| Hans Dieter Schäfer: Das
gespaltene Bewußtsein. Über deutsche Kultur und Lebenswirklichkeit
1933 bis 1945 München: Hanser, 1981. Broschiert, 254 Seiten Verwandte Literatur |
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Dieser Sammelbände enthält
früher erschienene Aufsätze des Autors und Originalbeiträge
für diesen Band, siehe Inhalt. Die für mich
wichtigsten Thesen und Erkenntnisse:
Die nach 1945 prominent gebliebenen Autoren verschleierten ihre Veröffentlichungen in den zwölf Jahren und führten verbale Entgleisungen auf die Zensur zurück. Schäfer legt gerade Wert auf die Autoren, die nach 1945 bekannt und führend wurden, aber schon während des Dritten Reiches fast ungestört veröffentlichen durften. Wer seine Arbeiten im Dritten Reich nicht direkt verleugnete, der verniedlichte sie zumindest. Dabei nennt Schäfer zahlreiche Autoren der Nachkriegsära, von denen Werke bereits vor 1945 erschienen sind (Alfred Andersch, Wolfgang Borchert, Günter Eich, Max Frisch, Franz Fühmann, gerd Gaiser, Peter Huchel, Marie Luise Kaschnitz, Wolfgang Koeppen, Karl Krolow, Hans Erich Nossack, Luise Rinser, Wolfgang Weyrauch, u.v.a.). Die Gründe für das Herunterspielen der eigenen Publikationen und die Übertreibung der Zensurschwierigkeiten sind (S. 67):
Eine zweite Frage ist, warum soviele Autoren, obwohl sie dem Nationalsozialismus ferne standen, Themen der Nazis (Blut, Boden, Mythen, Kampf ) auch in ihren Werken aufgriffen. Nach den wilden Zwanzigern suchten viele Autoren wieder Bodenhaftung zu erlangen. Einige verlangten "ein meditatives Eingehen auf die Zeichen der Natur" (Günter Eich, Peter Huchel, Horst Lange; S. 58). Der Nationalsozialismus verstärkte eh schon um 1930 vorhandene traditionalistische Tendenzen (S. 62). Im Beitrag "Das gespaltene Bewußtsein. Über die Lebenswirklichkeit in Deutschland 1933-1945" geht Schäfer auch auf die Verhältnisse in der Musik, Schwerpunkt Swing, ein. Viele Schelllack-Platten mit Jazz waren bis in den Krieg hinein erhältlich. Mitschnitte vom BBC gab es illegal vor allem an Gymnasien. Die Aufsätze korrigierten mein Bild von der Situation der Kulturschaffenden unter den Nazis. Erst zusammen mit verwandten Büchern ergeben sie ein umfangreicheres Bild. Horst Dieter Schäfer bringt zahlreiche Beispielse zur Belegung seiner Thesen. Manchmal vermißte ich den roten Faden, besonders im ersten längeren Aufsatz. Ein s/w Bildteil rundet das Buch ab. |
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| Ergänzung Die These, daß die harte "Stunde Null" für 1945 auf literarischem Gebiet eine Mystifikation ist, war für mich bei der Lektüre von Das gespaltene Bewußtsein neu. Sie war allerdings nicht mal beim Erscheinen von Das gespaltene Bewußtsein 1981 neu (vielleicht war das eine Neuauflage?).
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Auflagen in den 1940-ern (S. 111)
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| Inhalt Die nichtnationalsozialistische Literatur der jungen Generation im Dritten Reich (neue Fassung eines Aufsatzes von 1976) Zur Periodisierung der deutschen Literatur seit 1930 (neue Fassung eines Aufsatzes von 1977) Horst Langes Tagebücher aus dem Zweiten Weltkrieg Oskar Loerke: Winterliches Vogelfüttern Johannes R. Becher im Exil Nationalsozialistische Gebrauchsformen Das gespaltene Bewußtsein. Über die Lebenswirklichkeit in Deutschland 1933-1945 Bildteil |
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| Verwandte Literatur |
| Derzeit (11/2004) nur antiquarisch | |
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