| Ausländer in
Deutschland, Schwerpunkt Bayern. Archiv Jahr
2000 Mit schikanöser Behandlung von Ausländern ist zu rechnen. Archiv Hier war ein kurzes Zitat von Karl Valentin. Die Enkelin des Künstlers Anneliese Kühn will Karl Valentin hier öffentlich nicht sehen / lesen. Das Zitat wurde daher am 20. Juli 2005 entfernt. |
| Zur
Erinnerung: 16.Mai 2000. Der 31-jährige Roman Glaß wird vom
Landgericht Traunstein zu zehn Jahren Haft verurteilt, weil er im August 1999
in Kolbermoor den Mosambikaner Carlos
Fernando erschlagen hatte. Das Gericht folgte der Verteidigung und
erkannte nicht auf Mord, sondern auf Körperverletzung mit Todesfolge.
Süddeutsche Zeitung, 30.12.2000, S.62 Glaß
war Wiederholungstäter. Er verkündete vor der Tat: "Die Drecksnigger
gehören alle erschlagen." Trotzdem sah das Gericht keinen rassistischen
Hintergrund: die bayerische rechtsextremistische Statistik bleibt
niedrig. |
| Wanderungssaldo 1999 in Bayern von und zum Ausland
von +15.809 Personen. Pressemitteilung des Bayerischen Innenministeriums vom 3. August
2000 |
| Der evangelische Landesbischof Johannes Friedrich
plädiert für die Deportation von Ausländern: "Wer keinen
Anspruch auf Asyl hat, der muss schnell gehen in seinem eigenen
Interesse." Münchner Merkur, 22.12.2000,
S.3 |
| Großbritannien darf nach einer Entscheidung
seiner Lordrichter keine Asylbewerber mehr nach Deutschland und Frankreich
ausweisen. Ihnen drohe dort Deportation in Verfolgung und Tod. Deutschland und
Frankreich sind unsichere Drittstaaten. Süddeutsche
Zeitung, 21.12.2000, S.8 |
| "Von Humanität zu reden, aber
beim Geld zu kneifen, ist typische rot-grüne Heuchelei", kritisierte Beckstein. Bayern trägt weiterhin
die Transportkosten und eine Reisebeihilfe. Wocheninfo des
Bayerischen Staatsministeriums des Innern vom 08.12.2000 Becksteins
Kritik richtet sich dagegen, daß er vom Bund nicht genügend
Zuschüsse für seine Deportation von
Ausländern erhält! |
| Von Januar bis einschließlich November 2000
kamen 72.633 Asylsuchende nach Deutschland. Anerkennungsquote = 3,8 %, das
heißt Deutschland nahm in elf Monaten mickrige 2760 Asylsuchende auf.
Münchner Merkur, 8.12.2000, S.4 |
| Hilfsappelle des
Unterstützerkreises an Bayerns Innenminister Günther Beckstein, CSU, blieben ohne Erfolg.
Die Mitglieder des kongolesischen Flüchtlingschors "Botschafter Christi"
werden trotz Gefahr für Leib und Leben deportiert.
Süddeutsche Zeitung, 29.11.2000, S.L15 |
| Deportation von 63.050
Bürgerkriegsflüchtlinge aus Bosnien-Herzegowina "Von den ursprünglich hier lebenden ca. 65.000 Bürgerkriegsflüchtlingen sind ca. 97 Prozent ausgereist; weniger als 2.000 halten sich noch in Bayern auf. Dabei handelt es sich ganz überwiegend um Personen, die sich im Weiterwanderungsverfahren in die USA, Kanada oder Australien befinden, oder die als Traumatisierte (200 bis 300 Personen) oder als deren Angehörige ein Aufenthaltsrecht begehren." Wocheninfo des Bayerischen Staatsministeriums des Innern vom 01.12.2000 |
| "Der Präsident der
Handwerkskammer für München und Oberbayern, der CSU - Landtagsabgeordnete Heinrich Traublinger, hatte schon Ende Oktober die
Abschiebepraxis des Innenministeriums scharf attackiert. Auch er forderte unter
Hinweis auf den Arbeitskräftemangel vor allem im Handwerk eine Aussetzung
der Abschiebungen." Für eine weitere
Deportation von Ausländern sprachen sich aus
|
| Tunesier droht die Deportation kurz vor der
Doktorprüfung. Seit 1990 lebt Ammar Fetaiti in Deutschland und studierte.
