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Khmelnitsky
Igor Khmelnitsky:
Chess Exam and Training Guide: Tactics. Rate yourself and learn how to improve

King of Prussia: IamCoach, 2007. Taschenbuch, 207 Seiten – Khmelnitsky LinksKhmelnitsky Literatur
Igor Khmelnitsky legt hier seinen zweiten Chess Exam and Training Guide vor. Er sollte nicht mit dem ersten gleichen Titels (aber ohne Zusatz: Tactics) verwechselt werden. (Unter Khmelnitsky Literatur findet man beide Werke.)
Nach einer kurzen Einleitung gibt Khmeltnitsky 60 Diagramme, zu denen er jeweils zwei Fragen stellt. Die Antwort zu jeder der 120 Fragen kann man aus 4 möglichen wählen.
Die Diagrammauswahl ist originell: ich kannte nur ganz wenige Stellungen. Die Fragen und Antworten sind immer angemessen und motivieren sich mit der Stellung intensiv auseinander zu setzen. Diagramm und Fragestellung belegen jeweils eine ungerade Seite, auf der nächsten folgt die ausführliche Lösung. Sie präsentiert nicht nur die Lösungsvariante sondern diskutiert auch mögliche Irrwege; für manche nicht ganz abwegige Falschlösung gibt es Trostpunkte.
Die erzielten Punkte kann man auswerten: im Buch sind dazu Tabellen (wer nicht hineinschreiben will kopiert die Auswertungstabellen oder holt sie am Webauftritt des Autors). Da Khmelnitsky sorgfältig berücksichtigt, dass jedes Diagramm mehrere Kombinationsmotive vereinigt ist die Auswertung etwas aufwändig. Man profitiert sicher auch wenn man auf die Auswertung verzichtet. Doch man verzichtet dann auch darauf, dass man sein Kombinationsvermögen Elo-mässig einschätzt und eventuell sogar Hinweis auf bestimmte Kombinationsschwächen erhält.
Dazu gleich mehr in meinen Anmerkungen zu einer Besprechung von Schachfreund Frank Roeberg.
Die Auswertung ist feingliedrig nach Kombinationsmotiven und ergibt insgesamt eine Elo-mäßige Einschätzung des Lernenden. Ich glaube, beides ist hilfreich und motivierend.
Schachfreund Frank Roeberg bespricht Chess Exam and Training Guide: Tactics im Rahmen einer Sammelbesprechung für die KARL Kolumne.
Sammelbesprechung zu
I. Chess Exam and Training Guide: Tactics von Igor Khmelnitsky und Iam Coach
II. Verbessern Sie Ihre Variantenberechnung im Schach von Jacob Aagard
III. Perfect your chess von Andrei Volokitin und Vladimir Grabinsky
Frank Roeberg bespricht also drei Kombinationswerke. Zu dem hier besprochenen Chess Exam and Training Guide: Tactics (es ist nur von Igor Khmelnitsky, Iam Coach ist der Verlagsname) meint Roeberg,
  • dass Khmelnitsky die Signifikanz seiner Ergebnisse überschätzt
und Roeberg zweifelt,
  • dass es spielerspezifische Schwächen in bestimmten taktischen Motiven gibt.
Beide Einwände sind insofern berechtigt, als man die aufwändige Auswertung der 60 Diagramme in Chess Exam and Training Guide: Tactics nicht überbewerten sollte. Es erscheint tatsächlich fragwürdig, ob ein Schachspieler bei der Hinlenkung stark, bei der Ablenkung aber schwach ist. Andrerseits zeigt aber die ziemlich exakte Ergebnisseübereinstimmung bei Roeberg mit seinem DWZ Rating, dass der von Khmelnitsky mitgegebene Auswertungsschlüssel verläßlich ist. Das wird auch durch meine Erfahrung bestätigt. In der Auswertung des Werks lag ich um einiges unter meiner DWZ und habe dazu vier Erklärungen:
  1. ich befinde mit DWZ-mäßig eher auf dem Weg nach unten
  2. die Kombinationschwäche gleiche ich durch gute Strategie und reichlichen Erfahrungsschtz etwas aus (deshalb ist meine DWZ höher als das Buchergebnis)
  3. im Wettkampf (nur der geht in die DWZ ein) nehme ich die Positionsseinschätzung nicht so locker wie bei der Arbeit mit dem Buch
  4. die DWZ liegt durchschnittlich immer 50-100 Punkte unter dem Elo-Rating, das Khmelnitsky zugrunde legt.
Ich denke also, dass die von Khmelnitsky beigefügten Tabellen stimmig und auch sinnvoll sind.
Zum zweiten Einwand führt Roeberg zurecht an, dass innerhalb der Aufgaben oft mehrere Motive zur Anwendung kommen. Allerdings übersieht er, dass Khmelnitsky dies in seinem Auswertungsschlüssel berücksichtigt. Erreichte Punkte zählen in der Auswertung für mehrere Motive. Auch dazu gilt, dass man die Auswertung nicht überschätzen sollte. Meine schwächsten Ergebnisse fuhr ich in diesen Rubriken ein: Simplification, Reaching Standard Endgame, Forcing Draw und Draw. Man erkennt das Muster. Dazu kommt, dass schon allein die Auswertung Leser dazu bewegen kann (beispielsweise mich), dass man die Schwächen gezielt durch Training verbessert. Und dieser Motivationsschub ist ja auch schon viel wert, ganz unabhängig davon, ab da alles so stimmt.
Insgesamt geht die lesenswerte Besprechung von Frank Roeberg durchaus in Ordnung.
RoebergFrank Roeberg: KARL-Kolumne
Üblicherweise enden Kombinationsbücher mit der Auswertung. Nicht bei Igor Khmelnitsky: er fügt einen wichtigen vierten Teil an, in dem er Tipps und Emfpehlungen fürs Training gibt. Wie er in der Einleitung schreibt, kann man diesen Teil auch vorm Kombinationsteil durcharbeiten. Am besten denke ich ist es ihn sowohl vorher zur Einstimmung als auch nachher zur Wiederholung durchzulesen.
Khmelnitsky Anfang
Chess Exam and Training Guide: Tactics ist ein originelles und anregendes Kombinationsbuch. Es kann aufgrund der hochwertigen Diagramme und Lösungen – auch da stimme ich mit Frank Roebergs Besprechung überein – für alle Spieler mit DWZ zwischen 1500 und 2100 empfohlen werden.
Links
KhmelnitskyChess Exam books
KhmelnitskyChess Academy by Igor Khmelnitsky
RoebergFrank Roeberg: KARL-Kolumne
Khmelnitsky Chess Exam and Training Guide: Rate Yourself and Learn How to Improve! 2004
Khmelnitsky Besprechungen und Empfehlungen von Schachbüchern & DVDs
Khmelnitsky Kombinationsbücher – Mittelspiel / Taktik
Literatur
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Khmelnitsky KhmelnitskyIgor Khmelnitsky: Chess Exam and Training Guide: Tactics. Rate yourself and learn how to improve. King of Prussia: IamCoach, 2007. Taschenbuch, 207 Seiten Khmelnitsky
Igor Khmelnitsky: Chess Exam and Training Guide: Rate Yourself and Learn How to Improve! King of Prussia: IamCoach, 2004. Taschenbuch, 318 Seiten Khmelnitsky
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