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Held
Armin Christian Held: Schöpfung & Evolution. Was sagen Bibel und Biologie über die Entstehung des Lebens? Imst: o.V., 2006. 92 Seiten – held Linksheld Literatur
Das Sympathische an dieser Broschüre zuerst:
  1. der Verfasser Armin Christian Held erlaubt die nicht-gewerbliche Vervielfältigung;
  2. die Broschüre ist, auch in einer längeren Version, online verfügbar, siehe held Links;
    Ergänzung 6.2.2013: Das stimmt nicht mehr. Der Autor hat das Buch zuückgezogen. Es ist nicht mehr verfügbar. Dafür wird er gute Gründe haben. Der Autor bietet auf seinem neuen Webauftritt die Schriften REvolution und Schöpfung und Evolution an.
  3. man gewinnt den Eindruck, der Autor meint es ehrlich (das könnte man auch dem folgenden Bitteren zurechnen).
Das Bittere:
  • über das, was die Biologie zur Entstehung des Lebens sagt erfährt man nichts;
  • Der Autor bekennt, alles zu glauben, was geschrieben steht (S. 86). Selbst wenn man unterstellt, er meint mit "alles" die Bibel, ist das freilich bitterer Wein.
Nach zwei Seiten Zitaten berühmter Naturwissenschaftler – gemäß der Tendenz der Broschüre nur gottesfürchtige (oder sind es kirchensanktionsfürchtige?) – folgt eine Auslegung der biblischen Genesis, so dass sie zu den Erkenntnissen der Naturwissenschaft passt. Fast überliest man dabei die brauchbare Einteilung (S. 12) in:
  • Evolution im Sinne von Abstammung und Höherentwicklung – wie wir es meinen.
  • Evolutions-Theorien als Erklärungsversuche, wie Evolution geschah. Bekanntestes Beispiel ist die "Darwin'sche Evolutionstheorie", die sich auf "Mutation und Selektion" stützt.
  • Evolution-ismus als atheistische Philosophie, die von vorne herein jeglichen Gott ausschließt und nur "Zufall und Notwendigkeit" als Faktoren für Evolution zulässt.
Anmerkungen: die "Höherentwicklung" ist anscheinend nicht ausrottbar und führt oft zu falschen Anschauungen; schon "Evolution" enthält eine Theorie ("Abstammung und Höherentwicklung"), ohne eine solche könnte man nicht sinnvoll über Evolution reden; jede wissenschaftliche Theorie erklärt ohne Gott; hilfreich ist Helds Begriffsklärung für Evolutionstheorien, die soweit gehen und Gott mit ihrer Theorie für nicht kompatibel erklären (dann hat Papst Johannes Paul II. den Begriff »Evolutionismus« nicht im Sinne Helds verwendet; siehe held Papst Johannes Paul II. über moderne Evolutionstheorien).
Da ich für naturwissenschaftliche Erkenntnis nicht die Bibel zu Rate ziehe, überflog ich den weiteren Abschnitt, ebenso die anschliessende Bibel-Exegese bis Seite 65.
Exkurs über "Genetische Beweise für die Anstammung des Menschen" (S. 29-30), eine Kurzfassung von Edward E. Max: "Plagiarized Errors and Molecular Genetics" (siehe held Links).
Held übersetzt "evidence" mit "zwingender Beweis". Schon "Beweis" alleine wäre in diesem Zusammenhang zweifelhaft ("Beleg", "Anzeichen" wäre IMO treffender); "zwingender Beweis" führt zwar in die korrekte Richtung, ist aber zu stark. Kopierfehler in der DNA sind starke Anzeichen, aber keine zwingende Beweise.
Der fünfte Teil beschäftigt sich zunächst mit den Glaubenszweifeln Charles Darwins (theologischer Art); dann wieder Bibel-Exegese bis Seite 84. Daran schließt der Autor ein persönliches Glaubensbekenntnis an. Dass er, wie oben schon bedauert, allem glaubt, was geschrieben steht, diskreditiert ihn, selbst wenn er "alles" auf die Bibel bezieht. Er ist unkritisch einem geschriebenen Werk gegenüber. Wehe, wenn ein Wissenschaftler beispielsweise sagen würde: "Ich glaube allem, was in Logik der Forschung steht". Nicht nur würde sich Karl Popper (held Sir Karl Raimund Popper) im Grabe umdrehen, der Wissenschaftler selbst wäre unglaubwürdig. Ihm würde von Religiösen (zurecht) blinder Dogmatismus vorgeworfen.
"Das Ziel von Schöpfung & Evolution" (S. 87-91)
Da meinte ich doch noch Fleisch zu finden, doch Autor Held schreibt wieder über die Bibel (und zitiert Darwin, der sich erfreut über die Rezension seines Hauptwerks freute). Es folgt eine Fantasie über die Zukunft des Menschen wenig erhellender Art ("...der christliche Aspekt ist genau der, dass die nächste Stufe schon da ist") von C. S. Lewis aus seinem "Pardon, ich bin Christ" [Mere Christianity]. held Literatur.
Ein Ziel der Schöpfung wird nirgends genannt oder gar glaubhaft gemacht.
Clive Staples Lewis, 29.11. 1898 Belfast – 22.11. 1963 Oxford; englischer Schriftsteller und Literarhistoriker; schrieb fantastische religiöse Romane und apologetische Schriften, siehe held Links.
Wer eine Auslegung der Bibel sucht, die sich den modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen anpasst, kann hier fündig werden. Wenn die Bibel als Quelle der Erkenntnis weniger interessiert, der kann auf diese Broschüre getrost verzichten.
Links
Ergänzung 6.2.2013: Das urspünglich online verfügbare Buch hat der Autor zurückgezogen. Die zugrundeliegende Domain urzeitundendzeit ist frei verfügbar: Heldurzeitundendzeit
Ergänzung 6.2.2013: Der Armin Christian Held hat einen neuen Webauftritt unter
HeldGlaube und Naturwissenschaft, Schöpfung und Evolution
Darauf findet man u.v.a. die Schriften REvolution und Schöpfung und Evolution.
Beweis Beweis in Philosophie, Logik, Naturwissenschaft und vor Gericht
HeldEdward E. Max: "Plagiarized Errors and Molecular Genetics. Another argument in the evolution-creation controversy"
held C.S. Lewis: The Screwtape Letters
Literatur
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lewis HeldC. S. Lewis: Ein Jahr mit C. S. Lewis. 366 Inspirationen aus seinen Werken. Gerth 2005. Gebunden, 352 Seiten
Sammelband mit: "Pardon, ich bin Christ", "Dienstanweisung für einen Unterteufel", "Die große Scheidung", "Über den Schmerz", "Wunder".
lewis
C. S. Lewis: Mere Christianity. San Francisco: Harper, 2001. Taschenbuch, 256 Seiten Held
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