Jetzt droht ihm Ausweisung obwohl seine Promotion noch nicht abgeschlossen ist.
Ausländerfeindlichkeit behördlich verordnet. Süddeutsche Zeitung, 22.11.2000, S.L3 |
| Bernhard
Falk, Vizepräsident des Bundeskriminalamts (BKA): Die deutsche
Polizei arbeitet seit zehn Jahren mit falschen und zu
niedrigen Zahlen bei rechtsextremistischen Straftaten. Es herrsche
Chaos bei der Zählweise und jedes Land zähle nach anderen Kriterien.
Süddeutsche Zeitung, 23.11.2000, S.6 |
| Stolz verkündet
Günther Beckstein, CSU: "Die Rückkehr der Bosnier aus Bayern ist ohnedies so gut wie abgeschlossen. Von den einstmals über 65.000 Bosniern befinden sich nur noch etwas über 1.000 Bosnier in Bayern, von denen sich fast alle im Weiterwanderungsverfahren nach USA oder Kanada befinden. Bei den Kosovaren ist ebenfalls kein Abschiebestopp vorgesehen." Wocheninfo des Bayerischen Staatsministeriums des Innern vom 17. November 2000 Ausländer werden also weiterhin gnadenlos deportiert. |
| "Diese Republik, und ich meine
deren westlichen Teil, hat seit jeher die Augen vor Hetzern und Rassisten in
einem Maße verschlossen, das über Fahrlässigkeit weit
hinausgeht." Gert Heidenreich, Süddeutsche Zeitung,
7.11.2000, S.17 |
| Das Bündnis der Afrikanischen Organisation
boykottierte die Demonstration in Berlin am Gedenktag der Pogrome von 1938:
"Viele der demonstrierenden Politiker sind ein Teil des Problems und nicht
seine Lösung." Süddeutsche Zeitung, 10.11.2000,
S.1 |
| Die CSU-Politiker blieben der
Posiumsdiskussion des Rosenheimer "Bündnis gegen
Rechts" (Parteien, Kirchen, Gewerkschaften) fern. Der ehemalige
KZ-Häftling Martin Löwenberg
machte für die rassistische Entwicklung in Deutschland auch "die geistigen
Brandstifter von der CSU" verantwortlich. "Die Zivilcourage der vielen
anständigen Menschen in diesem Land bleibt wirkungslos, wenn bestimmte
Politiker Rassismus und Ausländerfeindlichkeit zum Programm erheben."
Süddeutsche Zeitung, 6.11.2000, S.L15 |
| Deutschland ist im Ausland unbeliebt. Bayerns
Wissenschaftsminister Hans Zehetmair, CSU,
nannte die Green Card Aktion, mit der ausländische IT-Kräfte nach
Deutschland gelockt werden sollten: "Flop des
Jahres". Münchner Merkur, 21.10.2000,
S.1 |
| Friedrich
Merz, Fraktionschef CDU, forderte die Ausländer auf, sich der
|
| Während Politiker den Aufstand gegen rechte
Gewalttaten vom Bürger einfordern, manche Politiker gar die NPD verbieten
wollen, geht die bayerische Polizei hart gegen
NPD-Gegner vor. Am Informationsstand der NPD sorgten Polizisten
für Ordnung und nahmen mehrere Diskutierer fest, brachten sie ins
Präsidium. Dort wurde zumindest einer fotografiert, in eine Zelle
gesteckt, die Fingerabdrücke wurde ihm abgenommen. Münchner Merkur, 18.10.2000, S.7 |
| Man kann sie Fluchthelfer oder
Schleuser nennen, je nachdem, welche Emotion man erzeugen will. Jedenfalls gab
die Staatssekretärin im Innenministerium, Frau
Cornelie Sonntag-Wolgast, SPD, zu, daß es Ausländern in
Deutschland an den Kragen gehen kann: Schleuserkriminalität sei ein
besonders abscheuliches Verbrechen, bei dem aus Profitgier sogar der Tod der
geschleusten Menschen billigend in Kauf genommen werde. Süddeutsche Zeitung, 19.10.2000, S.6 |
