| Geplante Warndatei über
ausländerfreundliche Personen (zunächst)
gescheitert Projekt zur Erfassung aller Personen, die Ausländer nach Deutschland einladen (Visa-Warndatei) |
| Im Februar 2009 einigte sich die
große Koalition aus CDU, CSU und SPD auf eine Warndatei über
ausländerfreundliche Personen. Die innenpolitischen Sprecher von Union und
SPD, Hans-Peter Uhl und Dieter
Wiefelspütz, berichteten, das Bundesinnenministerium habe einen
Gesetzentwurf erarbeitet, der am 4. März vom Bundeskabinett beschlossen
werden soll. Neben der eigentlichen Warndatei Neben der Warndatei sollte auch
eine Einlader-Datei gepflegt werden, in der Personen gespeichert werden
sollten, die innerhalb von zwei Jahren fünf oder mehr visumpflichtige
Ausländer einladen. Angeblich sollte die Warndatei Delikte wie etwa
Einschleusung, Schwarzarbeit und Menschenhandel in Deutschland zu erfassen und
künftig verhindern. In Wirklichkeit sollten eben alle Personen erfasst
werden, die Ausländer nach Deutschland einladen. So wie man unsere
Politiker kennt, wäre die Erfassung in den nächsten Jahren ausgebaut
worden. Mitte März 2009 war der Gesetzentwurf nach heftigen Protest von Datenschützern und Verbänden (zunächst) gescheitert. Wir sehen kaum noch eine Möglichkeit, dass das Gesetz noch in dieser Wahlperiode kommt, sagte der Sprecher von Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU), Stefan Paris, am 10. März 2009. Wolfgang Bosbach, CDU, war ein Befürworter dieser neuerlichen Überwachungsmassnahme und sprach von einem "klaren Bruch der Koalitionsvereinigung." |
| Ich meldete mich am 19. März 2009 freiwillig trotz fehlender gesetzlicher Grundlage für einen Eintrag in die Warndatei |
| Herrn Wolfgang Schäuble
Bundesministerium des Innern Alt-Moabit 101 D D - 10559 Berlin |
Sehr geehrter Herr Schäuble, Ihr Vorschlag eine Warndatei für ausländerfreundliche Personen einzurichten, ist wie ich der Tagespresse entnehme als Gesetzesentwurf vorerst gescheitert. Sie wollten diejenigen Personen zentral erfassen, welche Ausländer zu einem Besuch nach Deutschland einladen oder sich zur Übernahme der Kosten verpflichten. Es ist nicht weiter verwunderlich, dass in einem Staat, dessen Innenministerium sich ständig weitere Überwachungsmassnahmen, besonders bezüglich freundschaftlichen Kontakt mit Ausländern, ausdenkt, die Jugendlichen so hoch ausländerabwehrend (um es freundlich auszudrücken) und gar rechtsradikal eingestellt sind, wie eine Studie in der letzten Woche zeigte. Ein Sprichwort sagt: Wie der Herr, so's Gscher! Trotzdem zeige ich als Bürger Zivilcourage und melde mich freiwillig als erster Eintrag in Ihre Warndatei. Auch wenn sie nicht zum Gesetz wird, werden Sie diese ja wohl ins Leben rufen und wenn es nur auf freiwilliger Basis ist. Ich habe in den letzten Jahren zahlreiche Ausländer zu uns nach Deutschland eingeladen: aus Österreich, Ungarn, Ukraine, und den USA. Zudem kenne ich eine japanische Doktorandin und habe ihr beim Umzug innerhalb Münchens geholfen. Ich kannte einen polnischen Doktorand, der aber inzwischen wegen der unerträglichen Ausländerfeindlichkeit in Deutschland nach England ging. Außerdem kenne ich einen Studenten an der LMU München, der einen Araber kennt. Bitte teilen Sie mir mit, welche weiteren Daten Sie genau für den Eintrag in die Visa-Warndatei benötigen. Vor allem aber auch, wann die Erfassung meiner Daten geschehen ist. Ich werde diesen Brief auf meinem Webauftritt http://www.gavagai.de veröffentlichen. Mit freundlichen Grüßen Herbert Huber |
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