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Rote
Linie der CSU
zur Schuldenlast hielt nur vier Wochen
Die rote Linie der CSU zur Schuldenlast des Euro-Rettungsschirms von Ende September wurde Ende Oktober schon überschritten und damit obsolet – Links
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| Ende September 2011 |
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Bayern zog am
Freitag, 30. Sept. 2011 im Bundesrat eine rote Linie
gegen eine
mögliche Aufstockung des Euro-Rettungsschirms
EFSF = European
Financial Stability Facility. In einer Protokollerklärung
hielt die
bayerische Landesregierung (CSU, FDP) unter anderem fest, dass sie
höhere Kreditlinien für den EFSF ablehnt. Dies gilt auch für einen
möglichen Kredithebel,
mit dem die Hilfen für Krisenstaaten noch
ausgeweitet werden könnten. Staatskanzleichef Marcel Huber, CSU, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa: „Bayern hat eine sehr umsichtige und mahnende Position: Wir gehen diesen Schritt noch mit, wir sind aber nicht bereit, die Dinge über dieses Maß hinaus auszuweiten.“ Weiter betonte der CSU-Politiker: “Wir sprechen uns gegen Kreditlinien für den EFSF und Hebelung über die EZB aus. Die Botschaft ist einfach und klar: Bis hierher und nicht weiter.“ Horst Seehofer, CSU, bekräftigte: „Weitere Aufstockungen oder größere Risiken aus den übernommenen Garantien, beispielsweise über finanztechnische Hebel, lehnen wir jedoch ab.“ Ende September wurden die deutschen Bürgschaften von 123 auf 211 Milliarden Euro aufgestockt. |
| Keine vier Wochen später wurde die rote Linie zur Makulatur. In gewohnt wetterwendischer Weise drehte sich die CSU wieder einmal um 180 Grad. |
| Ende Oktober 2011 |
| Im Bundestag stimmte die Regierungsfraktion (CDU, CSU,
FDP) am Mittwoch 26.10.2011 für eine
Ausweitung des EFSF und für finanztechnische Hebel. Am Donnerstag, 27.10.2011 stimmten die Staats- und Regierungschefs der EU der Ausweitung des Euro-Rettungsfonds EFSF auf 440 Milliarden und der Einführung von Hebeln zu. Die Hebel können das eingesetzte Geld um das 4- bis 5-fache erhöhen. Die deutschen Bürgschaften wurden auf 240 Milliarden aufgestockt. Im September waren die deutschen Bürgschaften von 123 auf 211 Milliarden Euro aufgestockt worden. Dann folgte das medienwirksame „Bayern zieht eine rote Linie“ . Kaum vier Wochen später wurde die
rote Linie mit Hilfe der CSU überschritten. |
| In
der
Kabinettsitzung am 26. Oktober 2011 wurde die bayerische
Staatsregierung ziemlich kleinlaut (während fast gleichzeitig in Berlin
die CSU Vertreter grossenteils mit "Ja" zu
mehr Schuldenlast und "Ja" zum Hebeleinsatz
stimmten): Schuldenkrise im Euroraum / Eckpunkte der Staatsregierung zum Europäischen Rat am 26. Oktober 2011 "1. Die Bayerische Staatsregierung stellt fest, dass es bei einer strikten Begrenzung des deutschen Garantiebeitrages für die EFSF von 211 Mrd. Euro bleibt. 2. Die Bayerische Staatsregierung fordert die Bundesregierung auf, auch bei den weiteren Beratungen dafür Sorge zu tragen, dass ein möglichst effizienter Einsatz der Mittel der EFSF auf keinen Fall zu einer Erhöhung des deutschen Garantiebeitrags führen kann." Bericht aus der Kabinettssitzung, PM 355 der Staatskanzlei, 26.10.2011 |
| Was
droht dem Steuerzahler? „Zunächst garantiert Deutschland für 253 Milliarden Euro. Die sind mit dem Hebel praktisch schon weg. Dabei wird es aber nicht bleiben. Wenn die Mittel nicht reichen, müssen sie aufgestockt werden“ Hans-Werner Sinn, ifo-Institut München, Gespräch mit Steffen Habit, OVB, 29.10.2011, S. 2 |
| Links |
Euro-Rettung:
Bayern will rote Linie ziehen, OVB Online 30.9.2011 |
Bayern will im
Bundesrat rote Linie für Euro-Rettung ziehen stern.de 30.
September 2011 |
European
Financial Stability Facility (EFSF) |
Seehofer: Keine
weiteren Aufstockungen des EFSF, 30.09.2011 |
| Europa feiert
Schuldenschnitt für Griechenland, SZ 28.10.2011, S. 1 |
| Rechnung mit Unbekannten -
Deutsche Bürgschaften in Höhe von 240 Milliarden Euro stehen auf dem
Spiel, SZ 28.10.2011, S. 2 |
Deutsche
Kreditbürgschaften von 211 Milliarden Euro, Bundestag, Ende
Sept. 2011 |