| Friedrich Prinz: Die Integration der
Flüchtlinge und Vertriebenen in Bayern. Versuch einer Bilanz nach 55
Jahren Hefte zur Bayerischen Geschichte und Kultur 24. Augsburg: Haus der Bayerischen Geschichte, 2000. 48 Seiten |
Ein kurzer Abriss zur Integration der
Flüchtlinge und Vertriebenen in Bayern nach dem 2. Weltkrieg kann nur das
Allerwichtigste behandeln. Für heutige Leser, die schon etwas
Hintergrundwissen dazu haben, sind besonders interessant
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| Inhaltsverzeichnis |
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Einführung und Überblick Ausgangslage Staat und Neubürger Administrative Voraussetzungen der Integration Vertriebene und Flüchtlinge im politischen Spektrum Bayerns Neubürger und Besatzungsmacht Staatskredite und Flüchtlingsindustrien Kultur- und Bildungswesen der Heimatvertriebenen und Flüchtlinge Fakten, Trends, Probleme Der Anteil der Neubürger in Industrie und Gewerbe Einzelfragen Geistige Integration und Traditionsbewusstsein Medien und Neubürger Emigration Vertreibung Integration als historische Phänomene Katalog: mit 112 Katalogeinträgen, Einführungstexten zu den Kapiteln Flucht und Vertreibung, Aufnahme und erste Unterbringung, Wohnen, Flüchtlingsverwaltung, Der Beitrag der Flüchtlinge und Vertriebenen zur Wirtschaftsentwicklung, Politik, Kunst und Kultur Literaturverzeichnis |
| Bayern nahm mit 1,9 Millionen
Flüchtlingen unter allen Bundesländern die meisten auf. Die
Integrationsleistung angesichts des zerstörten Landes war enorm. Da wird
jedes Gejammere über ein paar Tausend Flüchtlinge heutzutage
(Flüchtlingsstrom) als völlig abwegig entlarvt. Im Vorwort wird der Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker aus seiner Rede zum 40. Jahrestag des Kriegsendes zitiert: Nicht 1945 begann die Katastrophe der Deutschen, sondern eben 1933. Das ist immer noch zu kurz gegriffen. Die Katastrophe begann mit der Grossmachtpolitik Deutschlands Ende des 19. Jahrhunderts. Die politische Leistung (die sich aber in der Interessenlage amerikanische Besatzer, heimische Politiker, Vertreter der Flüchtlinge und durch den Kalten Krieg begünstigt ergab) war vor allem, dass ein Palästinenserproblem (S. 4) vermieden wurde. Neu für mich war, dass es Vorschläge und Pläne für Flüchtlingsenklaven im Tegernseer Tal und Oberfranken gegeben hat. Die Hoffnung auf baldige Rückkehr (S. 9) in die verlorene Heimat legte solche Pläne als Interimslösungen nahe. Der entscheidende Faktor der positiven Entwicklung war letztlich der energische Aufbauwille der fast zwei Millionen Flüchtlingen (S. 18). |
| Man kann von 48
Seiten keine tiefgehende Beschreibung oder Analyse der Integrationsprozesse
nach 1945 erwarten. Widerstände und negative Entwicklungen werden hier
allenfalls angedeutet. So kenne ich durchaus Fälle in denen die Heirat
eines Einheimischen mit einem Flüchtling (nur 14 % war der Anteil der
Heiraten zwischen Einheimischen und Vertriebenen, S. 29) zur Enterbung des
Einheimischen führte. Dazu erhoffe ich mir mehr Erkenntnisse aus dem noch
zu lesenden Kossert, Andreas (2008): Kalte Heimat: Die Geschichte der
deutschen Vertriebenen nach 1945. München: Siehe |
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| Literatur |
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