| LiteraturnobelpreisträgerGünter Grass auf
der "Europäischen Konferenz gegen Rassismus", beim Europarat in
Straßburg, warf den Politikern vor, den "latenten Rassismus" der
Bevölkerung für ihre Zwecke zu nutzen. Grass erinnerte an
Wahlkampfslogans wie "Kinder statt Inder" und an eine Äußerung des
bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber,
CSU, der vor einer "Durchrassung des deutschen Volkes" gewarnt
hatte. Roland Koch, CDU, versuchte mit
"rassistischen Nebentönen" die Reform des Einbürgerungsgesetzes zu
hintertreiben. Grass sprach von "regierungsamtlichen Mittätern" und
beklagte, dass "der inhumane Umgang mit Asylsuchenden" in Deutschland zur
"rechtsstaatlichen Praxis" geworden sei. Süddeutsche
Zeitung, 14.10.2000, S.15 |
| Heiner
Geißler, CDU: "Politiker und Behörden haben massive
Mitverantwortung für das Ressentiment gegen Ausländer in der
Bevölkerung". Süddeutsche Zeitung, 11.10.2000,
S.6 |
| Literaturnobelpreisträger Günter Grass
wagte es darauf hinzuweisen, daß die Unionspolitiker, allen voran
Edmund Stoiber, CSU, und Roland Koch, CDU, für die Übergrriffe von
Rechtsradikalen mitverantwortlich seien. Alois
Glück, CSU, rügte nicht die rechtsradikalen Angriffe und
nicht die Mitverantwortung von CDU/CSU, nein, er rügte Grass'
Äußerung als "unglaubliche Entgleisung". Münchner Merkur, 12.10.2000, S.4 |
| SZ: "Aus der CSU kam der Satz: Wir
wollen Einwanderer, die uns nützen und nicht ausnützen. Ist das die
CSU-Position?" Thomas Goppel, CSU-Generalsekretär: "Das hat der Kollege Beckstein gesagt. Es ist ein Satz, der umschreibt, worum es geht, auch wenn ich behutsamer forumlieren würde." Süddeutsche Zeitung, 13.9.2000, S.2 |
| Edmund Stoiber,
CSU, zu EU-Sanktionen gegen die Beteiligung Rechtsradikaler an der
Regierung in Österreich: "Die Sanktionen habe ich von Anfang an für
völlig falsch gehalten." Er war der erste Staatsbesuch bei der
rechtslastigen Regierung. Süddeutsche Zeitung, 8.9.2000,
S.8 |
| "Würde die Demokratie den
Kampf gegen ihre Gegner mit allen Mitteln führen, verletzte sie die
Prinzipien, die sie eigentlich verteidigen will." "Organisationen lassen
sich verbieten, politische Gesinnungen nicht. Der beste Demokratieschutz ist
nicht die staatliche Repression von Extremisten, sondern die Bekämpfung
der Ursachen dieses Extremismus." taz, 29.8.2000,
S.13 |
| "Und dazu gehört ein ehemaliger Innenminister
[jetzt Ministerpräsident Bayerns, Edmund Stoiber,
CSU; H.H] eines Bundeslandes, der sich gegen eine durchrasste
Gesellschaft aussprach. Ebenso gefährlich ist der Minister [Günther
Beckstein, CSU; H.H], der zwischen nützlichen und uns
ausnützenden Ausländern unterscheidet. Hier beginnt die Ideologie der
Ungleichwertigkeit. Die Rechtsextremen radikalisieren diese Position." Wilhelm
Heitmeyer, Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und
Gewaltforschung der Universität Bielefeld. Süddeutsche Zeitung, 30.8.2000, S.15 |
| "Es ist
an der Zeit, einer muss es sagen. Deutschland ist rasistisch und
rechtsextrem." Ashwin Raman, Kommentator, taz, 30.8.2000, S.11 |
| Die Bezeichnung Rechtsextremist in innerdienstlichen
Mitteilungen der Bundeswehr ist vertretbar. Siehe dazu die Entscheidung des
