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Hubert
Schleichert: Wie
man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren.
Anleitung zum subversiven Denken München: C.H. Beck, 1997. Broschiert, 196 Seiten. Zweite, durchgesehene Auflage – |
| Na ja, das
"ohne den Verstand zu verlieren" ist wohl etwas reisserisch, doch sonst
erfährt man im Handbuch Schleicherts alles was der Titel Wie
man mit Fundamentalisten diskutiert ... Anleitung zum subversiven Denken
verspricht. Zunächst lernt der Leser etwas Logik, dann geht es sofort um allgemeine Argumentationsfiguren, denen man am Arbeitsplatz, Sportplatz, Stammtisch oder auch in den Newsgroups immer wieder begegnet. Schleichert gibt ihnen kernige Namen wie "Das slippery-slope-Prinzip". Das erlesene Wissen wird dann in praktischen Fällen des Fanatismus ("Inhumanität im Namen hoher Ideale", S. 66) erprobt. Meist nimmt er dazu Beispiele des religiösen Fundamentalismus. Das mögen manche Leser der Erst- und Zweitauflage bedauert haben (der extreme Neo-Nationalismus und Antisemitismus war da das Thema des Tages), doch nach 2001 ist es genau die richtige Wahl. Nicht nur Islam und New York, auch mitten bei uns wird um Kreuze und Kopftücher gestritten und argumentiert; manchmal muß man im Internet auch wieder gegen den Kreationismus antreten. Ich nannte einen Teil des Titels oben reisserisch. Die grelle rote Umschlagfarbe verstärkt dies. Doch die Lektüre lohnt sich für jeden, der absurde oder weniger absurde Fanatiker argumentativ erschüttern (überzeugen gelint meist nicht) will. Ich nannte es oben ein "Handbuch", weil es gut gegliedert ist und sich für spätere Nachschlagezwecke gut eignet. Lohnt sich auch zum Wiederlesen. |
| Sehr zu empfehlen für alle, auch für die Fundamentalisten selbst. |
| Hubert Schleichert, geb. 1935, ist emeritierter Professor der Philosophie an der Universität Konstanz; Hauptarbeitsgebiete: Logik, Geschichte der Philosophie (einschließlich außereuropäischer Philosophie) und politische Philosophie.. |
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