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Evolutionsunterricht
in Deutschland Entwicklungen etwa ab 2004 – |
| Baden-Württemberg |
| Bibeltreue
Baptisten wollten ihre Kinder von der allgemeinen Schulpflicht befreien
und auf eine private, staatlich nicht anerkannte christliche Schule in
Pfedelbach (Kreis Hohenlohe) schicken. Das Verwaltungsgericht Stuttgart
entschied: So nicht! Es bestehe ein Interesse, "Parallelgesellschaften"
entgegenzuwirken und Minderheiten zu integrieren; zudem bestehe ein
staatlicher Erziehungsauftrag; zudem sind die Lehrkräfte der ins Auge
gefassten Schule nicht anforderungsgerecht. Az: 10 K 146/05. SZ 3.8.2007, S. 5 |
| Bayern |
| Der
kleinen Glaubensgemeinschaft "Zwölf Stämme" ( |
| Es verwundert
kaum, dass sich in der Affäre Karin Wulff, CDU, um den
Biologieunterricht ( Norbert Geis: "Die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse von heute können doch morgen schon wieder anders aussehen. Wissen wir, ob unsere wissenschaftlichen Vorstellungen von der Entstehung der Welt in 200 Jahren noch in derselben Form Bestand haben?" Daraus folgert er, man könne im Biologieunterricht auch Legenden, Fabeln und Märchen verbreiten Bei der Wertordnung beruft sich Geis im Verlaufe des Interviews auf das Alte Testament, wo gefordert wurde, den eigenen Sohn zu killen und unverheiratete Frauen, "wenn sich keine Beweisstücke für die Unberührtheit des Mädchens beibringen lassen" vor ihrem Vaterhaus gesteinigt werden sollen (Dt 22,20f.). Die einzige Entschuldigung für Leute, die sich auf christliche Werte berufen, ist, dass sie die Bibel oftmals kaum kennen. – |
| Das
bayerische Kultusministerium gestattete im Februar 2006 der Gruppe Zwölf Stämme ( Simone Tolle, bildungspolitische Sprecherin der Grünen: „Es kann nicht im Interesse von Kindern und Jugendlichen sein, dass der Staat für fragwürdige Glaubensgemeinschaften derartige Freiräume schafft, in denen die Kinder der allgemeinen Schulpflicht entzogen werden können“. |
| Deutschland Auch in Deutschland vernebeln fundamentalistische religiöse Gruppen und Vertreter der C-Parteien Kinder geistig. |
| Kreationismus
in den Schulen: Evolutionstheorie versus "Intelligent Design" Immer mehr Bekenntnisschulen in Deutschland lehren aufgrund einer religiösen Weltanschauung. Dabei bleiben wissenschaftliche Erkenntnisse oft auf der Strecke. Der Bibel wird eine "völlige Zuverlässigkeit und höchste Autorität in allen Fragen der Lebensführung" zugeschrieben. Dabei strotzt sie voller Fehler, so wird beispielsweise π "völlige zuverlässig" mit = 3 angesetzt. Mathematik: „Setzen! Sechs!“ Der Chemie- und Biologielehrer Eduard Martens leitet den Realschulzweig der Freien Christlichen Bekenntnisschule Gummersbach (FCBG): „Die Schüler wissen, dass ich persönlich den Argumenten der Evolutionstheorie nicht folge.“ Biologie: „Setzen! Sechs!“ Ulrich Kutschera, Professor für Evolutionsbiologie in Kassel und Stanford: „Der bereits vorhandene naturwissenschaftliche Analphabetismus wird dadurch immer stärker und irrationaler, auch esoterische Glaubensinhalte nehmen zu.“ Wie stark der naturwissenschaftliche Analphabetismus bereits um sich greift erkennt man aus dieser Überschrift: "Der Streit um den Biologie-Unterricht bedroht inzwischen die Meinungsfreiheit". Hier wird also wissenschaftliche Erkenntnis mit Meinung verwechselt. Wie peinlich. Da ist auch verständlich, warum man die "zuverlässige Meinung" vertritt die Kreiszahl π sei 3. Die zitierte Überschrift ist hier: |
