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 Gottlob Frege

Gottlob Frege. Über Begriff und Gegenstand

Fussnoten

(1) Er ist nämlich Bedeutung eines grammatischen Prädikats.

(2) Ich brauche das Wort "gleich" und das Zeichen "=" in dem Sinne von "dasselbe wie", "nichts anderes als", "identisch mit". Man vgl. E. Schröders Vorlesungen über die Algebra der Logik (Leipzig 1890) 1.Bd. § 1, wo jedoch zu tadeln ist, daß zwischen den beiden grundverschiedenen Beziehungen des Fallens eines Gegenstandes unter einen Begriff und der Unterordnung eines Begriffes unter einen Begriff nicht unterschieden wird. Auch geben die Bemerkungen über die Vollwurzel zu Bedenken Veranlassung. Das Zeichen -C- bei Schröder vertritt nicht einfach die Kopula.

(3) Vgl. meine Grundlagen § 66 Anm.

(4) Vgl. meine Grundlagen § 51.

(5) Man vgl. meinen Aufsatz über Sinn und Bedeutung, der demnächst in der Zeitschrift f. Phil. u. phil. Kritik erscheinen wird.

(6) Grundlagen § 51, § 66 Anm., § 68 Anm. S. 80.

(7) Man ist jetzt, wie es scheint, geneigt, die Tragweite des Satzes zu übertreiben, daß verschiedene sprachliche Ausdrücke niemals vollkommen gleichwertig seien und daß ein Wort nie genau in einer anderen Sprache wiedergegeben werde. Man könnte vielleicht noch weiter gehen und sagen, nicht einmal dasselbe Wort werde von Menschen einer Sprache ganz gleich aufgefaßt. Wieviel Wahrheit in diesen Sätzen ist, will ich nicht untersuchen, sondern nur betonen, daß dennoch nicht selten in verschiedenen Ausdrücken etwas Gemeinsames liegt, was ich den Sinn und bei Sätzen im besonderen den Gedanken nenne; mit anderen Worten: es darf nicht verkannt werden, daß man denselben Sinn, denselben Gedanken verschieden ausdrücken kann, wobei denn also die Verschiedenheit nicht eine solche des Sinnes, sondern nur eine der Auffassung, Beleuchtung, Färbung des Sinnes ist und für die Logik nicht in Betracht kommt. Es ist möglich, daß ein Satz nicht mehr und nicht weniger Auskunft als ein anderer gibt; und trotz aller Mannigfaltigkeit der Sprachen hat die Menschheit einen gemeinsamen Schatz von Gedanken. Wenn man jede Umformung des Ausdrucks verbieten wollte unter dem Vorgeben, daß damit auch der Inhalt verändert werde, so würde die Logik geradezu gelähmt; denn ihre Aufgabe ist nicht wohl lösbar, ohne daß man sich bemüht, den Gedanken in seinen mannigfachen Einkleidungen wiederzuerkennen. Auch jede Definition wäre als falsch zu verwerfen.

(8) Ähnliches kommt vor, wenn wir mit Beziehung auf den Satz "diese Rose ist rot" sagen: das grammatische Prädikat "ist rot" gehört zum Subjekt "diese Rose". Hier sind die Worte "das grammatische Prädikat 'ist rot' " nicht grammatisches Prädikat, sondern Subjekt. Gerade dadurch, daß wir es ausdrücklich Prädikat nennen, rauben wir ihm diese Eigenschaft.

(9) Vgl. meine Grundlagen S. X.

(10) Eigennamen nenne ich jedes Zeichen für einen Gegenstand.

(11) Was ich hier prädikative Natur des Begriffes nenne, ist nur ein besonderer Fall der Ergänzungsbedürftigkeit oder Ungesättigtheit, die ich in meiner Schrift Funktion und Begriff (Jena 1891) als wesentlich für die Funktion angegeben habe. Dort ließ sich der Ausdruck "die Funktion f(x)" nicht wohl vermeiden, obwohl auch dort die Härte entstand, daß die Bedeutung dieser Worte keine Funktion ist.

(12) Vgl. meinen Aufsatz über Sinn und Bedeutung in der Zeitschrift f. Phil. u. phil. Kritik.

(13) Grundlagen § 46.

(14) Grundlagen § 53.

(15) Ich habe in meinen Grundlagen einen solchen Begriff zweiter Ordnung und in meiner Schrift "Funktion und Begriff" zweiter Stufe genannt, was ich auch hier tun will.

(16) Man vgl. meinen oben angeführten Aufsatz über Sinn und Bedeutung.


Gottlob Frege
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