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Vertreibung,
Abschiebung, Duldung Die Konferenz der Länder-Innenminister beschloß Regelung zu Vertreibung, Abschiebung, Duldung: Die Innenminister-Dekrete, November 2006, und die Vertreibungsdekrete, März 2007
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| Jugendliche
wählen Joachim Hermann, CSU, zum Abschiebeminister 2011 Im Rahmen eines Gala-Abends der Jugendlichen Ohne Grenzen am 8. Dezember 2011 wurde Joachim Hermann, CSU soeben zum inhumansten Landesinnenminister gewählt. Tschingis Sülejmanov von Jugendliche Ohne Grenzen: „Joachim Hermann hat sich durch seine Lager- und Abschiebepolitik besonders hervorgetan“ erklärt Tschingis Sülejmanov von Jugendliche Ohne Grenzen, „Flüchtlinge in Bayern leben nicht nur im rigidesten Lagersystem Deutschlands, Hermann blockiert zudem eine echte Bleiberechtsregelung und möchte auf der Innenministerkonferenz erreichen dass Irakische Flüchtlinge in den Zentral- und Südirak abgeschoben werden, obwohl die Sicherheitslage dort weiterhin katastrophal ist.“
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| Abschiebung aus Deutschland in den Tod Die 47-jährige Roma Borka T. wurde in den frühen Morgenstunden des 7. Dezember 2010 gemeinsam mit ihrem Ehemann und dem 14-jährigen Sohn Avdil von der Polizei in ihrer Wohnung in Mayen bei Koblenz abgeholt. Das Abschieben und Gefangennehmen im Morgengrauen hat in Deutschland eine lange Tradition. Innerhalb 30 Minuten müssen sie packen. Auch das hat Tradition. Also soweit eine ganz gewöhnliche deutsche Abschiebung. Für die drei ging es nach Pristina. Frau Borka T. war in Deutschland in fachärztlicher Behandlung. In Pristina gab es keine geeigneten Ärzte und keine Medikamente. Doch das ist den deutschen Vollzugsorganen egal: Inhumanität ist ein deutscher Trumpf. Kurz nach dem Jahreswechsel brach Borka T. zusammen und fiel in einer Klinik in Kragujevac ins Koma. Sie starb an einer Gehirnblutung. Die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz schiebt die Verantwortung auf das Verwaltungsgericht Trier, dieses auf die Vorgaben des Auswärtigen Amts. Kommt bekannt vor? Keiner war Schuld. Auch das ist deutsche Tradition |
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| Inhumanes Vorgehen gegen Flüchtlinge Eine Familie aus dem Kosovo flüchtete nach Griechenland, dann nach Luxemburg, wieder zurück in den Kosovo. Dort hielt sie es nicht aus und flüchtete nach Bayern. In Hauzenberg sind sie bestens integriert. Jetzt soll die Familie abgeschoben werden. Die Familie gehört zu einer Volksgruppe, die im Kosovo nichts Gutes zu erwarten hat. Humanität ist bei den Behörden Bayerns kaum Trumpf. Doch sogar das Landratsamt Passau befürwortete, den Verzicht auf die Vertreibung der Familie in den Kosovo. "Flucht nach vorne in der Schule", SZ, 21.9.2010, S. 37 |
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| Die
Bundesregierung teilte am 17. April 2009 mit: Im Jahr 2008 wurden aus
Deutschland 8394 Menschen abgeschoben (7778 Menschen wurden per
Flugzeug abtransportiert, 616 zu Lande). Knapp 13.000 Menschen wurde an
deutschen Flughäfen und an den Grenzen sofort die Zuflucht verweigert.
