| Gesinnungstest Der Staat will durch Lauschangriffe und Geheimdienste nicht nur wissen, was seine deutschen Bürger sagen und denken, sondern durch Tests auch sicherstellen, dass Einbürgerungswillige in Quizshows auftreten können und die vorgeschriebene Gesinnung haben (oder zumindest die Fragen entsprechend beantworten) |
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| Das
grosse Missverständnis: Politiker meinen, Werte und Einstellung zu Werten
könne man abfragen |
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| Anhaltende Kritik am
Einbürgerungstest Der Vorsitzende des Bundestagsinnenausschusses, Sebastian Edathy, SPD, forderte eine Überarbeitung des Einbürgerungstests. Viele Fragen seien irreführend oder falsch. SZ, 2.9.2008 |
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| Ab 1.9.2008 soll es in Deutschland
einen bundesweiten Einbürgerungstest
geben, wenn man sich um einen deutschen Pass bewirbt. Die Fragen (sie stehen freilich Ende Mai 2008 noch nicht fest; die Volkshochschulen sollen darüber Kurse abhalten; tpypisch deutscher Politikermurks) sind selbst für Deutsche knifflig. Beispiel: "Wer bestimmt die Regierung in Deutschland?" Mögliche Optionen: "Das Militär, die Unternehmen, der Wähler oder die Medien?" SZ 26.5.2008, S. 1 Klar ist: die Wähler sind es nicht. Die dürfen allenfalls Parteien und einzelne Abgeordnete wählen. |
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| "Zu den grundgesetzlich garantierten Freiheiten
gehört auch die, sich einen Dreck für vaterländisches
Bildungsgut zu interessieren. Darin ist der Text in sich verfassungswidrig."
Friedrich Küppersbusch, Journalist und Fernsehproduzent, taz, 27.3.2006,
zu den Einbürgerungstests der CDU und CSU. |
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Der Fragebogen zum Gesinnungstest
für Ausländer wurde von Lesern der Süddeutschen Zeitung am 27.
März 2006 (S. 18) in der Luft zerfetzt.
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Die tiefe Abneigung der deutschen Politiker gegen
Migranten und andere Ausländer zeigt sich in immer neuen Hürden die
sie zur deutschen Staatsbürgerschaft aufbauen: Geburt und Sozialisierung
genügen nicht; potentielle Deutsche werden geheimdienstlich behandelt;
Arbeitsverbot (wohl um den Neid der heimischen Bevölkerung zu
schüren). Dazu kommen schriftliche Gesinnungstests.
Anmerkungen:
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| Die Massnahmen gegen
einbürgerungswillige Ausländer werden in Bayern nochmals
verschärft. Zur bereits praktizierten Anfrage beim Verfassungsschutz und
der Polizei kommt ab März 2006 auch ein Test, welchen politischen,
religiösen und gesellschaftlichen Gruppierungen man zuneigt. Wer
unvorschriftsmässigen Parteien oder Religionen nahe steht soll nicht
eingebürgert werden. Fraktionschef der Grünen im bayerischen Landtag,
Sepp Dürr: "Ein Fragebogen und
Gesinnungschnüffelei bringen nicht mehr Sicherheit". Ministeriumssprecher
Michael Ziegler verteidigte dagegen die
Gesinnungsabfragerei. Süddeutsche Zeitung,
15.2.2006, S. 37 Innenminister Dr.
Günther Beckstein, CSU: "Das Gesetz schreibt vor, dass
Einbürgerungsbewerber Zweifel an der Verfassungstreue zuverlässig vor
der Einbürgerung auszuräumen haben. Wir müssen vor der
Einbürgerung feststellen können, ob der Bewerber mit beiden Beinen
auf dem Boden unserer Verfassung steht". Wer kein Christ ist oder nicht der Staatspartei angehört, ist anscheinend als Extremist verdächtig. |
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| Das bayerische Kabinett unter Ministerpräsident
Edmund Stoiber, CSU, hat anscheinend Mangel
an Themen. Es diskutierte und forderte zur Einbürgerung einen
Staatsbürgerschaftstest, Sprachtest und die Regelanfrage beim
Verfassungsschutz. Stoiber: "Ausländische Mitbürger, die die deutsche
Staatsbürgerschaft anstreben, sollen Kenntnisse über Deutschland,
über seine Werte und über die deutsche Sprache nachweisen".
Der Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für Integration und Migration, Rainer Volkmann: "Stoiber ist ganz offenkundig auch inhaltlich nicht mehr auf der Höhe der Zeit und kennt nicht die Rechtslage, die er selbst im Bundesrat mitbeschlossen hat". Alle drei vom Kabinett Stoiber geforderten Punkte: Staatsbürgerschaftstest, Sprachtest und Regelanfrage beim Verfassungsschutz sind bereits geltendes Recht und damit "a gmahde Wiesn".
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