| Josef Kurz: "Aber Du warst doch Soldat!"
War ich nicht auch ein Christ? Briefe, Tagebuchaufzeichnungen und Reflexionen des Soldaten Sepp K. Linz: Wagner, 2003. 149 Seiten Buch Biografie Links |
![]() © Josef Kurz; mit freundlicher Genehmigung. Nach fast sechzig Jahre kann Josef Kurz gut lachen |
Aufzeichnung aus dem Zweiten Weltkrieg
gibt es zuhauf. Auch Erinnerungen von Soldaten der Wehrmacht. In den Briefen
und Tagebuchauszügen von Sepp Kurz kann der Leser den langen Weg eines
Schülers aus dem Arbeitermilieu (der Vater war Bierführer beim
Löwenbräu in München), aus deiner gläubigen, katholischen
Familie in die Wehrmacht und zum Zweifel nachvollziehen. Josef Kurz wurde nach
dem Abitur im Juni 1942 zuerst zum Reichsarbeitsdienst, dann zum
Reichswehrdienst eingezogen und mußte dann für den Führer den
Kopf hinhalten. Die Briefe, Tagebuchaufzeichnungen und Reflexionen kommen alle glaubwürdig beim Leser an. |
Die Frage: wie konnten da Millionen
Deutsche "verführt" werden, wurde mir im Laufe des Buches beantwortet. Die
Authenzität gewinnt das Buch durch verschiedene Umstände. Hier
berichtet kein Held, kein heimlicher Saboteur oder Judenhelfer ("einige meiner
besten Bekannten waren Juden"), schon gar kein Widerstandskämpfer. Josef
Kurz hatte trotz aller Kriegstragödien sogar "Glück"
(S. 121). Schwejkiaden (
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| Biografie Josef Kurz, * August 1924 München. Er stammt aus einfachen Verhältnisse. Das Elternhaus war gläubig katholisch, stand dem Nationalsozialismus fern, der Vater arbeitete für eine Brauerei und war gewerkschaftlich interessiert. Bis 1938 wurde den Kindern nicht erlaubt, in die Hitler-Jugend einzutreten. Gleichwohl wurde Josef Kurz in der Schule vom deutsch-nationalen Zeitgeist geprägt. Juni 1942 Notabitur, anschließend Reichsarbeitsdienst Oktober 1942 als Soldat zur Infanterie. Er glaubte zunächst, wie die meisten, an einen Sieg Deutschlands. Den Krieg verbrachte er abwechselnd als Infanteriesoldat an der vordersten Ostfront oder im Lazarett. Er nahm am "Unternehmen Zitadelle" teil, das am 4. Juli 1943 im Raum Kursk und Orel begann. Josef Kurz war als Kompanie-Melder eingesetzt und sollte den Rückzugsbefehl nach vorne bringen. Dabei wurde er schwer verwundet. Nach 1943 verschwand dann jeglicher Glaube an den Sieg. Er kam zu Fronteinsätzen nach Russland, Rumänien, Ungarn und die Slowakei. Im Dezember 1944 war er "moralisch am Tiefpunkt". Die Kälte und die Tatsache, dass zwei Kameraden direkt neben ihm von Granaten getötet wurden, machten ihm schwer zu schaffen. Seine Familie in München wurde ausgebombt. Doch er hatte es geschafft, nicht den "Heldentod" zu sterben. Im März 1945 wurde Josef Kurz krank: der Krieg war für ihn zu Ende. Erst nach dem Krieg wurde ihm deutlich, was sich hinter der Front unter einem des verbrecherischen Regime abgespielt hatte. Erst jetzt erfuhr er von Auschwitz. Studium der Geschichte, Germanistik und Sozialwissenschaften; Promotion. Lehrer und später Schuldirektor in München. Als einer der ersten besuchte er mit Schulklassen das Konzentrationslager Dachau, auch gegen den Protest vieler Eltern. Es sei ihm erst viel später klar geworden, dass der Holocaust und die Kriegsführung eng miteinander verknüpft waren. |
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| Links Vergleiche |
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Josef Kurz: "Aber Du warst doch Soldat!" War ich nicht auch ein Christ? Briefe, Tagebuchaufzeichnungen und Reflexionen des Soldaten Sepp K. Linz: Wagner, 2003. 149 Seiten ist beim Autor selbst erhältlich. Rufen Sie ihn an: 089 7144475 |