Das sind die offiziellen Vertreibungszahlen, viele Tausende werden
anderweitig aus Deutschland vertrieben, verlassen Deutschland aus
Verzweiflung oder Druck. SZ 18. April
2009, S. 6
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| Der Freistaat
Bayern steht fest an der Seite der Heimatvertriebenen, Aussiedler und
Spätaussiedler. Ministerpräsident Günther Beckstein, CSU, äußerte dies am 7.9.2008 in Coburg beim Zentralen Tag der Heimat. Allerdings versteht Beckstein unter Heimatvertriebenen anscheinend nur die 2,7 Millionen Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler, die seit 1945 nach Bayern gekommen sind. Die Heimatvertriebenen der jüngsten Jahre wurden entweder nicht nach Bayern gelassen ( |
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Unter dem Titel "Wissenschaft, Planung, Vertreibung - Der Generalplan Ost der Nationalsozialisten" zeigt die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG an verschiedenen Standorten eine Ausstellung, die von der engen Verbindung akademischer Forschung, rationaler Planung und Forschungsförderung im Dienste der nationalsozialistischen Eroberungs- und Vernichtungspolitik berichtet. |
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| Bayern besteht auf einer Verschärfung der
Vertreibungsdekrete vom November 2006 Edmund Stoiber, CSU: "Unsere Position war von Anfang an: Wir wollen keine weitere Zuwanderung in die Sozialsysteme. Deswegen werden wir darauf dringen, dass die bisherige Koalitionsregelung in unserem Sinne verändert wird." Dagegen: Mmit „Integration statt Ausgrenzung und Abschiebung“ fordert Maria Scharfenberg, Grüne, im Petitionsausschuss des Landtags, eine humanitäre und pragmatische Bleiberechtsregelung. |
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| Günther
Beckstein, CSU: "Bleiberechtsregelung der Innenministerkonferenz bietet
faire Chance für faktisch wirtschaftlich und sozial integrierte
Ausländer und vermeidet Zuwanderung in die Sozialsysteme – nach nur 100
Tagen bereits über 650 positive Entscheidungen in Bayern." In Wirklichkeit bieten die Dekrete der Innenministerkonferenz kaum eine Chance für Ausländer.
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| In
Deutschland leben etwa 200.000 Ausländer, die wegen politischer oder
religiöser Unterdrückung oder Verfolgung aus ihrer Heimat geflohen
sind. Sie sind bei uns keine anerkannten Asylbewerber (Asylrecht wurde
praktisch abgeschafft: |
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| Die Innenminister errichteten hohe Hürden für die Duldung von Ausländern in Deutschland. Die ausländerablehnenden Hardliner unter den Innenministern Günther Beckstein, CSU, und Uwe Schünemann, CDU, setzten sich durch. SZ, 18.11.2006, S. 1 und S. 4 | |||||||||||||||
| Die Innenminister zeigten dabei auch geschichtliches Verständnis: die Dekrete wurden auf der IMK-Herbstkonferenz in Nürnberg, der Stadt der Parteitage, beschlossen. | |||||||||||||||
Geduldet wird
ein Ausländer in Deutschland nur, wenn er folgende Bedingungen erfüllt:
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| Geduldeten
Ausländern soll die Arbeitssuche erleichtert werden. Vergleiche das mit
der 1. Forderung: er/sie wird nur geduldet, wenn er/sie bereits Arbeit
hat |
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| Wer bis 30. September 2007 keinen Arbeitsplatz hat wird aus Deutschland vertrieben. Innenminister Günther Beckstein will dies rigoros durchziehen. | |||||||||||||||
| Dass
diese Innenminister-Dekrete
für die Ausländer extrem schlecht sind, zeigt sich daran, dass sie
Beckstein als gutes Ergebnis bezeichnete. Nur eine fünfstellige Zahl
der ca. 190.000 geduldeten Ausländer in Deutschland werden
voraussichtlich von der Regelung profitieren. Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Dr. Edmund Stoiber begrüßte das Ergebnis der IMK zum Bleiberecht von Ausländern: "Das Ergebnis der Innenministerkonferenz ist ein voller Verhandlungserfolg für Günther Beckstein und für die Linie, die die Union hier seit vielen Jahren vertreten hat." |
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| Für spätere Vorwürfe sicherten sich die
Innenminister ab. Hessens Innenminister Volker Bouffier, CDU,
zu Spiegel Online: "Nach mehreren Gläsern Wein hat es in den frühen
Morgenstunden dann geklappt." Die Dekrete kamen also unter
Alkoholeinfluss zustande. |
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| Axel Graser, SWR,
ARD-Hauptstadtstudio: "Das Ergebnis der Innenministerkonferenz ist
enttäuschend"; |
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| Kritik an den Nürnberger Dekreten kam von den Oppositionsparteien, Flüchtlingsverbänden, Wohlfahrtsverbände und von den christlichen Kirchen. In München sind beispielsweise von den 3000 geduldeten Ausländer nur 700 vom neuen Vertreibungsrecht positiv betroffen. OVB, 21.11.2006, S. 1 | |||||||||||||||