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Junker
Kommentar zu Reinhard Junker:
"Schöpfung, Intelligent Design und Evolution bei „Terra X“"

Eine launige Verunglimpfung von Kreationismus und Intelligent Design – Junker Links
Harald Lesch, Astrophysiker und Naturphilosoph, beantwortete in der ZDF-Sendung „Terra X“ vom 22. Februar 2017 die Frage:
Hat Gott die Welt erschaffen? Genauer: Ist der Mensch von Gott geschaffen oder nur ein Produkt der Evolution?
Reinhard Junker, Geschäftsführer des evangelikalen Vereins Studiengemeinschaft Wort und Wissen e.V., ist ein Vertreter des Kreationismus und zerpflückte die Argumentation Leschs in einem Online-Kommentar.
Wer sich dafür interessiert schaue zuerst den TV-Beitrag Leschs an, dann lese er den Kommentar Junkers und dann meinen Kommentar zum Kommentar.
Einstieg
Junkers Kritik beginnt zustimmfähig. Der Einsteig Leschs sei karikaturhaft und er setze unzulässig den  Kreationismus mit  Intelligent Design (ID) gleich.
Das Argument für das ID, das Lesch gibt, sei ungenau.
Die wörtliche Bibelauslegung– so wie sie Lesch darstellt – sei nicht ernsthaft und sachgemäß.
Da hat Junker in allem recht.
Doch kann man das Monierte von der 8-Minuten-Sendung fürs breite Publikum kaum mehr erwarten. „Terra X“ ist eine populärwissenschaftliche Sendung. Im Kern trifft die Darstellung von Harald Lesch zu. Den  Auftrag „Macht Euch die Erde untertan“ will Lesch auch nicht näher ausführen, das wäre Themaverfehlung.
Insofern trifft Junkers Kritik zwar zu, verkennt aber den Adressatenkreis der TV-Sendung.
Ähnlichkeitsargumente
Auch die Beweisführung Leschs pro Evolution mit der Homologie (Ähnlichkeit) gefällt Junker nicht und da wird Junker oberflächlich.
Selbstverständlich kann man Anomalien bei Lebewesen auch ohne Evolution erklären (wie Junker ins Felde führt). Doch da geht man am Geist der Argumentation vorbei. Das Verblüffende ist ja, dass diese Anomalien nicht völlig anormal erfolgen, sondern in Übereinstimmung mit den Merkmalen ganz anderer Lebewesen. Wieso sollte ein intelligenter Designer einer Tierart (ansatzweise) Merkmale einer anderen Tierart mitgeben, die oftmals für die erste Tierart überflüssig, ja sogar störend sind?
Das Gegenargument läßt hier nicht auf sich warten: "Woher Harald Lesch weiß, wie ein Designer etwas zu konstruieren habe,  bleibt an dieser Stelle sein Geheimnis."
Das ist ein Totschlagargument, weil man damit alles erklären kann. Doch von einem intelligenten Designer darf man dann nicht mehr sprechen, sondern von einem willkürlichen.
Junker hat wieder recht: „Warum sollte also Evolution die einzige Erklärung sein?” Sie ist es nicht, aber sie ist diejenige, die nicht dauernd alle Merkmalanomalien als zufällige Ähnlichkeiten oder vom Designer so gewollt erklären muss.
Lückenbüßergott
Genau den letzten Punkt macht Lesch zum abschließenden Thema.
Wann immer sich Kreationisten und ID-ler und andere Menschen als Erklärung auf Gott beriefen, mussten sie im Laufe der Menschheitsgeschichte immer wieder sehen, wie natürliche Phänomene auch ohne Gott erklärt werden konnten. Leschs Beispiel ist das Gewitter mit Blitzen. Grundsätzlich ist das heutzutage ohne Gott erklärbar. Es bestehen aber Lücken (man kann nicht alles genau berechnen) und jetzt hat man mindestens zwei Wege: man erklärt die Lücken mit Göttern oder man forscht weiter und irgendwann wird die Lücke geschlossen oder verkleinert.
Die Wissenschaft verpflichtet sich zum methodischen Naturalismus und kommt immer ohne Gott aus. Gott, der da ist, wo die Wissenschaft noch nicht ist, ist ein Lückenbüßergott.
Eine Erwiderung Junkers ist hier: „Die massiven Defizite des Naturalismus werden beschönigend als Lücken kleingeredet.”
Ich denke, hier kann man Junker nachgeben und nicht mehr vom Lückenbüßergott sondern vom Defizitgott sprechen. Mir soll‘s recht sein. Am Argument ändert sich nichts.
Lesch baut den Gottesgläubigen am Ende seines Beitrags eine Brücke: „Trotzdem muss es [Wissenschaft] keine gottlose Veranstaltung sein.“ Darunter versteht man, dass man trotz des methodischen Naturalismus, an Gott glauben kann, aber halt aus anderen Gründen als das Erschauern vorm Blitz. Dieses Angebot versteht Reinhard Junker nicht einmal: " Was immer das dann noch heißen soll." OK, dann halt nicht.
Links
LeschHarald Lesch: Hat Gott die Welt erschaffen? Doku Terra X, ZDF, 22.02.2017
Reinhard Junker: Schöpfung,  Intelligent Design und Evolution bei „Terra X“. Eine launige Verunglimpfung von Kreationismus und Intelligent Design. JunkerHTML-VersionJunkerPDF
Junker Literatur zur Evolution
Junker Evolution – Anthropisches Prinzip – Intelligent Design – Kreationismus
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