Pitt, William Rivers, Scott Ritter: Krieg gegen den Irak.
Was die Bush-Regierung verschweigt Köln:
Kiepenheuer & Witsch, 2003. 106 Seiten. Bernhard Jendircke, Rita
Seuß, Robert A. Weiß, Übs. |
Scott Ritter vertritt und
begründet in diesem Buch einige kühne Thesen, die man (zumindest ich)
zwar gerüchteweise schon las, so klar ausgesprochen aber selten.
- Aus Angst vor der Sowjetunion (Iran, Afghanistan) begann die
US Regierung unter Ronald Reagan, den Irak
aufzurüsten und aktiv zu unterstützen (S. 30).
- Im 1. Golfkrieg vertrieb George W.
Bush senior zwar Saddam Hussein
aus Kuwait, sorgte aber dafür, daß der Diktator an der Macht blieb
(S. 35).
- 1998 waren die Infrastruktur und Waffenanlagen des Iraks
hundertprozentig zerstört (S. 43).
- Der Verdacht einer Verbindung Saddams zu Al-Kaida ist lächerlich. Saddam bekämpft
im Gegenteil die islamischen Fundamentalisten; Osama
bin Laden sieht in Saddam Hussein einen Erzfeind (S. 67-68).
- Die USA könnten vom Irak alles Öl bekommen, was sie
wollen (S. 92). Es geht jedoch um macht- und geopolitische Kalküle.
Dies sind nur einige Thesen und Hintergründe, die Scott
Ritter überzeugend kundtut. Er fordert eine Aufhebung des inhumanen
Embargos gegenüber dem Irak. Die Lektüre ist sehr empfehlenswert, auch nach einem eventuellen
Krieg im Nahen Osten. |
Skeptische
Lektüre ist immer angebracht, Mißtrauen ist gar im politischen
Bereich unerlässlich, umso mehr, wenn es um Krieg geht. Trotz allem
schenke ich dem Autor Scott Ritter einiges Vertrauen. Er arbeitete als
UN-Waffeninspektor von 1991 bis 1998 im Irak. Er ist Mitglied der Republikaner
(USA!) und unterstützte Bush bis zu seiner zweifelhaften Wahl (siehe Michael
Moore. Stupid White Men), hat also keinen Grund
vorsätzlich Krampf zu erzählen oder gar zu lügen.
Krieg mit dem Irak
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