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Elfi Hartenstein
Elfi Hartenstein: ...und nachts Kartoffeln schälen. - verfolgt - verschwiegen - verdrängt - Frauen berichten aus Nachkriegslagern. Annäherung an ein Kapitel DDR-Vergangenheit
Mit einem Vorwort von Erich Loest. Berg am Starnberger See: VGB, 1992. 240 Seiten – Links
Nach 1945 ging es in einigen deutschen Ländern weiter. In der DDR in spe wurden viele Personen verhaften und in Lagern jahrelang eingesperrt und grausam mißhandelt. Elfi Hartenstein sprach mit zahlreichen Frauen, die in den stalinistischen Lagern Jahre ihres Lebens verbringen mußte. Im Buch ...und nachts Kartoffeln schälen kommen sie zu Wort; entweder direkt aus dem Gespräch mit der Verfasserin oder von ihr nacherzählt.
Man muß die Berichte lesen, sonst kann man kaum glauben, daß der nahtlose Übergang aus der Nazi-Zeit so perfekt gelang. Mir fiel es wiederum (wie schon bei Samantha Tears: Erzählungen aus einer anderen Welt; Elfi Hartenstein Rezension) schwer, die Berichte fortlaufend zu verdauen. Da kommt dem Leser entgegen,
  • daß zwischen die Berichte Materialien eingestreut sind. Das sind Auszüge aus anderen Medien, die spezielle Aspekte der Erzählungen beleuchten;
  • daß die Frauen in diesem Band immer wieder auch von Menschen erzählen, die sich unter großem Risiko human gegenüber den Verhafteten verhielten. "»Nicht alle waren schlecht. Und überhaupt: nicht alles war schlecht.« Auf diese Feststellung legen sie Wert. Alle" (S. 112).
Nicht erst nach Lektüre dieses Buches kann man feststellen:
  • Deutschland ist ein Lagerland. Die deutschen Politiker lieben es anscheinend Leute in Lager zu stecken; neueste Ausprägung: Elfi Hartenstein Ausreiselager – Ausreisezentrum
  • "Law-and-order-Wachhunde aber gab und gibt es, wann und wo immer man lebte und lebt, im Westen oder im Osten, in den alten oder in den neuen Bundesländern" (S. 101).
  • mit GPU- und anderen Spitzel mußte man in den Lagern und außerhalb rechnen. Selbstverständlich ist auch das vereinigte Deutschland nicht frei von Geheimdienstlern (Spitzel darf man sie hier nicht nennen; nachzulesen in Elfi Hartenstein Zensur in Deutschland).
    Man lese: Elfi Hartenstein Von den Geheimdiensten Deutschlands.
So mühsam manchmal die Lektüre ist – die oft drastischen Strafen sind schwer zu ertragen – so lohnend ist sie. Wir müssen uns den Geschehnissen stellen, "wenn wir in Frieden leben wollen" (S. 240).
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