| Joachim Gauck, behördlicher Stasi-Akten Verwalter:
"Wir müssen uns vor einer Banalisierung hüten, die da lautet:
'Niemand hat es interessiert, wie die Akten verwendet wurden, als bei uns im
Osten Tausende von Biografien gebrochen wurden. Kaum dass im Westen jeamnd
Bauchschmerzen hat, gibt es Probleme.' So reden Nostalgiker. Stattdessen muss
man sehr genau hingucken und die Schicksale Inoffizieller Mitarbeiter der
Staatssicherheit nicht mit den Problemen von Opfern der Stasi vergleichen. Und
Helmut Kohl ist ganz sicher ein Opfer, dessen Akte grob rechtsstaatswidrig
zustande gekommen ist. Allerdings ist das ja nicht nur bei ihm der Fall.
Dasselbe gilt für einen hohen Prozentsatz der Stasi-Unterlagen: für
Abhörprotokolle, Raumabhörung durch Wanzen, Ablichtung von
geöffneten Briefen, Niederschriften von illegalen Wohnraumdurchsuchungen
und anderes mehr. Trotzdem hat der Gesetzgeber festgelegt, dass diese
Unterlagen im Rahmen eines Spezialgesetzes genutzt werden dürfen. Und zwar
aus der Überzeugung heraus, dass es mehr Schaden anrichten würde,
wenn man es nicht tut." |