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| "Mir sind keine
rechtsfreien Räume in Bayern bekannt." "Wir dulden keine rechtsfreien Räume" Dr. Günther Beckstein, Bayerischer Sicherheitstag 2007 am 21. Juni in Nürnberg; Wo es der CSU passt, gibt es den rechtsfreien Raum. Hier findet man zahlreiche Belege dafür. Unter rechtsfreier Raum wird hier keine neutrale Zone verstanden, in der das Recht nicht gültig wäre, sondern Räume, wo das gültige Recht nicht durchgesetzt wird, obwohl den dazu befugten Organen eine Rechtsverletzung bekannt ist. |
| rechtsfreier Raum | ||
| Weil ein Lehrer nicht in Klassenräumen
unterrichten will, in denen Figuren eines gekreuzigten Menschen hängen,
muss ein Grundschullehrer vor dem Verwaltungsgericht Augsburg gegen den Staat
Bayern klagen. Die vom BVG bestätigte weltanschauliche
Neutralitätspflicht des Staates wird in Bayern nicht eingehalten.
Süddeutsche Zeitung, 14.8.2008, S. 51 Das Verwaltungsgericht Augsburg wies die Klage des Lehrer zurück: Lehrer an bayerischen Schulen müssen es hinnehmen, dass religiöse Symbole, insbesondere das Kruzifix, angebracht sind. Az.: Au 2 K 07.347 Dagegen hatte schon 1995 das Bundesverfassungsgericht Teile der Bayerischen Volksschulordnung für verfassungswidrig erklärt. Damals hatten Schülereltern bis zum höchsten deutschen Gericht klagen müssen. In bayerischen Schulen wird der Gerichtsbeschluss von 1995 bis heute nur äußerst begrenzt umgesetzt. OVB, 6.8.2008, S. 6 SZ, 16.8.2008, S. 50 |
Klassenräume - Bayerische Volksschulordnung | |
| Der Bayerischen Landtag verabschiedete Anfang 2008 ein strenges
Rauchverbot für Kneipen, Gasthäuser, Restaurants, Bierzelte usw.
Dieses geltende Gesetz wurde per Ministererlaß außer Kraft gesetzt.
Otmar Bernhard, CSU, Gesundheitsminister
SZ, 13.3.2008, S. 37 Siehe: |
Bierzelte in Bayern | |
| Der bayerischen Sozialministerin Christa Stewens, CSU, ist bewußt, dass es illegale Pflegekräfte gibt. Das System der häuslichen Pflege ist durch Gesetze und Regelungen überbürokratisiert, oft unbezahlbar, es funktioniert, ist aber oft illegal. Christa Stewens, CSU: "Es gibt Grauzonen, überhaupt keine Frage. [...] Dass es bei der Definition, was eine solche Kraft machen darf, Graubereiche gibt, das gebe ich zu." SZ, 2.2.2008, S. 51 | häusliche Pflege von Kranken und Senioren | |
| Obwohl der Landtag am 9.7.2003 beschloß, die
Staatsregierung wird aufgefordert, die Voraussetzungen für den Beitritt
des Freistaats Bayern zur Stiftung der deutschen Heimatvertriebenen
Zentrum gegen Vertreibungen zu schaffen, passierte ausser hohlen
Worten nichts. |
Bayerische Staatsregierung | |
| Die Polizei (wie Gesetzgebung und
Rechtssprechung ist auch die Exekutive in Bayern in einer Hand =
Staatsregierung) filmt oft rechtswidrig. Sogar der staatliche
Datenschutzbeauftragte Reinhard Vetter beklagte, dass oft rechtswidrig
besonders Nazi-Gegner gefilmt werden. In vielen Fällen wurden Einzelbilder
von Personen herangezoomt und per Video aufgenommen. Vetter: "Die Filmerei
beeinträchtigt das Demonstrationsrecht. Wer seine politische Meinung
äußern will und Angst haben muss, in einem Videoschrank der Polizei
zu landen, geht irgendwann gar nicht mehr demonstrieren." OVB,
16.9.2005, S. 9 Der Datenschutzexperte Florian Ritter, SPD, kritisiert die Überwachungspraxis per Video bei Demonstrationen in Bayern und wirft Minister Günther Beckstein, CSU, fortgesetzten und systematischen Rechtsbruch vor. PM der SPD-Landtagsfraktion vom 16.09.2005 |
Bayerisches Innnenministerium | |
| Während Warner angeklagt werden, so sie eine Pressekonferenz
am Marienplatz abhalten ( |
S7 WOR-München | |
