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Raubzug
Matthias Weik, Marc Friedrich: Der größte Raubzug der Geschichte: Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden
Marburg: Tectum, 2013. 3., durchgesehene Auflage. Broschiert, 381 Seiten – Raubzug LinksRaubzug Literatur
Die Finanzkrisen der letzten Jahrzehnte (beginnend vielleicht mit der Dotcom-Blase im März 2000) und das kapitalistische Finanzsystem betreffen jeden. Der Titel des Werks der Betriebswirtschaftler Matthias Weik und Marc Friedrich spricht daher alle an. Die Autoren gehen von der einfachen Frage aus: Was ist Geld? und führen dann chronologisch durch die Finanzkrise, im Wesentlichen seit 1998.
Dabei werden viele Fakten zusammengetragen (z. B. eine gute, wenn auch knappe tabellarische Übersicht der betroffenen deutschen Banken, S.77) und ausgiebig aus den Medien zitiert. Das entstehende tagebuchartige Kompendium ist sehenswert.
Die Schuldigen werden mehrfach pauschalierend genannt: die Banker und Politiker. Warum sich nichts ändern wird, wissen die Autoren ebenfalls: weil die Politik und Finanzwelt verzahnt ist (S. 304ff). Die Lobbyhörigkeit der Politk grenzt an Korruptheit und wird zurecht angeprangert.
Nicht ganz nachvollziehbar ist die These, dass die US-Finanzwelt alles den doofen deutschen Banken aufhalste und die prompt darauf hereinfielen. Im Endeffekt zahlt die Zeche der Weltfinanzkrise – überspitzt formuliert – der deutsche Steuerzahler.
Das ist zwar alles flott und unterhaltsam geschrieben, doch ich wunderte mich: wer sind jetzt die Reichen, die auf meine Kosten (ich bin fleißig) reicher werden (Untertitel)? Diese Frage fand ich nicht beantwortet.
Im letzten Kapitel werden dann diverse Kapitalanlagen beurteilt. Am Rande steht „Werden Sie aktiv” (S. 333). Aber abgesehen von der folgenden Randnotiz „Abschied von Papierwerten” (S. 333) las ich wenig Verbindliches. Sachwerte sind Aktien, Gold und andere Rohstoffe, Immobilien, Gemälde und auch Nahrung. Eine Seite weiter folgt noch: „Bitte stecken Sie nach dem Lesen dieses Buches nicht den Kopf in den Sand” (S. 334). Genauer werden die Autoren aber nicht.
Da sich aber eh nichts ändern wird (Befund der Autoren, 42. Kapitel) kann man auch den Kopf in den Sand stecken oder bei der Party mitfeiern, solange es geht.
Gute chronologische Faktenzusammenstellung mit Grafiken und Karikaturen, doch zu pauschal um hilfreich zu sein. Insbesondere bleibt unklar wie man die zweifellos vorhandene gigantische Schere zwischen den Absahnern und den Werktätigen (Untertitel) verringern kann.
Links
RaubzugMatthias Weik, Marc Friedrich: Der größte Raubzug der Geschichte: Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden @Tectum Verlag
RaubzugBlog zu Der größte Raubzug der Geschichte @Tectum Verlag
RaubzugDer größte Raubzug der Geschichte - warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden @Wikipedia
RaubzugMatthias Weik, Marc Friedrich: Der größte Raubzug der Geschichte: Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden @Perlentaucher
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Weik RaubzugMatthias Weik, Marc Friedrich: Der größte Raubzug der Geschichte: Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden. Marburg: Tectum, 2013. 3., durchgesehene Auflage. Broschiert, 381 Seiten Weik
Matthias Weik, Marc Friedrich: Der größte Raubzug der Geschichte: Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden. Bastei Lübbe, 2014. Taschenbuch,  384 Seiten
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