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Stean
Michael Stean: Simple Chess. New Algebraic Edition
Edited and translated into algebraic notation by Fred Wilson.Mineola, NY: Dover, 2002. Broschiert, 160 Seiten
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Der Autor Michael Stean gehörte einst (70-er Jahre bis 1982) zu den jungen, wilden, britischen Schachspielern, zog sich aber 1982 vom Turnierschach zurück. Nur so ist einigermaßen erklärbar, dass Simple Chess nicht die Aufmerksamkeit hat, die dem ausgezeichnten Buch gebührt.
Nach der Einleitung folgen die Themen
  • Vorposten
  • Schwache Bauern
  • Offene Linien
  • Halboffene Linien (Minderheitsangriff)
  • Schwarze und weiße Felder
  • Raum
Der Buchtitel ist nicht "Chess is Simple", sondern er plädiert dafür einfaches, zielführendes Schach zu spielen.
Ein Fehler, den gerade viel trainierende Schachspieler machen, ist, zu meinen, dass man durch bessere Kenntnis der Eröffnung, trickreiche Kombinationen und tiefdurchdachte Strategie der Gewinn auf dem Brett liegt. Kommt noch hinzu, dass der Gegner weniger Elo hat und nicht aggressiv aufspielt, dann unterschätzt man den Gegner und sucht noch verzweifelter nach dem schnellen Gewinn.
„To try to conjure up an attack out of thin air by artificial means is simply asking for trouble”
(S. 127).
Ich gehe einen Schritt weiter. Auch eine (scheinbar) vorteilhafte Stellung erlaubt noch nicht unbedingt einen gewinnbringenden Angriff. Es gilt, durch einfache, nichts überstürzende Züge die Position zu verbessern.
Simple Chess hält es also mit Wilhelm Steinitz, der empfahl Vorteile anzuhäufen und erst dann anzugreifen. Das ist die Hauptlektion, die ich aus Steans Buch mitnahm: in einer besseren Stellung nicht mit großem Zeitaufwand den Gewinn mit der Brechstange suchen, sondern kleine Vorteile anhäufen, wie sie schon in den oben genannten Themen aufblitzen. Dazu kommt noch (wird in Simple Chess  ebenfalls behandelt) der vorteilhafte Abtausch. Ein Hauptvertreter dieses Schachstils ist Anatoli Karpov.
Der Autor prägt im Laufe des Textes viele Merksätze für die strategische Partieführung. Darunter beruft er sich auch einmal auf den russischen Schulbub:
„As every Russian schoolboy knows, when you play ... f5 and White replies exf5, Black must recature with the g-Pawn to prevent White gaining an outpost ob e4.” (S. 119).
Siehe Stean Wie jeder russische Schulbub weiß.
Michael Stean bringt die Methode des einfachen Schachs anhand der folgenden Partien an die Leser:
Behandelte Partien
Mikhail Botvinnik – G Szilagyi, 1966
Tigran Petrosian – Lajos Portisch, 1974
Adorjan Adorjan – M. Mukhin, 1973
Mikhail Tal – Bronstein, 1959
Benko – Najdorf, 1963
Mikhail Botvinnik – J H Donner, 1963
Robert Fischer – O Gadia, 1960
Wolfgang Unzicker – Robert Fischer, 1962 
Hecht – G Forintos, 1974
Robert Fischer – Tigran Petrosian, 1971
Boris Spassky – Robert Fischer, 1972
S J Hutchings – Keene, 1973 
Anatoli Karpov – Browne, 1972
Anatoli Karpov – Boris Spassky, 1975
Anatoli Karpov – Wolfgang Uhlmann, 1973
C B van den Berg – H Kramer, 1950
Siegbert Tarrasch – Teichmann, 1912
Burn – Marshall, 1907
Mikhail Tal – Lisitsin, 1956
Tigran Petrosian – J Yuchtman, 1959
M Stean – A Planinc, 1975
Tigran Petrosian – Mecking, 1969
Robert Fischer – Gheorghiu, 1970
Anatoli Karpov – H Westerinen, 1974
Lajos Portisch – Reshevsky, 1973
Smyslov – K Gudmundsson, 1974
Tigran Petrosian – Lajos Portisch, 1974
Taimanov – Nezhmetdinov, 1954

Bei der Kommentierung gelingt es Stean auf wichtige Punkte aufmerksam zu machen ohne die Partien mit Varianten zu überfrachten.

Einige Druckfehler stören die insgesamt hervorragende Wirkugn dieses schmalen Buchs nicht.
Als ich mich mit dreiundreißig Jahren etwas ernsthafter mit Schach beschäftigte und einen der Wasserburger Spitzenspieler um Rat fragte, empfahl er mir Aaron Nimzowitsch: Mein System. Der Rat war Gold wert, doch heute würde ich als erstes Strategiebuch Michael Stean: Simple Chess empfehlen und erst dann den Klassiker Mein System.
Links
SteanMichael Stean
SteanJohannes Fischer: Einfach gut: Michael Steans „Simple Chess“, 2015
SteanMichael Stean’s Simple Chess, Empirical Rabbit: 20 August 2012
SteanSimple Chess New Algebraic Edition. Michael Stean - online – Qualität der Onlineversion von mir nicht überprüft
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