Integration auf der Alm: Da
Auslända-Bua aus der Sammlung Oberbayrischer
Volkslieder. Herausgegeben von Kiem Pauli |
He Bua, wennst naus gehst durchs Tal, ja nacha
juchatzt amal, ja das i di no amal hör, vielleicht mei Lebtag nimma
mehr. |
I ko net lesn und net schreibn, i ko koan Deandl treu
bleibn, muaß in da Welt uma walgn, als wia da Hirsch auf da
Alm. |
Und üba d'Auern da tuats schauern, da tuats Riesl
werfa, i bi da Auslända-Bua, i wer wohl singa derfa. |
Gesungen von Anni Bauer,
Gaißach-Lehen, 11.10.27; in: Kiem Pauli: Alte Oberbayerische
Volkslieder. Köln 2001. |
| Kiem Pauli (25.10.1882
München 10.9.1960 Kreuth) Sammler, Förderer und Bewahrer
bodenständiger bayerischer Volksmusik |
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Dieses Volkslied ist ein Wechselgesang,
darin ähnlich den Feldgesängen ("field hollers") der versklavten
Afrikaner in Nordamerika, in Frage und Antwortstruktur. Die zweite Strophe
erinnert zuerst an:
"Send me no letter 'cause I can't read." Fats Domino: I'm Ready, Imperial 1959;
Fats Domino |
Und dann an:
"I'm a travelin' man I've made a lot of stops all
over the world And in every port (part ?) I own the heart Of at least
one lovely girl " Ricky Nelson: Travelin' Man,
Imperial 1961 |
Insgesamt zeigt der Text, daß es der
Sennerin egal war, ob der Bursch ein Ausländer war: Integration auf der
Alm. Da Auslända-Bua spricht hervorragendes Bairisch und beruft sich in
der letzten Zeile auf seine Grundrechte. |
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