| Zu wenig Justizvollzugsbeamte: daher sind die wenigen Beamten überlastet und können die Kriminalität in Bayerns Gefängnissen nicht wirksam bekämpfen. Ein Ex-Gefangener: "Einer ist der Chef. Was der sagt, ist Gesetz." Mit "einer" meint er einen Gefängnisinsassen. Wer zur Gang im Gefängnis gehört, wird gut versorgt: "Drogen, Lebensmittel, selbst bebrannter Schnaps". | Bayerns Gefängnisse | |
| Die Münchner CSU war der Meinung,
München sei ein rechtsfreier Raum und plakatierte illegal Werbeplakate
für Oberbürgermeisterkandidaten Josef Schmid, CSU. Das
Verwaltungsgericht entschied: die Plakate müssen weg! SZ, 26.10.2007, S. 46 Damit wurde der Münchner CSU bescheinigt: nicht einmal sie als Staatspartei darf München zur rechtsfreien Plakatzone erklären. |
München | |
| In München wurde am 24. März
seit Jahresbeginn zum 35. Mal der Grenzwert für Feinstaub-Belastung in der
Luft überschritten. An den Folgen von Feinstaub sterben in Deutschland
nach einer EU-Studie jährlich 65.000 Menschen. Die CSU Regierung, an
vorderer Stelle der sogenannte Umweltminister Schnappauf, CSU, weigern sich die
Menschen zu schützen. Der Verkehr hat Vorrang. Auch Martin Wansleben,
Hauptgeschäftsführer des DIHK ( |
München | |
Walter Schön, Chef der
CSU-Regierungszentrale in München, Ministerialdirektor, Stoiber-Intimus,
ließ einen Schnellzug "mal eben außerplanmäßig in seinem
Wohnort Gröbenzell anhalten". OVB, 11.1.2005, S.
2
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Bundesbahn | |
| katholische Diözese Regensburg | ||
| Die bayerische Staatsregierung verstieß beim Einkauf von Computern und Software gegen die Vergabevorschriften. Der Oberste Rechnungshof stellte fest, daß ein beträchtlicher Teil der Aufträge über 240 Millionen Euro ohne förmliches Verfahren vergeben wurde. SZ, 5.2.2004, S.42 | Bayerische Staatsregierung | |
| Bayerns Innenminister Dr. Günther
Beckstein, CSU, und der stellvertretende Vorsitzende der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion Wolfgang Bosbach
fordern eine Neuauflage einer Kronzeugenregelung. Sie fordern also schlicht,
daß beispielsweise Terroristen erheblichen Strafnachlass oder gar
Straffreiheit erhalten sollen, wenn sie denn ein paar Komplizen preisgeben oder
gar nur zu unrecht beschuldigen. |
Straffreiheit oder Strafminderung für Schwerverbrecher wie internationale Terroristen, Menschenhändler etc | |
| "Die bayerische Staatsregierung hat ihren Kampf gegen die frei fließende Donau zwischen Straubing und Vilshofen noch immer nicht aufgegeben. Verkehrsminister Otto Wiesheu schreckt selbst vor rechtswidrigen Mitteln nicht zurück, um entgegen gem Beschluss des Deutschen Bundestags doch noch die Donau-Kanalisierung mit Staustufen durchzusetzen. Bei einer Debatte im Juli im Bayerischen Landtag weigerte sich Wiesheu, das von seinem Bund-Kollegen Kurt Bodewig angeordnete Raumordnungsverfahren für einen Ausbau der Donau ohne Staustufen einzuleiten." Natur + Umwelt, BN-Magazin 3/2002, S.23 | Bay. Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie | |
| Siegesfeiern in München Schwabing nach Fußballspielen, z. B. Juni 2002 mit unangemeldeten Demonstrationen; Nötigung im Strassenverkehr; Lärmbelästigung. Die Polizei wollte nicht massiv vorgehen: "Die Feiern waren friedlich, wir wollten keine Eskalation provozieren". SZ, 20.6.2002, S.37 | Schwabing, München | |
| "Der Ausdruck »Krieg gegen den Terror« schafft zudem einen rechtsfreien Raum." Franziska Augstein, SZ 1.6.2002, S.13 | weltweit | |
| Skandalöser Vogelmord während der Schutzzeit. Zwischen dem 15. 3. und 6.4. 2002, während der Brutzeit = streng geschützt nach FFH- und EU-Richtlinien, wurden von der Regierung von Oberbayern Kormorane zum Abschuß freigegeben. Jäger schossen daraufhin gleich 145 Vögel ab. BN-Magazin 2002/2 S.20 | Mündung der Tiroler Ache in den Chiemsee, Oberbayern | |