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Der Museumsleiter Reinhold
Leinfelder des Berliner Museums für Naturkunde
lud Wolfgang Huber,
Bischof und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland,
zu einem Museumsbesuch ein. Wolfgang
Huber bezeichnete alle Spielarten des Kreationismus und die
Schöpfungslehre als unwissenschaftlich: „Man
darf die Bibel nicht zu pseudowissenschaftlichen Aussagen
missbrauchen.“ Es sei falsch, den Schöpfungsbericht gegen die Evolution
zu stellen. "Keine Angst vor Käfern. Bischof Wolfgang Huber warnt vor dem Kreationismus". FAZ, 27.8.2007 Auch der evangelische Theologe Karl Ernst Nipkow, Tübingen, der gegenwärtig wohl bedeutendste Religionspädagoge im deutschen Sprachraum, forderte ergänzendes Denken. Die Schulen sollten eine naturwissenschaftliche wie eine religiöse und philosophisch-ethische Allgemeinbildung vermitteln. Im Religionsunterricht sollte man nicht ohne naturwissenschaftliches Grundwissen über den Urknall und im Biologieunterricht nicht nebenbei über die Schöpfung reden. FAZ.net 15.07.2007 |
| Der Würzburger Molekularbiologe Professor Jörg Hinrich Hacker,
Vizepräsident der DFG, Deutsche Forschungsgemeinschaft, der größten
deutschen Forschungsförderorganisation: "Die Schöpfungslehre eignet
sich nicht zur Beschreibung der Evolution". Die DFG spricht sich für eine naturwissenschaftliche Behandlung der Evolution aus und meint daher: Keine Schöpfungslehre im Biologieunterricht. |
| Zum
Stand der Bildung in Biologie und Geographie in Deutschland (Sommer
2007) ist bezeichnend, dass Jesus.de Nachrichten durch eine
Meinungsumfrage entscheiden läßt, wie die Erde entstanden sei : |
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Affäre
Karin Wolff, CDU, um den
Biologieunterricht – |
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| Neben
dem, in Bezug auf Evolutionslehre unbedarften Roland Koch, CDU ( Walter Mixa, Bischof von Augsburg und Militärbischof, wurde bekannt u.a. durch seinen "Gebärmaschinen"-Vorwurf an berufstätige Mütter mit mehreren Kindern. Oder meinte er alle Mütter? Sie würden durch einen staatlichen Ausbau der Kinderbetreuung zu "Gebärmaschinen". Ein lediger Militärbischof fällt ein vernichtendes Urteil über Mütter, das alleine diskreditiert ihn! Ähnlich stümperhaft ist sein "Ausflug" in die Wissenschaft. Walter Mixa, unterstützt die hessische Kultusministerin Karin Wolff, CDU, zur Aufnahme der christlichen Schöpfungslehre in den Biologieunterricht. Das Vorhaben der CDU-Politikerin werde der Notwendigkeit gerecht, "eine Dimension des Denkens und der Vernunft wieder zurückzugewinnen, die wir in den letzten Jahrzehnten verloren haben", sagte Mixa der "Leipziger Volkszeitung". Er meinte, es gibt keinen philosophischen Absolutheitsanspruch der Evolutionstheorie. Damit hat er recht. Doch (meine Ansicht, nicht die Walter Mixas |
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| “The horror! The horror!”
