmlos, wenn auch schluddrig.
Er verweist auf die Debatten über die Kosten der Gesundheit (S. 125): jeder nickt, und Schirrmacher springt auf die Spareffekte beim Sterben (S. 125). Hierzu gibt es aber keine (mir bekannte) Debatten bei uns; selbst die Einschränkung der Altersmedizin ist kein großes Thema: man will mehr Altersstationen in Krankenhäuser und ausserhalb einrichten; man will mehr für Schmerzlinderung tun; Palliativmedizin nimmt an Bedeutung zu.
Der Testslogan aus der JU (siehe Mißfelder unter alter Links und Graw 2003 unter alter Literatur) wurde von vielen Seiten auch aus der CSU zurückgewiesen.
In der Einleitung weist der Autor mit mehreren Angaben darauf hin, dass damit zu rechnen ist, dass die Hälfte der Bevölkerung über 50 Jahre ist (S. 16-17). Hier wird deutlich, dass Schirrmacher noch das verfehlte Ideal der Alterspyramide vor Augen hat. Dabei ist das Rechteck die Struktur des Alteraufbaus, die unseren derzeitigen Vorstellungen am nächsten kommt. Es ist also völlig in Ordnung, dass 50% der Bevölkerung > 50 Jahre sind.
Weitere Beispiele: "Viele Großeltern teilen sich wenige Enkel" (S. 16). Großeltern haben eigene Enkel (sonst sind es keine).
Angeblich haben frühere Generationen die Situation ignoriert (S. 19). Das geht nicht, der Autor selbst macht uns klar, dass es diese Situation vorher noch nie gegeben hat.
Gustav Aschenbach in Thomas Manns Novelle Der Tod in Venedig (alter Rezension) bändelt nicht mit einem jungen Mann an (so Schirrmacher S. 83), sondern mit dem 14-jährigen polnischen Knaben Tadzio.
Die jungen Leute von 1923 wurden geprägt und haben die Welt geprägt von der Inflation bis zur Atombombe (S. 173-74). Da ist Schirrmacher wieder zu ungenau. Diese Leute wurden geprägt. Aber die zwei Weltkriege, Völkermord und Atombombe gehen wesentlich auf das Konto der vor 1900 Geborenen.
Schirrmacher meint, es wird nur noch darum gehen, welche Kosten die älter werdenden Massen verursachen (S. 125). Doch ist eine Studie über Kosteneinsparung in den USA, die sich zum Teil wieder auf Erhebungen in den Niederlanden beruft, (Emanuel 1998) noch lange keine Euthanasie oder auch nur Diskussion der Euthanasie in Deutschland. Da die Alterung in den USA völlig anders verläuft (höhere Geburtenrate; sehr viel mehr Zuwanderer) ist unklar, wie sich die Studie von den USA auf Deutschland übertragen läßt.
Schirrmacher redet von Beweisen, dass die Ideen über das Altern das Altern selbst verändern. Der von ihm genannte Aufsatz (Ryan 1992) zeigt nur, dass die Meinung über die Gedächtnisfähigkeit anderer, einerseits davon abhängt, welches Alter diese haben. Personen unter 25 Jahren wird eine bessere Gedächtnisleistung zugebilligt, als Personen über 70 Jahren. Andrerseits hängt die anderen zugebilligte Gedächtnisleistung davon ab, welche man selbst hat. Leute mit gutem Gedächtnis billigen auch anderen gute Gedächtnisleistung zu.
Schirrmacher stellt sich auf den Standpunkt, der Abbau der Leistungsfähigkeit sei eine Unterstellung (S. 178). Wie schon oben ausgeführt meine ich (und Schirrmacher gesteht es anderer Stelle zu), dass die geistige Leistungsfähigkeit im Alter (ab 60-65) in den meisten Fällen sehr wohl abnimmt.
Formale Mängel
Zu den inhaltlichen und methodischen Mängeln gesellen sich auch noch einige formale. So fehlen oft Quellenangaben oder sie sind ungenau. In einem populärwissenschaftlichen Buch erwartet man nicht immer exakte Zitatverweise, dann sollte man aber konsequent darauf verzichten. Ich nenne nur ein paar zum Beleg.
• Da wird die Zeitschrift Foreign Affairs genannt ohne auch nur das Jahr anzugeben (S. 14).