| Das Bundesverfassungsgericht Karlsruhe billigte
den rechtsfreien Raum in Bayern. Die 3.Kammer akzeptierte das Argument der
Staatsregierung, sie habe darauf vertraut, das Inkrafttreten des Gesetzes durch
den Eilantrag beim Bundesverfassungsgerichts hinausschieben zu
können. SZ, 10.8.2001, S.5 Der Zeitplan von Justizminister Manfred Weiß, CSU, sieht vor, daß das zum 1. August 2001 in Kraft tretende Lebenspartnerschaftsgesetz in Bayern nicht vor dem Herbst vollzogen wird. Bayern wird zum rechtsfreien Raum. Münchner Merkur, 23.7.2001, S.2 Bayern vollzieht bis auf weiteres nicht das Lebenspartnerschaftsgesetz. Die Rathäuser bleiben für homosexuelle Paare geschlossen. Die bayerische Regierung will die nötigen Ausführungsgesetze vorerst noch nicht erlassen. SZ, 19.7.2001, S.49 und 20.7.2001, S.4 |
Bayern | |
| Das Arbeitsgericht München entschied (AZ: 23 Ca 1178/00): ein Beschäftigter im öffentlichen Dienst muss einen Fragebogen über seine Beziehung zu Scientology nicht ausfüllen und unterschreiben. Das bayerische Innenministerium widersprach und erklärte, die Fragebögen werden nicht zurückgezogen. Richterliche Entscheidungen werden ignoriert. SZ, 19.4.2001, S.53 | bayerisches Innenministerium | |
| Bayerns Regierungs-Datenschutz-Beauftragter Reinhard Vetter rügt: Bei Drogendelikten erhalten die Bürger grundsätzlich keine Auskunft über die von der Polizei gespeicherten Daten. Das Innenministerium handelt also gesetzwidrig. Münchner Merkur, 15.12.2000, S.2 | bayerisches Innenministerium | |
| "Obwohl das Innenministerium [Bayerns, H.H.]
das Kirchenasyl unverändert für rechtswidrig hält, hat es stets
betont, dass man niemals Polizisten in den Kirchenbereich schicken
würde." Süddeutsche Zeitung, 8.11.2000,
S.L5 Siehe aber: |
Kirchenbereich | |
| Das Verwaltungsgericht München entschied am 5.10. daß im Kurhaus Bad Aibling zur Schonung der arg strapazierten Nachbarn pro Jahr ein Dutzend nicht kurspezifischer Art erlaubt seien. Das Kontingent ist für dieses Jahr erschöpft. Trotzdem hält die CSU dort am 21. 10. ihren Bezirksparteitag und die Junge Union Oberbayern ihre Bezirksversammlung ab. Es spricht Ministerpräsident Edmund Stoiber. Der Anwalt eines Nachbarn: "Indem das Landratsamt diese Veranstaltung duldet handelt es bewusst rechstwidrig." Oberbayerische Volksblatt, 21.10.2000, S.17 | Kurhaus Bad Aibling | |
| Am 3.Oktober 2000 wurde eine Demonstration gegen Rassismus in
Wolfratshausen, die zu Edmund Stoibers Wohnhaus ziehen sollte, verboten. Damit
wurde diese oberbayerische Stadt zum teilrechtsfreien Raum erklärt.
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Wolfratshausen: Weg Bahnhof Wohnhaus Stoiber, CSU | |
| Das Kirchenasyl ist ein allgemein bekannter leider auch notwendiger rechtsfreier Raum. | zahlreiche Kirchen | |
| Literatur | ||
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Dietmar Jochum: "Verbrechen und andere »rechtsfreie Räume«. Von Abel bis Zwangsarbeit: Ein »großes Lexikon« gibt Auskunft". Junge Welt, 25.09.2006, Politisches Buch, S. 15 |
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| Sabine Wolski: Soziale
Adäquanz. Schutzzweck der Norm, Verwerflichkeitsklausel, erlaubtes Risiko,
"rechtsfreier Raum", Strafwürdigkeit, Verfolgungsverzicht bei geringer ...
Problem mit vielen Facetten. Taschenbuch: 240 Seiten
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| Marcel Alexander Niggli, Christian
Schwarzenegger: "Das Internet ein rechtsfreier Raum?". In: Ursula
Cassani , Renie Maag, Marcel A. Niggli , Hg.: Medien, Kriminalität und
Justiz; Medias, Criminalite et Justice. Chur/Zürich: Rüegger,
2001. S. 303-329. |
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 17.8.2008