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Jörg Sommer, Bernd Rosen: Hilfe, mein Kind spielt Schach! Ein Handbuch für Eltern, Trainer und Pädagogen
Nettetal: Chessgate, 2005. 142 Seiten – rezension Linksrezension Literatur
Was eigentlich für mich als langjährigem Übungsleiter Schach und aktivem Schachspieler leicht sein sollte (die Besprechung dieses Buchs), fällt mir schwer. Fast alles was ich las, kannte ich. Was kann davon eine Mutter, ein Vater, ein schachferner Lehrer oder ein Trainer gut gebrauchen? Ich versuche es trotzdem.
Ein Buch für alle Belange des Schachspiels ist fast die Quadratur des Kreises. Den beiden schacherprobten Autoren (Jörg Sommer: Kinder- und Jugendbuchautor, Journalist, Kinderschacherfahrung; Bernd Rosen: Schachtrainer und Bundesligaspieler) gelingt es auch ca. 140 Seiten erstaunlich gut. Schon der breite Ansatz zeigt Mut und Sachkönnen und ist ein Lob wert.
Inhalt
• Die wunderbare Welt des Schachs
• Die ersten Schritte
• Vom Anfänger zum Meister
• Das erste Turnier
• Schach im Verein
• Der Weg zur Perfektion
• Schach als Beruf
• Anhang
Die wunderbare Welt des Schachs gibt eine knappe Einordnung des Schachspiels, einen Blick in die Geschichte, hautpsächlich mit den “Giganten des Schachs”. Hier fehlen die letzten 35 Jahre fast völlig. Das ist verwunderlich, da diese natürlich das Schachspiel von heute prägen und da der zweiseitige, geschichtliche Überblick (S. 12-13) mit einem Kasten zum Computer im Schach abgeschlossen wird, als die neueste Entwicklung miteinbezieht. Vielen der Zielgruppe wird der Nutzen des Schachspiels (S. 24) interessieren und weiterhelfen. Die Frage des Nutzens wird aber in vielen späteren Kapitel nochmals beantwortet (z.B. Schulschach S. 37-40).
Unter den ersten Schritten wird auch die Frage nach dem idealen Einstiegsalter behandelt. Nur selten äußern sich dazu Einführungsbücher. Dieses Kapitel gehört für mich zu den informativsten des Buches. Doch auch die nächsten Kapitel (Vom Anfänger zum Meister, Das erste Turnier) beantworten viele Fragen bis hin zum wichtigen Unterkapitel “Schach mit dem Computer”. Hier hören viele Einführungsbücher auf, da es dort mit der eigentlichen Schacheinführung losgeht. Nicht so in diesem Buch. Es bleibt auf der pädagogischen, pschologischen und technischen Ebene rund ums Spiel. Ein ganz wichtiger Abschnitt ist das Verhalten der Eltern und Trainer beim Turnier des Zöglings. Ganz klar: während des Spiels haben sie Zuschauer zu bleiben und sich jeglichen Kommentars zu enthalten. das betonen die Autoren erfreulich klar und fettgedruckt (S. 83). Wer ein Turnier mitspielt ist meist schon in einem Verein oder einer Schulschachgruppe. Das Kapitel Schach im Verein gibt davor wichtige Entscheidungshilfen.
Für viele Eltern und Pädagogen endet die Schachbegleitung hier. Für Trainer und die jungen Schachspieler selbst sind die Kapitel Der Weg zur Perfektion und Schach als Beruf gedacht und hilfreich. Sie runden das Bild ab, sind jedoch zu knapp. Hier wird man zur Spezialliteratur greifen müssen. Löblich und für alle Zielgruppen nötig ist das Unterkapitel über die Gefahren des Schachspiels (S. 128-132). Darum machen andere gernen einen Bogen und sparen das Thema aus.
Der Anhang gibt weniges, aber kommentiertes Lehrmaterial an. Er bietet aber wirklich zu wenig. Es gibt eine Fülle von Schachmaterial einschließlich Türme von Literatur, da erwartet man mehr von diesem gelungenen Einführungswerk. Schon beim Kauf des ersten Schachspiels scheitern die unbedarften Eltern: entweder werden zu kleine Schachspiele gekauft oder hübsch gedrechselte, statt gleich zum Einheitsformat in Staunton- oder Bundesligaausstattung zu greifen.
Zur Entlastung: über Schachsoftware wird im Laufe des Textes gut informiert. Auch weiterführende Internetseiten werden reichlich genannt.
Für Eltern schachspielender Kinder oder solcher, die dazu drängen, ist das Buch ein wertvoller Ratgeber in nahezu allem, was sie wissen müssen. Das gilt auch für schachferne Pädagogen. Für aktive Schachtrainer bringt es wenig Neues. Die Leistung des Buches für die zuvor genannten Lesergruppen ist sehr hoch. Leider auch der Preis, so dass sich das Preis-Leistungsverhältnis nur als gerade noch vertretbar einordnen lässt.
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