| Peter Huth, Jan Engelke: Die
Selbstbediener. Wer sich unser Geld einsteckt Reinbek: Rowohlt, 2005. Mitarbeit von Marc-Paul Paustian. Broschiert, 267 Seiten |
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| Da dieses Buch von
Zensur bedroht ist ( |
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| Politiker, Berater, Wirtschaftsmanager,
Krankenkassen- Bundesbankchefs und Gewerkschaftsbosse neigen dazu die legalen
(und illegalen) Möglichkeiten zur Bereicherung auszunutzen. In Die
Selbstbediener zeigen die Autoren wie unverschämt jene dabei vorgehen.
Die dreistesten Selbstbediener sitzen nach Ansicht der Autoren
zwischen Politik und Wirtschaft. Während die Machenschaften der Politiker
manchmal durch Neider in den eigenen Reihen oder nachforschende Journalisten
aufgedeckt werden, während Wirtschaftsmanager und Gewerkschaftsbosse
zumindest prinzipiell durch Anteilseigner und Genossen kontrolliert werden, ist
in der Grauzone gut und unbehelligt leben. Die Kontrolleure in der Politik
haben aus zweierlei Gründen kein Interesse dabei einzugreifen: 1) jemand
könnte rückfragen, wie es mit der eigenen Bereicherung steht; 2) sie
selbst, wenn politisch ausrangiert, profitieren von Posten in dieser
Grauzone. Den breitesten Raum nehmen in Die Selbstbediener zurecht die Politiker ein. Sie sollten eigentlich so der demokratische Gedanke die Interessen der Bürger (der Mitbürger) vertreten, tun dies aber oft nicht. Wenig bekannt ist, dass sie neben selbstgenehmigten Gehältern ( Die "einengenden" Vorschriften, die sich die Parlamentarier auf massivem Druck der Medien gelegentlich geben, sind kaum der Rede wert. Da werden zeitaufwändige Jobs nicht verboten, sondern der Abgeordnete muss sie allenfalls dem Landtags- oder Bundestagspräsidenten mitteilen. Politiker können nahezu beliebig viele Jobs gleichzeitig ausführen: die Parlamentstätigkeit läuft dann nebenher. Das Absahnen und Abkassieren wird daher von den Politikern selbst nicht als Problem gesehen. Sie sind so abgehoben (
Andrerseits wurde bekanntlich Ludwig-Holger Pfahls vom Vorwurf der Bestechung verschont, da er seine Millionen angeblich ohne Gegenleistung einstrich (
Das Buch ist topaktuell: der Rücktritt von Jürgen Schrempp, Ex-Chef von DaimlerChrysler am 28. Juli 2005 ist eingearbeitet. Gerade die Grauzone zwischen Politik und Wirtschaft wird zuwenig beleuchtet (sie wäre ein eigenes Buch wert): IHK ( Die Selbstbediener sollte jeder Wähler einmal pro Legislaturperiode lesen. |
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| Einstweilige Verfügung gegen den
Rowohlt Verlag Der ehemalige Bundesbankpräsident Ernst Welteke kommt in Die Selbstbediener prominent vor. Er wollte den Vertrieb des Buches verhindern. Es geht um den ersten Abschnitt des 10. Kapitels "Der Fall Ernst Welteke" und um ein Telefonat, das Jan Engelke (Mitautor) mit Ernst Welteke geführt hat. Das Landgericht Berlin ordnete in einer einstweiligen Verfügung an: in einer Neuauflage wird das Buch zensiert. Der Verlag muss einige Textstellen ändern oder schwärzen. Der Vertrieb der Erstauflage wurde gerichtlich erlaubt. In Abwägung von Informationsinteresse und Meinungsfreiheit mit dem Persönlichkeitsrecht eines Wirtschaftsbosses erhielt bei Neuauflage das Einzelinteresse des Party-Bundesbankers Welteke Vorrang. September 2005 |
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