Bobby Fischer: My 60 Memorable
Games Selected and fully annotated by Bobby
Fischer with Introductions to the games by International Grandmaster Larry
Evans. New York: Simon and Schuster, 1969. Taschenbuch, 384 Seiten
Links
Literatur |
| Ein Klassiker
der Schachliteratur. Wenn man das beste Dutzend an
Schachbüchern auswählt, ist dieses dabei. Robert J. Fischer hat
wenige Jahre vorm Erringen der Schachweltmeisterschaft 1972 die
60 merkwürdigsten (im ursprünglichen Wortsinne) Partien seiner
Laufbahn zusammengefasst. |
| Darunter sind drei Verlustpartien
gegen Michail Tal (1936
1992), Boris Spassky (* 1937) und Efim Geller (1925 1998) und etliche
Remisen. Auch fünf deutschsprachige Gegner sind vertreten: 2 Gewinne
Fischers gegen den deutschen GM Wolfgang
Unzicker (1925 2006), eine gegen GM Klaus Darga (* 1934), ein Gewinn gegen den
österreichischen GM Karl Robatsch
(1929 2000) und die sagenhafte (Fischer stand auf Verlust) Remispartie
des Schweizers FM Edgar Walther (* 1930)
von der SG Zürich, beim Jubiläumsturnier zum 150-jährigen
Bestehen des Vereins in Zürich 1959. Fischers Kommentierung der eigenen
Partien ist immer lehrreich und oft mit einem knallharten Schuss Humor. |
| Lehrreich |
| Die Kommentare sind so vorzüglich,
weil sie für jede Spielstärke etwas bereithalten. Es sind
grundsätzliche Anmerkungen dabei à la Siegbert Tarrasch (1862 1934, den Fischer
offensichtlich genau studiert hat; er zitiert dessen Merksätze gerne;
Tarraschs Lehrbuch Das Schachspiel ist auch heute noch empfehlenswert;
Tarraschs Die moderne Schachpartie würde ich ebenfalls auf die
Liste des besten Dutzend Schachbücher setzen) oder ganz knappe Bemerkugnen
wie toward the center (S. 244). Fischers Vorliebe fürs
Läuferpaar sticht durch (so z. B. S. 294). |
| Humorvoll |
| Berühmt ist Fischers Kommentierung
von 1. e4 in Fischer Stein, Sousse 1967: I have never opened with
the QPon principle (S. 371). Oder im Mittelspiel seiner
Verluststellung gegen Edgar Walther: Any resemblance to chess is purely
coincidental (S. 65). Beherzt markiert er Fehlzüge schon mal als
lemon (Brooklyner Slang für Rohrkrepierer oder Schnapszug), so
den 13. Zug in Szabo Fischer, Leipzig 1960 (S. 143), den 8. Zug in Keres
Fischer, Curacao 1962 (S. 226) und einen Verweis auf seinen 24. Zug
gegen Tal (S. 267). |
| Fischers Kampfgeist ist immer zu
erkennen, so wenn er auf Gewinn spielte und eine solide Variante ausschlug,
weil er den Gegner im Mittelspiel zerbersten wollte (S. 139). Er ist auch
selbstkritisch. In seiner Verlustpartie mit Tal kommentiert er seinen 32. Zug
mit Creating losing chances (S. 121). |
| Was Elvis Presley
für die Popmusik war, stellt Robert J. Fischer etwa zur selben Zeit
für das Schach dar: ein heiß laufender Motor, der das westliche
Schach wachrüttelte. Die 60 Partien sind, mit einigen aus dem WM Kampf in
Island 1972, Perlen der gesamten Schachliteratur. Wenn es irgendwo stimmt, hier
auf alle Fälle: keine seriöse Schachbibliothek kommt ohne diese
Partiensammlung aus. |
Anfang |
| Links |
Robert James Bobby Fischer (* 9. März 1943 in
Chicago; 17. Januar 2008 in Reykjavík, Island) |
Besprechungen und Empfehlungen von
Schachbüchern |
Rezensionen anderer Sachbücher |
| Literatur |