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Diktat
DTN-Redaktion: Vom Münchner Diktat zur Nachkriegsordnung
Geschichte und ihre Instrumentalisierung in der aktuellen deutschen Politik

Hamburg: GNN, 2004. DTN-Dossier Nr. 5, Dezember 2004. 164 Seiten – dekrete Linksdekrete Literatur
Im Mai 2004 fand eine Tagung über das Münchner Abkommen (Münchner Diktat von 1938) bis zum Potsdamer Abkommen 1945 und den "Beneš-Dekreten" statt. Der Band Vom Münchner Diktat zur Nachkriegsordnung sammelt einige Beiträge der Tagung.
Inhalt
Tobias Ebbrecht: Die große Zerstreuung: Heimat TV im deutschen Geschichtsfernsehen
Florian Weis: "Germans may have to face the choice between migration and massacre" – Die britische Haltung zum Münchner Abkommen, zu Grenzziehung und Umsiedlung
Jana Mikota: Das Verhältnis von Deutschen und Tschechen im Grenzgebiet der 1930er Jahre
Velten Schäfer: Von der "Volksgeschichte" zum Spatial Turn" – Umrisse der NS-Tabus in der (west)deutschen Historikerschaft nach 1945
Florian Beck: Realpolitik und Hybris
Steffen Bockhahn: Die Beneš-Dekrete im Jahr 2004 – Stolperstein Tschechiens auf dem Weg in die EU?
Jörg Kronauer: Die Revision der nachkriegsordnung in den Strategien des deutschen Revanchismus
Juliane Gilles: Die Wertung des "Münchner Abkommens" im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess
Bericht von der Eröffnungsveranstaltung
Nachwort der DTN-Redaktion
Ausgelöst durch den Zusammenbruch der DDR und die Aufnahme osteuropäischer Länder in die EU bekamen deutsche Revisionisten wieder Oberwasser. Eine neue Debatte über die Beneš-Dekrete und ein Vertreibungsdenkmal (wobei die Funktionäre hauptsächlich an die Vertreibung der Deutschen denken, nicht an die derzeitige Vertreibung von Ausländer aus Deutschland; siehe dekrete Ausländer in Deutschland, Schwerpunkt Bayern usw.) entstand. Im Sammelband kann man dazu wertvolle Fakten finden. Ich las einige für mich sehr informative Beiträge.
Velten Schäfer drehte den Spiess geschickt um. Man sagt den Osteuropäern (und sogar dem Nachkriegsdeutschland) seitens konservativer Kreise gerne eine Tabuisierung von Flucht und Vertreibung nach. Schäfer fragt nach dem Schweigen der Historiker im Dritten Reich. Die Tabuisierung proklamierte sogar Günter Grass. Ich meine, es diente der Verkaufsförderung seiner Erzählung Im Krebsgang. Ich zeige an anderer Stelle (dekrete Rezension), dass der behauptete Tabubruch keiner war.
Eine weitere Behauptung (beispielsweise von dekrete Ingo Friedrich, CSU), dass zu den Beneš-Dekreten nie ein "Signal" aus Prag kam, wird im Beitrag von Steffen Bockhahn als falsch zurückgewiesen. Die Tschechische Republik erklärte ihr Bedauern über die durch Vertreibung, Enteignung und Staatsbürgerschaftsdekrete entstandende Unrecht (S. 110). Die unterstellte Kollektivschuld der Sudetendeutschen wird widerrufen (S. 111).
Sehr empfehlenswert, da man ansonsten in den deutschen Medien nur die Landsmannschaften und die diese finanzierenden Politiker hört und liest. Für manche Beiträge ist Hintergrundwissen ist erforderlich, das man sich via den dekrete Links oder der dekrete Literatur aneignen kann.
dekrete Anfang
Links
dekrete Wolfgang Benz: Ausgrenzung, Vertreibung, Völkermord. Genozid im 20. Jahrhundert
heimat Micha Brumlik: Wer Sturm sät. Die Vertreibung der Deutschen
benesKonferenz: Vom Münchner Diktat zur Nachkriegsordnung. Geschichte und ihre Instrumentalisierung in der aktuellen deutschen Politik. Historische Fachtagung des Kurt Eisner Vereins für politische Bildung in Zusammenarbeit mit der Rosa Luxemburg Stiftung und der Redaktion der Deutsch-Tschechischen-Nachrichten 6. - 8. Mai 2004 im EineWeltHaus, München
benesDokumentation: Vom Münchner Diktat zur Nachkriegsordnung
benesPodiumsdiskussion: Zusammenfassung
benesLuise Rauschmayer: Die Ursachen benennen, junge Welt, 11.05.2004
benesWerner Röhr: In Todfeindschaft, junge Welt, 26.07.2005
benesFlorian Beck, Autor im Sammelband
benesAK Kritische Geschichte
benesBohemistik
benesDeutsch-Tschechische Nachrichten
Flucht Literatur zur Geschichte, Flucht, Vertreibung und Versöhnung der Sudetendeutschen
dekrete Literatur zu Vertreibung, Genozid etc.
dekrete Revisionismus
heimat Conrad Taler: Verstaubte Kulisse Heimat. Über die Kausalität von Krieg und Vertreibung
dekrete "Vertreibungen sind und bleiben Unrecht, das aufgearbeitet und für immer geächtet werden muss."
dekrete Zentrum gegen Vertreibungen
Literatur
  • Vom Münchner Diktat zur Nachkriegsordnung. Geschichte und ihre Instrumentalisierung in der aktuellen deutschen Politik . Hamburg: GNN, 2004. DTN-Dossier Nr. 5, Dezember 2004; bestellbar über: GNN-Verlag Neuer Kamp 25 20359 Hamburg Tel.: 040/43188820 Fax: 040/43188821
  • Ulrich Grochtmann: München 1938/ März 1939. Hintergründe, Ereignisse, Folgen: Ereignisse und Entwicklungen vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein Beitrag zum Thema „Deutsche und Tschechen im 20. Jahrhundert“ . AstA der Geschwister-Scholl-Universität München, Hg. München 2004. 311 S.
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Beyerl benesBeppo Beyerl: Die Beneš-Dekrete. Promedia, 2002. Broschiert Spaeter
Erich Später: Kein Frieden mit Tschechien. Die Sudetendeutschen und ihre Landsmannschaft. Hamburg: Konkret, 2005. Broschiert,. 168 Seiten benes
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