• Forscher hätten herausgefunden, dass unter 80 Jahre kein wesentlicher Abbau beim Arbeiten stattfindet (S. 101).
• Ein langes Zitat von Andzej Stasiuk bleibt ohne jegliche Quellenangabe (S. 188),
• ähnlich das Zitat von Elias Canetti "Welt in unserem Kopf" (S. 160).
• Die Studie von Lapham und Fulford wird genannt, es folgt ein Zitat und die anschliessende Fussnote 60 verweist auf das Buch von Sigrun-Heide Filipp und Anne-Kathrin Mayer (S. 94; siehe alter Literatur).
Auch der Index ist unvollständig oder falsch. Mir fiel auf: Neil Postman (S. 121 fehlt), Oswald Spengler (S. 130 fehlt), Geoffrey West (S. 131; Schirrmacher nennt 130), Gerhard Roth (S. 132 fehlt), Wolf Singer (S. 132 fehlt), Rembrandt (S. 200 fehlt).
Spiegel-Bestsellerliste
Frank Schirrmacher Das Methusalem-Komplott hielt sich im Jahre 2005 monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste Sachbuch. In der Jahresliste 2005 kam es auf den 11. Platz. Wie wenig seriös die Liste ist zeigt aber der Spitzenplatz 2005: 1. Peter Hahne: Schluss mit lustig. Nach allem was man liest ein wenig fundiertes und kaum zu empfehlendes Buch. Da kann man dann einschätzen, wie "wertvoll" erst Platz 11 im selben Jahr ist.
Der wichtige Themenkomplex zur sich verändernden Altersstruktur in Deutschland hätte eine sorgfältigere Behandlung verdient. So wird man den Eindruck nicht los, dass sich hier jemand mit einem reißerischen Sachbuch ins Gespräch bringen wollte.
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Nachtrag, 13.2.2007
Der Literaturwissenschaftler Stephan Porombka erforscht derzeit die Rolle des populären Sachbuchs im 20. Jahrhundert. Zur Vorgehensweise Schirrmachers meinte er, dass Frank Schirrmacher den US-Sachbuchmarkt genau beobachte. Dann nehme er ein paar US-Sachbücher zur Grundlage einer Übertragung auf deutsche Verhältnisse. SZ, 13.2.2007, S. 14 – Entsprechend zusammengestöpselt ist daher sein Methusalem-Komplott. sachbuchSachbuchforschung
Links
alterÄltester Mensch
alterAltenquotient
alterGenerationenvertrag
alterMethusalem
Philipp Mißfelder: alterMißfelderalterWikipedia
alter Rickens, Christian: Die neuen Spießer. Von der fatalen Sehnsucht nach einer überholten Gesellschaft. Berlin: Ullstein, 2006
alterSozialdarwinismus
alter Evolution
alter Literarisches zum Altern und Lebensabend
Rezensionen
alterThomas Feltes: Das ärgerliche „Sach“-Buch, 2.9.2004
alterGünter Müchler, DLF
alterPerlentaucher
alterAchim Podak, BR
alterBernd Ulrich, DIE ZEIT 29.04.2004 Nr.19
alterDieter Wunderlich 2005
"Der Intellektuelle vom Typus Schirrmacher läuft damit Gefahr, zur tragischen Figur zu werden. Wer alle zwei, drei Jahre ein neues Thema entdeckt, gegen das die Französische Revolution eine Anekdote war, muss ja dauernd die rhetorische Dosis erhöhen. Damit steigt der Preis für den Erfolg. Die Thesen werden immer steiler, der Gestus wird immer wilder",
alterStefan Reinecke, taz, 26.3.2004
Andere Ansichten online
Ein Gegenentwurf zu Schirrmachers "Methusalemhysterie", so Nicholas Strange, * 1947, Unternehmensberater, Dozent für Betriebswirtschaft und Infografik in Moskau: Keine Angst vor Methusalem! Warum wir mit dem Altern unserer Bevölkerung gut leben können, siehe strange Literatur.