Oberverwaltungsgerichts Koblenz
|
| "Die Union hat aus ihrer im
Übrigen gescheiterten Kloakenaktion
'Unterschriftenkampagne' vielschichtig gelernt. Eine ähnlich
blöde Kampagne will man nicht wieder starten, wohl weil man auch in
der CSU realisiert hat, dass in der Union mehr Schwule registriert sind
als Ausländer." Markus Schubert, Politikwissenschaftler, seit 15 Jahren
Mitglied der Jungen Union. taz, 28.8.2000, S.11 |
| Warten auf die amtliche
Deportation. "Denis Peba sitzt in Berlin im Gefängnis. Der
17-jährige aus Sierra Leone ist nach Deutschland geflohen, aus Angst vor
dem Bürgerkrieg, in dem seine Eltern ermordet wurden. Doch statt in
Freiheit landete Denis in einer Zelle. Dort wartet er auf seine Abschiebung.
Seit sieben Monaten schon. Ein Skandal, aber kein Einzelschicksal."
jetzt. Beilage der Süddeutschen Zeitung,
28.8.2000 |
| Amtliche
Schikanen gegen Ausländer. Eine brasilianische Studentin wollte
nach dem Praktikum ihr Visum um zwei Monate verlängern. Sie benötigte
10 Besuche beim Kreisverwaltungsreferat München. Ein anderer Praktikant
hatte sein Visum um einen Tag überzogen und sei deshalb beim Einchecken
zum Heimflug in Abschiebehaft genommen worden. IASTE International
Association for the exchange of students for technical experience in einem
Brief an OB Christian Ude. Süddeutsche Zeitung, 19.8.2000,
S.54 |
| "Nach wie vor werden weniger als 15% der
Antragsteller als Asylberechtigte anerkannt bzw. erhalten vorübergehenden
Abschiebeschutz." Quelle: |
| Ludwig Stiegler, stellvertretender
Fraktionsvorsitzender der SPD- Bundestagsfraktion: Wer wie Stoiber und Beckstein laufend die Parole von den "Ausländern, die uns ausnützen" unter die Leute bringt, um sich rechts anzubiedern, muss sich nicht wundern, dass schlichte und rechtsextrem orientierte Gemüter zur Tatschreiten. Mit ihren Haiderschen Parolen gehört die CSU leider zu den geistigen Wegbereitern und Stichwortgebern der rechtsextremistischen Taeter. Sie ist deshalb als erste gefordert, ihre politische Sprache zu überpruefen, um den Tätern keine falsche Legitimation mehr zu geben! Die CSU ist nicht der Biedermann, als der sie sich geriert; sie gehört leider zu den geistigen Brandstiftern! Münchner Merkur, 16.8.2000, S.4, und http://www.bayernspd.de/ |
| Wenn es um konkrete Aktionen gegen Gewalt von Rechts
geht, ist den Politikern, allen voran Günther Beckstein, CSU, "Nicht
Wegschauen" nicht so willkommen. Siehe dazu
Flugblattverteilung
gegen die ständige Deportation von Ausländern (3658 allein vom
Münchner Flughafen 1999). |
| "Freilich hat ja Innenminister Günther Beckstein soeben sehr
treffend die Ausländer in zwei Kategroien eingeteilt, nämlich in
solche, die uns nützen und für die eine Blue Card den Aufenthalt
ermöglichen soll, und in solche, die uns 'ausnützen'. Darunter fallen
fast alle Asylbewerber." Elisabeth Kurtz, Starnberg; aus einem Leserbrief, Süddeutsche Zeitung, 11.8.2000, S.11 |
| Die CSU will die Zuwanderung von Ausländern
begrenzen: 800.000 pro Jahr. Mehr Ausländer pro Jahr seien nicht tragbar,
sagte CSU-Generalsekretär Thomas
Goppel im Deutschland Radio Berlin. Süddeutsche
Zeitung, 9.8.2000, S.6. Mehr zum CSU-Ausländerbeschränkungsprogramm.
