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Max Mannheimer. Spätes Tagebuch. Theresienstadt - Auschwitz - Warschau - Dachau
Anmerkungen von Wolfgang Benz, Nachwort von Ernst Piper. Zürich: Pendo, 2002. 5.Auflage Broschiert, 127 Seiten
Max Mannheimer ist ein Überlebender des Holocaust. Er erzählt in dem Buch Spätes Tagebuch die Geschehnisse bis zur Befreiung durch die US-Armee im April - Mai 1945.
Die Sprache ist einfach, manchmal nur Worte, abgehakt. Doch auf den Stil kommt es hier nicht an (obwohl dieser Stil durchaus eindringlich ist): der Inhalt ist Grausen erregend. Mannheimer wurde 1920 in Neutitschein, Tschechien geboren und erlebte das Überschwappen der Deutschen hautnah mit: Münchner Abkommen, Besetzung des Sudetenlands, Flucht, Deportation nach Auschwitz und im Oktober 1943 (meinem Geburtsmonat) Deportation nach Warschau, später Dachau, Kaufering und Mühldorf. Mit Mannheimers Buch wurde mir verständlich, wie die Juden ohne Gegenwehr in ihr Schicksal schlitterten (man lese dazu auch Elias Canetti und Imre Kertesz; siehe Literaturhinweise): "Und wir träumen und träumen. Wir sehen nicht die Gefahr, die auf uns zukommt. Wir wollen sie nicht sehen" (S. 45).
Ich kann nach Lektüre dieses (und ähnlicher; siehe Literaturhinweise) Buches verstärkt niemand mehr begreifen, der in Newsgroups weitere Forschungen fordert, da ihm die Belege nicht ausreichen, der in Reden einen Schlussstrich fordert oder gar noch immer Antisemitismus schürt (antisemitismus Zitate von Martin Hohmann, CDU).
"Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber daß es nicht wieder geschieht, dafür schon."
Max Mannheimer in Diskussion mit Schülern. Spätes Tagebuch ist Pflichtlektüre für jeden pflichtbewußten, obrigkeitshörigen, gehorsamen Deutschen und alle anderen.
Literaturhinweise
Holocaust Blatt, Thomas Toivi. Nur die Schatten bleiben. Der Aufstand im Vernichtungslager Sobibór. Berlin: Aufbau, 2000.
Holocaust Canetti, Elias. Die gerettete Zunge. Geschichte einer Jugend. Frankfurt am Main: Fischer, 1990. 318 Seiten
Holocaust Kertesz, Imre. Roman eines Schicksallosen. Reinbek: Rowohlt, 2002. 286 Seiten
Holocaust Klingberg, Haddon. When Life Calls Out to Us: The Love and Lifework of Viktor and Elly Frankl
Holocaust Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben. Stuttgart: DVA, 1999. 565 S.
Holocaust Welzer, Harald, Sabine Moller, Karoline Tschuggnall: Opa war kein Nazi. Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis. Frankfurt am Main: Fischer, 2002
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Max Mannheimer Max MannheimerMax Mannheimer. Spätes Tagebuch. Theresienstadt - Auschwitz - Warschau - Dachau. Anmerkungen von Wolfgang Benz, Nachwort von Ernst Piper. Zürich: Pendo, 2002. 5.Auflage Broschiert, 127 Seiten


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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 10.11.2003