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Keitetsi
Keitetsi, China: Sie nahmen mir die Mutter und gaben mir ein Gewehr. Mein Leben als Kindersoldatin
[Mit liv som barnesoldat i Uganda] München: Ullstein, 2002. 319 Seiten. Sigrid Engeler, Übs.
Kindersoldaten Kindersoldatenkindersoldaten Literatur zu Kinderarbeit, Kinderprostitution, Kindersoldaten
China Keitetsi wurde in einem kleinen Dorf in Uganda geboren. Sie wächst auf der Farm ihres Vaters mit einer Stiefmutter auf. In ihrer Familie herrscht Brutalität und Gemeinheit. Nur die Geschwister kommen untereinander aus und fliehen mehrfach vor roher Gewalt. Mit zehn Jahren läuft China Keitetsi von zuhause weg und wird von Rebellen-Soldaten der National Resistance Army (NRA), die den Diktator Milton Obote stürzen wollen, verschleppt. Sie marschiert, trägt Waffen, kämpft als Frontsoldat und ist Leibwächter für hohe Militärs. Auch sie schlägt wenn es sein muß erbarmungslos mit der Waffe zu. Folterungen sind an der Tagesordnung. Sie wird mehrfach vergewaltigt und bekommt zwei Kinder. Mit neunzehn Jahren flieht sie endlich abenteuerlich. Sie findet in Dänemark eine neue Heimat. Heute lebt China Keitetsi in Söborg, arbeitet in einem Kindergarten arbeitet und kämpft mit der UNICEF gegen den Einsatz von Kindersoldaten.
Sie nahmen mir die Mutter und gaben mir ein Gewehr ist der autobiografische Bericht über Kindheit auf einer großen Farm, die Zeit als Kindersoldatin und die Flucht. China Keitetsi schreibt nüchtern, erzählt vieles aus ihrem Leben, manchmal soviel, daß ich mich fragte: Wie weiß sie das noch alles? Trotzdem bin ich überzeugt, daß alles authentisch ist. Sie klagt kaum, hat als Mädchen ihre Träume, die von den weltpolitischen Zuständen (Armut und Krieg in armen Ländern wird kaum beachtet), den chaotischen Bürgerkriegsverhältnissen in Uganda (am Schluß des Buches ist ein wichtiges Kapitel "Der Krieg in Uganda und seine Hintergründe" von Ingelise Gullack Möller) und den rabiaten Beziehungen ihrer Familie zunicht gemacht werden.
Als die Schwester Margie mit jungen Jahren der väterlichen Züchtigungen endgültig entflieht, hofften die Geschwister, er würde nach ihr suchen lassen. "Das tat er nicht. Er fand uns in Tränen aufgelöst vor, ging jedoch wortlos vorbeit. Als ihm klar wurde, dass sie verschwunden war, schien ihn das nicht mehr zu berühren, als wenn er ein huhn verloren hätte" (S. 66). Groteskerweise hat sie als Kindersoldatin häufiger schöne Momente (mehr nicht) als zuvor. Immerhin wurden ihr die schweren Gewehre "eine Art Mutterersatz" (S. 139).
2007 kam das Nachfolgewerk heraus: siehe kindersoldaten Literatur.
Einfach und ehrlich geschrieben, handlungs- und personenreich. Ein bedrückendes und äußerst lesenswertes Buch.
Literatur
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Keitetsi China KeitetsiChina Keitetsi. Sie nahmen mir die Mutter und gaben mir ein Gewehr. Mein Leben als Kindersoldatin. München: Ullstein, 2002. Gebunden, 336 Seiten. keitetsi
Nachfolgewerk: China Keitetsi: Tränen zwischen Himmel und Erde. Mein Weg zurück ins Leben. München: Schröder, 2007. Bruni Prasske, Übs. Gebunden, 247 Seiten Kinderarbeit
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 2.11.2007