Vorsicht! Rechtsradikaler Inhalt ist
nicht ausgeschlossen! Ich distanziere mich. |
| Ludwig Stiegler, stellvertretender
SPD-Fraktionsvorsitzender: die CSU gehört "zu den
geistigen Brandstiftern", sie betätige sich mit "Haiderschen Parolen" als "Stichwortgeber rechtsextremistischer Täter".
Süddeutsche Zeitung, 7.8.2000, S.6 Stiegler: "Die
CSU ist nicht der Biedermann, als der sie sich geriert; sie gehört leider
zu den geistigen Brandstiftern." Münchner Merkur,
8.8.2000, S.4 |
| Die CSU setzt weiterhin auf
Diskriminierung von Minderheiten (Ausländer, Homosexuelle,
kleine Religionsgemeinschaften...). Am Nürnberger Standesamt wurde einem
Tamilen zunächst verweigert, seine Tochter Srienithy zu nennen. Erst nach
Intervention klärt man sich dazu bereit, auch einen fremdländischen
Vornamen zu akzeptieren. Süddeutsche Zeitung, 4.8.2000,
S.L7 |
| 16.Mai 2000 Das Landgericht
Traunstein verurteilt Roman G. wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu
zehn Jahren Haft. Er hatte im August 1999 einen Mosambikaner mit Schlägen
und Tritten schwer verletzt. Der Afrikaner starb an den Folgen dieser
Verletzungen. Süddeutsche Zeitung, 2.8.2000, S.L7
Etwa zur selben Zeit erhält ein bisher unbescholtener Mann wegen Mord an
einer Deutschen lebenslänglich. Roman G. war einschlägig vorbestraft.
|
| Heinz Fromm,
Verfassungsschutzpräsident: "Die Täter gehen offenbar
davon aus, dass sie bei der Bevölkerung nicht mit großem Widerstand
gegen ihre Aktionen rechnen müssen. Sie haben sogar das Gefühl, diese
Taten im Namen vieler zu begehen." Süddeutsche Zeitung,
29.7.2000, S.11. Rudolf Egg, Leiter der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden: "Das Mitleid mit den Opfern ist beim Täter völlig ausgeschaltet." Münchner Merkur, 29.7.2000, S.3 |
| 13 Asylbewerber bilden den
angolanisch/kongolesischen Chor "Les Ambassadeurs pour Christ". Ihnen droht
unmittelbar die Deportation in die Bürgerkriegsländer Angola und
Kongo (willkürliche Verhaftungen, Folter, etc.).
Der Pressesprecher des Innenministeriums Michael Ziegler hetzt:
alle Mittel sind ausgeschöpft und Gnade gibt es
nicht. Süddeutsche Zeitung, 24.7.2000,
S.L8 |
| Bayern hat im 1.Halbjahr 2000 nur 5082 Asylbewerber
aufgenommen. Das sind 1577 (=23,7%) weniger als im Vergelichszeitraum 1999.
Derzeit halten sich in Bayern nur 18 000 Asylbewerber auf. Barbara Stamm,
bayerische Sozialministerin. Süddeutsche Zeitung,
20.7.2000, S.L9 |
| Leserbrief
von Peter Schwaiger, Gstadt, Oberbayerisches Volksblatt,
15.7.2000, S.XXII |
| Der Bundestag forderte einstimmig die
Bundesregierung auf, traumatisierte und jugendliche Flüchtlinge aus den
Staaten des ehemaligen Jugoslawien nicht durch die Bundesländer abschieben
zu lassen. Rund 100 Bundestagsabgeordnete nahmen an der Abstimmung teil, die
erst gegen ein Uhr morgens am Freitag, 7.Juli, statfand. Nur so ist es wohl zu
erklären, daß sogar CDU Abgeordnete - den Durchblick verlierend -
dafürstimmten. Gerade in Bayern und Berlin drohe die Abschiebung in Folter
und Verfolgung. Süddeutsche Zeitung, 8.7.2000,
S.2 |
| Zum Tod von 58 einreisewilligen
Männer und Frauen in der Hafenstadt Dover meint Berndt Georg Thamm,
Fachautor für Kriminalistik: "Je mehr die legale Einwanderung
erschwert wird und je effektiver die Grenzkontrollen werden, desto mehr
brauchen illegale Zuwanderer die Hilfe professioneller Schleuser."