Die Kultusministerin des deutschen Bundeslandes Hessen, Karin Wolff, CDU, sprach sich dafür aus, die Schöpfungslehre auch im Biologieunterricht zu behandeln. Eine Debatte über die Schöpfungslehre der Bibel sei die Chance für "eine neue Gemeinsamkeit von Naturwissenschaft und Religion", sagte Wolff der FAZ. Sie faßt die Behandlung weltanschaulicher Fragen in Biologie als einen "modernen Biologieunterricht" auf. Frau Wolff meinte, es gäbe in der symbolhaften Erzählung der Bibel von den sieben Schöpfungstagen eine "erstaunliche Übereinstimmung" mit der wissenschaftlichen Theorie. • Die Frage wäre noch: welche der Schöpfungsgeschichten aus der Bibel soll gelehrt werden Diese Meldung ist tatsächlich Horror, doch noch absurder ist, dass heute, 18. August 2007, diese Ministerin immer noch im Amt ist und für die Ausbildung der hessischen Kinder verantwortlich. |
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| Ministerin Karin Wolff, CDU, hat keine Ahnung
Der Tübinger Evolutionsbiologe Thomas Junker kritisierte die hessische Kultusministerin Karin Wolff, CDU, wegen ihrer Äußerung zur „erstaunlichen Übereinstimmung” zwischen Bibel und Evolutionstheorie Wolff blieb der Diskussionsrunde fern. Junker: „Entweder hat sie keine Ahnung von der Evolutionstheorie oder von der biblischen Schöpfungsgeschichte“. Meine Vermutung: weder noch. Zu einer Veranstaltung über einen modernen Biologieunterricht mit Thomas Junker und dem Naturphilosophen Hans-Dieter Mutschler, in der Frau Wolff etwas über die Evolution hätte lernen können, kam die Ministerin nicht. Sie hatte ihre Teilnahme erst zu- und später wieder abgesagt. |
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| Der Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera ( "Empörung über Wolffs Thesen zur Schöpfungslehre hält an", FAZ 3.7.2007 Karin Wolff, CDU, hat sich aus Sicht von SPD und Grünen mit ihren haarsträubenden Äußerungen über die Verbindung von Wissenschaft und Glauben als hessische Kultusministerin disqualifiziert. Ministerpräsident Roland Koch, CDU, – nicht gerade für Durchblick bekannt – verteidigte Karin Wolff gegen die Kritik an der Vermengung von Wissenschaft und Glauben. "SPD und Grüne: Wolff als Kultusministerin untragbar", FAZ 5.7.2007 |
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| Der
Wissenschaftler Hartmut
Michel (Nobelpreis für Chemie 1988) sprach sich
gegen eine Behandlung der christlichen Schöpfungslehre im
Biologieunterricht aus. Er widersprach damit der Politikerin Karin
Wolff, CDU, Hessens Kultusministerin "Nobelpreisträger gegen Schöpfungslehre im Bio-Unterricht", FAZ 2.7.2007 |
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| Die hessische Kultusministerin Karin Wolff, CDU, sieht in einer Debatte über die Schöpfungslehre der Bibel im Biologieunterricht die Chance für "eine neue Gemeinsamkeit von Naturwissenschaft und Religion". "Wolff will Schöpfungslehre im Biologieunterricht", FAZ 28.6.2007 | |
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| Nach
zwei Umfragen unter 1.228 Studienanfängern bezweifelt jeder achte
Lehramtsstudent der Universität Dortmund die Evolutionstheorie. 12,5 %
der Befragten ist es unklar, ob eine Evolution stattgefunden hat. Unter
den befragten Studenten waren auch 148 künftige Biologielehrer. |
| Die Familie R.
floh aus Hamburg, da sie ihre Kinder nicht in die öffentlichen Schulen
schicken wollten. Neben dem Sexualkundeunterricht ging den Eltern der
Evolutionsunterricht gegen den Strich. Die Eltern flüchteten mit ihren
6 Kindern vor der Schulbehörde mit unbekanntem Ziel. SZ,
31.8.2006, S. 10
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| Die
Gruppe Zwölf Stämme
sträubte sich in Bayern erfolgreich gegen Sexualkunde und Evolution ( |
| Links |
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| Literatur |
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| Oda
Lambrecht, Christian Baars:
Mission Gottesreich -
Fundamentalistische Christen in Deutschland. Links, 2009.
Broschiert, 256 Seiten |
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