| Wolfgang Wippermann: Rassenwahn und
Teufelsglaube Berlin: Frank & Timme, 2005. Broschiert, 155 Seiten |
|
Drei Thesen will dieses Buch belegen:
|
|
Mit dem Einstieg
zeigt der Autor, dass das Thema hochaktuell ist. Die Roma und Sinti
(beispielsweise) unterliegen noch alten Vorurteilen.
|
|
| Der christliche Teufelsglaube und der
heidnische Dämonenglaube waren die gemeinsamen Ursprünge des
Hexenwahns. Er dauerte bis zur Aufklärung. Allerdings wurde er nur durch
den Rassenwahn ersetzt, der ab da seinen verhängnisvollen Verlauf
nahm. Zwischen der Verfemung der Juden, Roman und Sinti und den Afrikaner zeigt Wippermann zahlreiche Bezüge auf. All diese Gruppen wurde der Kinderdiebstahls vorgeworfen. Literarisch wurde der jüdische Diebstahl zahlreich verarbeitet, siehe beispielsweise bei Alexander Lohner ( Ausführlich behandelt Wippermann Martin Luthers Antisemitismus (S. 69ff). |
|
| Begriffsabgrenzung
Antijudaismus - Antisemitismus beide Begriffe erläutert der Autor. Der Antijudaismus ist stärker religiös motiviert, der Antisemitismus dagegen rassistisch. Im Grunde laufen beide auf eine extreme Diskriminierung der Juden hinaus. Der Antijudaismus trug gehörig zur Verstärkung und Verbreitung des Antisemitismus bei (S. 82-83). |
|
| Auch der Antiziganismus verweist auf diabolische
Ursprünge (S. 89). Der Teufelsglaube ist weiterhin im Christentum verbreitet. Die katholische Kirche beschäftigt immer noch Exorzisten und die sind nicht arbeitslos |
|
| Inhaltsverzeichnis "Zigeunerbesen" im Emsland - Einleitung 1. "Gut und Böse" - Erfindung und Entwicklung des Teufelsglaubens 2. "Hell und Dunkel" - Erfindung und Entwicklung des Rassenwahns 3. "Teufelskinder" - Vom Antijudaismus zum Antisemitismus 4. "Schwarzer mit dem Pferdefuß" - Vom religiösen zum rassischen Antiziganismus 5. "Schwarze Teufel" - Von der Diabolisierung zur Rassisierung des Afrikanerbildes 6. "Meuchelschaden" - Von der Ritualmordlegende zur Verschwörungshypothese Rassismus als säkularisierter Teufelsglaube Zusammenfassung Literaturverzeichnis |
|
| Wer bisher die Existenz des Teufels
sowieso für lächerlich hielt, der hat sich getäuscht. Er hat
eine Webauftritt; man schaue unter exorzismus, |
|
| Da Wippermann als
Historiker genau arbeitet ist Rassenwahn und Teufelsglaube aufgrund der
Details nicht immer leicht zu lesen. Insgesamt kann der Autor seine drei Thesen
gut und glaubhaft belegen. Erschreckend ist zweierlei der Teufels-, Hexen- und Rassenwahn ist nicht auszurotten; Vernunft wird vielerorts klein geschrieben die verschiedenen Wahnideen und - ideologien haben sehr viel gemeinsam; vor allem liegen viele ihrer Ursprünge in den Religionen. Solange die nicht durch Aufklärung überwunden werden, wird es weiter Krieg, Massaker und Terror geben. Dieses Buch dient der Aufklärung und muß deshalb gelesen werden. Sehr zu empfehlen! |
|
| Links | |
| Literatur |
| Bei Amazon nachschauen | Bei Amazon nachschauen | |
![]() |
||
|
![]() |
|
| Gabriele Amorth: Neue Berichte
eines Exorzisten. Christiana 1998. Taschenbuch, 245 Seiten
|
||
|
![]() |
|
| Jürgen Bründl: Masken
des Bösen. Eine Theologie des Teufels. Würzburg: Echter, 2002.
Broschiert
|
||
|
![]() |
|
| Ingolf U. Dalferth: Das
Böse. Essay über die Denkform des Unbegreiflichen. Mohr Siebeck,
2006. Broschiert, 215 Seiten
|
||
|
![]() |
|
| Johannes Dillinger: Hexen und
Magie. München: Campus, 2007. Broschiert, 197 Seiten
|
||
![]() |
||
| Rene Girard: Ich sah den Satan
vom Himmel fallen wie einen Blitz. Eine kritische Apologie des
Christentums. München: Hanser, 2002. Gebunden, 256 Seiten
|
||
![]() |
||
|
|
|
| Herbert Haag: Teufelsglaube.
Katzmann 2000. Broschiert, 544 Seiten
|
||
|
|
![]() |
| Wulf D. Hund: Rassismus. Die
soziale Konstruktion natürlicher Ungleichheit. Westfälisches
Dampfboot 1999. Broschiert, 173 Seiten |
||
|
![]() |
|
| H. C. Erik Midelfort: A
History of Madness in Sixteenth-Century Germany. Stanford University Press
2000. Taschenbuch, 438 Seiten
|
||
|
![]() |
|
| Peter von der Osten-Sacken:
Martin Luther und die Juden - neu untersucht anhand von Anton Margarithas
'Der gantz Jüdisch glaub' (1530/31). Kohlhammer 2002. Taschenbuch, 340
Seiten |
||
![]() |
||
|
![]() |
|
| Manfred Probst, Klemens Richter:
Exorzismus oder Liturgie zur Befreiung vom Bösen? Zu einer notwendigen
Diskussion in der katholischen Kirche. Aschendorff 2002. Taschenbuch, 160
Seiten
|
||
![]() |
![]() |
|
| Georg Siegmund: Der Exorzismus
der katholischen Kirche. Christiana 2005. Broschiert, 102 Seiten
|
||
|
||
| Herbert Vorgrimler: Geschichte
der Hölle. München: Fnk, 1994. Gebunden, 472 Seiten
|
||
![]() |
||