Münchner Merkur, 20.6.2000, S.3 |
| Der bayerischen Regierung sind die Grundrechte ein
Dorn im Auge. Günther Beckstein, CSU,
bereitet eine Initiative zur endgültigen Abschaffung des
Grundrechts auf Asyl vor. Auf dem Papier steht es ja immer noch. Die
Zuwanderung soll streng begrenzt werden. Am "Boot voll" kann es nicht liegen,
denn gleichzeitig soll die Zuwanderung aus "Wirtschafts- und
arbeitsmarktpolitischen Gründen" zugelassen werden. Süddeutsche Zeitung, 17.6.2000, S.64 |
| Ein
vorderster Front der Ausländergegner
steht wieder einmal Wolfgang Zeitlmann, CSU,
MdB. Er kritisierte: mit der Aufhebung des Arbeitsverbots für
Asylbewerber (von der Regierung diskutiert), werden Zuwanderungsanreize
geschaffen (na und?). Süddeutsche Zeitung, 25.5.2000,
S.5 Politik von Wolfgang Zeitlmann,
CSU |
| Jürgen Micksch, Vorsitzender des
Interkulturellen Rates: "Im europäischen
Vergleich haben wir in Deutschland und Belgien die fremdenfeindlichsten
Einstellungen." Süddeutsche Zeitung, 23.5.2000,
S.12 |
| Die SPD-Grüne-Regierung will ein
"Bündnis für Demokratie und Toleranz". Pro Asyl, Amnesty
International und andere haben ihre Teilnahme an der veranstaltung abgesagt,
sie reden von "Larifari", mit dem Otto Schily,
SPD, verdecken wolle, dass es "ein Teil des
Problems" sei, wie dies der evangelische Pfarrer Jürgen
Micksch, der Vorsitzende des Interkulturellen Rates, sagt. Süddeutsche Zeitung, 23.5.2000, S.1 |
| Der Leiter der
Staatskanzlei der CSU, Erwin Huber, und
Rupert Scholz, CDU, sind dagegen,
daß sich Asylsuchende ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Die
Forderung des Präsidenten der Deutschen Arbeitgeberverbände Dieter
Hundt nach einer Lockerung des Arbeitsverbots, werten die beiden C-Politiker
als "Kampfansage". Süddeutsche Zeitung, 22.5.2000, Seite
2 |
| Nach dem Studium
unerwünscht. Ausländische Spezialisten bekommen nach dem
Examen keine Arbeitserlaubnis in Deutschland. Man sucht Spezialisten im
Ausland, schickt sie aber nach dem Studium weg. Süddeutsche Zeitung, 19.Mai 2000, Seite 2 |
| Transitbereich Frankfurter Flughafen: wer abgelehnt wird, dem
drohen in der Heimat Gefängnis, Folter und
Tod. Zwischen 70 und 200 Personen unterschiedlicher Herkunft leben
in zehn kleinen Zimmern der Flüchtlingsunterkunft. Seit 1993 gab es 100
Fluchtversuche, in den drei vergangenen Jahren gab es 18 Selbstmordversuche.
Süddeutsche Zeitung, 17.5.2000, Seite 9 |
| Der russische
Konzertpianist Boris Berezovsky wurde vom Bundesgrenzschutz in
München schikanös behandelt.
