| Michael Moore. Stupid White Men ... and Other Sorry Excuses
for the State of the Nation! London: Penguin, 2002. Taschenbuch, 333 Seiten |
| Hurra! Die Weißen
(whiteys) sind der Abschaum ("Clearly, it does not take much digging to
find stupid white men in the U.S.", S. xx) und George
W. Bush ("Let me be blunt: I'm afraid you may be a threat to our
national security", S. 37) und seine Mannen dessen Krönung. Michael Moore
stampft in Stupid White Men uns (ich bin ein whitey) in den
Boden, unseren Rassismus, die Kapitalismusverfallenheit und fast alle US
Präsidenten bei Ronald Reagan
angefangen bis zum Erztrottel George W. Bush kommen gleich mit in die
Abfalltonne. Michael Moore hält seine witzige unbekümmerte Art durch. Er lockert auf mit Tabellen um seinen Thesen zu belegen oder einem offenen Brief an George W. Bush, wobei "offen" als "wirklich offen" zu verstehen ist. Sicher ist das polemisch, teils unter der Gürtellinie, doch immer begründet, nie ist es Kritik ohne Substanz. Moore rechnet vor, was es kosten würde, die Milliarden Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika mit sauberem Trinkwasser zu versorgen: mindestens 25 Prozent des US-Star Wars-Programms (S.168). Es geht zwar nicht, wie der deutsche Titel vermuten lässt, nur um Bush und seinen Clan, doch man muß sich schon für US-Politik und die Kultur der USA interessieren um das Buch mit Vergnügen und Gewinn zu lesen. Vieles ist andrerseits ohne Veränderung auf deutsche Verhältnisse übertragbar, so wenn Moore meint, Politiker könnten nicht zwei Sätze aussprechen ohne zu lügen (S.242; Die Verbreitung des Buches wäre selbst im meinungsfreien Amerika fast verhindert worden (neues Vorwort von M.M. berichtet darüber). Nachdem schon 50.000 gedruckte Exemplare auf Halde lagen kam der 11. September 2001 und der Verlag sagte ab ... In Deutschland wäre diese Kritik natürlich überhaupt nicht möglich ( Mit der Einschränkung, daß vieles US Interna betrifft, amüsant und hinröffnend zu lesen. |