SchirrmacherChristian Esch: "Nicholas Strange gibt den Anti-Schirrmacher", Berliner Zeitung 3.7.2006 
"Anti-Schirrmacher", so Rezensentin Sandra Pfister in: strangeDLF, Politische Literatur 28.08.2006
"Nicholas Strange entschleiert den Methusalem-Mythos als ein typisch deutsches, populäres Katastrophenszenario", SchirrmacherVerlag zu Klampen
James W. Vaupel, Direktor am Max- Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock, zieht ein völlig anderes Resümee als Schirrmacher: Das Szenario einer alternden Gesellschaft sollte weder Grund zur Ignoranz noch für Horrorvisionen sein. Vielmehr muss das Bewusstsein dafür geschärft werden, welche Veränderungen die Zukunft bringt. Denn nur so lässt sich angemessen reagieren – etwa mit einer gleichmäßigeren Verteilung der Arbeit über den Lebenslauf.
SchirrmacherJames W. Vaupel: "Dem Alter eine neue Zukunft geben", MaxPlanckForschung 2/2006, S. 14-18.
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Literatur
Böckenförde, Ernst-Wolfgang: "Die Würde des Menschen war unantastbar". Frankfurter Allgemeine Zeitung 3. September 2003. S. 33-35
Carnes, Bruce A., Leonard Hayflick, S. Jay Olshansky: "Die Mär vom Jungbrunnen. Namhafte amerikanische Wissenschaftler warnen vor den Angeboten der boomenden Anti-Aging-Industrie". Spektrum der Wissenschaft (2002): S. 68ff.
Emanuel, Ezekiel J., Margaret P. Battin: "What Are the Potential Cost Savings from Legalizing Physician- Assisted Suicide?". New England Journal of Medicine 339 (1998). S. 167-172.
Graw, Ansgar: "Philipp Mißfelder und der Egoismus der Generation Smart". Die Welt 6. Aug 2003
Martens, Andy, Jamie L. Goldenberg, Jeff Greenberg: "A Terror Management Perspective on Ageism". Journal of Social Issues 61.2 (2005). S. 223-239.
Richeson, Jennifer A., J. Nicole Shelton: "A Social Psychological Perspective on the Stigmatization of Older Adults". In: Laura L. Carstensen, Christine R. Hartel, Hg.: When I'm 64. Washington, D.C., 2006. S. 174-208. Verfügbar unter alterA Social Psychological Perspective on the Stigmatization of Older Adults
Ryan E. B.: "Beliefs About Memory Changes Across the Adult Life Span". Journal of Gerontology: Psychological Science 47.1 (1992). S. 41-46.
Trimondi, Victor, Victoria Trimondi: Krieg der Religionen; siehe alter Rezension.
Williams, George C. : "Pleiotropy, Natural Selection, and the Evolution of Senescene." Evolution 11 (1957): S. 398-411.
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alter SchirrmacherFrank Schirrmacher: Das Methusalem-Komplott. München: Heyne, 2005. Broschiert, 224 Seiten alter
Frank Schirrmacher: Das Methusalem-Komplott. München: Blessing, 2006. Broschiert: 219 Seiten Schirrmacher
Filipp SchirrmacherFilipp, Sigrun-Heide, Anne-Kathrin Mayer: Bilder des Alters : Altersstereotype und die Beziehungen zwischen den Generationen. Stuttgart: Kohlhammer, 1999. Broschiert, 331 Seiten hondrich
Karl Otto Hondrich: Weniger sind mehr. Warum der Geburtenrückgang ein Glücksfall für unsere Gesellschaft ist. Frankfurt: Campus, 2007. Gebunden, 280 Seiten hondrich
  Samuel Huntington: Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert [The Clash of Civilizations] München: Goldmann, 2002. Broschiert: 581 Seiten Holger, Fließbach, Übs. Huntington Huntington
Rampe Rampe Micheline Rampe: Jeder will es werden, keiner will es sein. Alter als Herausforderung. A1, 2006.Gebunden, 214 Seiten Schimany
Peter Schimany: Die Alterung der Gesellschaft. Ursachen und Folgen des demographischen Umbruchs. Campus 2003. Broschiert, 524 Seiten Schimany
strange Kursbuch Nicholas Strange: Keine Angst vor Methusalem! Warum wir mit dem Altern unserer Bevölkerung gut leben können. Springe: zu Klampen, 2006. 137 Seiten  
Kursbuch   Kursbuch Karl Markus Michel, Tilman Spengler, Hg.: Verschwörungstheorien. Kursbuch, Heft 124. Berlin: Rowohlt, 2002. Broschiert: 205 Seiten Schirrmacher
Frank Schirrmacher: Minimum. Vom Vergehen und Neuentstehen unserer Gemeinschaft. München: Blessing, 2006. Gebunden, 192 Seiten alter
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