Trotz einer Einladung zu einem Konzert bei den Schwetzinger Festspielen wurde
er abgeschoben. Süddeutsche Zeitung, 9.5.2000, Seite L1 |
| Eine traumatisierte Kriegsflüchtende und ihre Familie aus
Bosnien wurde in Berlin ausgewiesen. Von
der US-Einwanderungsbehörde wurde sie als "Opfer von Folter oder schwerer
Gewalt" zur Einreise angenommen. Süddeutsche Zeitung,
27.4.2000, Seite 8 |
| In einem Brief appelierten 100
Bundestagsabgeordnete gegen die Abschiebung von
Balkanflüchtlingen. Sie wollen, daß von den Deportationen
folgende Personenkreise ausgenommen werden: 1. Behinderte, Kranke, allein
stehende Alte, Mütter mit Kleinkinder, unbegleitete Minderjährige; 2.
Traumatisierte; 3. Ehepaare, die verschiedenen Ethnien angehören; 4.
Lagerinsassen; 5. Kriegsdienstverweigerer und Deserteure; 6. Zeugen in
Kriegsverbrecherprozessen; 7. Jugendliche, die in Deutschland aufgewachsen
sind. Süddeutsche Zeitung, 22.4.2000, Seite
6 |
| Gegen
Ausländer stellte sich auch Wolfgang
Zeitlmann, CSU, MdB: "So lange wir selber noch 30 000
qualifizierte Arbeitslose in dieser Branche haben, muss jede Zuwanderung ans
Nicht-EU-Staaten unterbleiben." Oberbayerisches Volksblatt,
4.4.2000, Seite 17 Politik
von Wolfgang Zeitlmann, CSU |
| Wer bisher glaubte, so
richtig ausländerfeindlich geht es nur bei CSU, DVU und FPÖ zu, wird
eines anderen belehrt. Rüttgers, CDU auf seiner Homepage Vorsicht, rechtsradikaler Inhalt nicht ausgeschlossen für Kinderarbeit "Statt Inder an die Computer müssen unsere Kinder an die Computer." gegen Ausländer "Die Aufnahmefähigkeit Deutschlands ist erschöpft." "Wer die Intelligenz der Länder der Dritten Welt abwirbt, versündigt sich an deren Entwicklungsmöglichkeiten." Schwere Vorwürfe an die Ära Kohl "Die in den letzten Jahren in den meisten Bundesländern von der SPD zu verantwortende Bildungspolitik hat versagt." Es gibt genügend Länder unter CDU/CSU Herrschaft! Sechzehn Jahre lang stöhnte dieses Land unter dem CDU/CSU/FDP Regime. |
| Deutsches Asyl"recht": Da in
Afghanistan Bürgerkrieg herrsche, gebe es dort keine staatliche oder
staatsähnliche Gewalt. Polititsche Verfolgung könne aber nur von
einer Staatsgewalt ausgehen. Resultat: Wer nicht von einer staatlichen
Institution verfolgt wird, hat keinen Anspruch auf
Asyl. Pro Asyl, 3.März 2000 |
| Das Asylrecht ist in
Deutschland praktisch abgeschafft. "Nur zehn Prozent derer, die Asyl beantragen, bekamen in den letzten zwei jahren Asyl oder Abschiebeschutz zuerkannt. Von zehn Leuten müssen neun später wieder Deutschland verlassen." Günther Beckstein, Süddeutsche Zeitung, 1.3.2000, Seite L7 |
| Günther Beckstein, CSU,
zu einem, von einem bayerischen Gericht geladenen Ausländer:
"Der kommt aus dem Flugzeug 'raus und wird von der Polizei festgenommen -
das wäre meine Traumvorstellung." SZ, 3.2.2000, Seite
L1 |
| Bayerns Sozialministerin Barbara Stamm, CSU, zur Integration von
Ausländern: "Die Integration ist keine Einbahnstrasse". Damit
zeigte Bärbel kurz vorm Jahresabschluss ihre gnadenlose soziale
Kälte: jeder Integrierte muss damit rechnen, dass diese grosse Gunst der
bayerischen Regierung auch wieder zurückgenommen wird. |
| Was DVU
und NPD fordern ("Ausländer raus"), wird in Bayern seit Jahren
praktiziert. |