| Ehrentafel für die Schleuser Fluchthelfer, früher oft mit Orden ausgezeichnet, doch auch in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg verachtet und geächtet, z.B. |
| Der
Flüchtlingshelfer Rupert Neudeck
erhält den Marion Dönhoff-Preis:
Manche erhalten einen Preis, andere werden kriminalisiert |
| Varian
Fry 15. Oktober 1907 13. September 1967 schleuste während des 2. Weltkriegs Tausende aus der Vichy-Zone in die Freiheit. Er half Marc Chagall, Max Ernst, Hannah Arendt, Jacques Lipchitz und Hertha Pauli (Schwester des Nobelpreisträgers für Physik Wolfgang Pauli. Obwohl er als der "amerikanische Schindler" bekannt wurde, starb er völlig vergessen. |
| Aimée Stitelmann schmuggelte im Zweiten
Weltkriegs 15 bis 20 jüdische Kinder in die Schweiz und rettete sie so vor
dem Tod im Vernichtungslager. Aimée Stitelmann nahm trotz aller Gefahren
kein Geld. 1942 war sie 17 Jahre und wohnte in Genf. Ihre vier bis 15 Jahre
alten jüdischen Kinder sammelte sie auf stundenlangen
Fußmärschen in Frankreich ein. Nachts führte sie den Trupp in
die Schweiz. Ein Priester, der an der Grenze wohnte, half mit Zeichen die
deutschen Wachen zu überwinden. Die Urteile gegen sie und viele andere
Fluchthelfer können nun endlich aufgrund eines neuen Gesetzes aufgehoben
werden. Unter dem Justizminister Christoph
Blocher wird die Schweizer Asylpolitik wieder restriktiv. Wie vor
sechzig Jahren schickt man Menschen in Länder zurück, in denen ihnen
Verfolgung und Tod drohten. Aimée Stitelmann: Wo ist der
Unterschied? SZ, 21.2.2004, S. 10 |
| Die Schweiz rehabilitierte die
Fluchthelfer, die Juden und andere Opfer Nazi-Deutschlands ins Land brachten
und dafür bestraft worden sind. Die Urteile gegen diese Fluchthelfer,
Schleuser und Schlepper ( |
| Edgar Friedrich schleuste nach Kriegsende den
Auto-Pionier August Horch und
Audi-Fachkräfte von Sachsen nach Bayern. Über 600 Menschen,
Führungskräfte und Facharbeiter der südsächsischen
Automobilindustrie samt ihren Familien, schleuste er zwischen 1945 und 1948
über die Grenze. Diese Spezialisten bauten in Ingolstadt den Audi-Konzern
mit auf. SZ, 17.11.2003, S.53 |
| Fluchthelfer werden als Schleuser
denunziert oder kurzerhand von Geheimdienstleuten erschossen, wie Michael Gartenschläger. Die Täter gehen
straffrei aus. |
| Ein Netz
humanitärer Organisationen und der deutsche Arzt Norbert Vollertsen ermöglichten 25
Nordkoreanern die Flucht nach China. Im Politkerdeutsch: sie schleusten.
SZ, 16.3.2002, S.3 |
| 30
Studenten bauten 1964 einen Tunnel, um Freunde, die Mutter, den
Bruder oder die Verlobte zu sich inden Westen zu holen. Darunter der Fluchthelfer Christian Zobel, der von der DDR
wie sich erst 2001 herausstellte: zu unrecht beschuldigt wurde, den
Grenzsoldaten Egon Schultz erschossen zu haben. Die Schleusung durch den Tunnel
war das erfolgreichste Fluchtunternehmen an der Berliner Mauer, insgesamt 57
Leute werden aus der DDR geschleust. . SZ, 8.8.2001,
S.9 |
| Die
Staatsanwaltschaft Münster ermittelt gegen 25 Deutsche wegen des Verdachts
auf Schleusung von 12.000 Menschen binnen eines Jahres. Der
Spiegel 31/2001, S.20 |
| Zwischen 1972 und 1975 verhalf der
West-Berliner Rainer Schubert unter dem
Decknamen Robert Leitner 97 Menschen aus der DDR zur Flucht. Er wurde am
8.Januar 1975 von der Stasi verhaftet. Neun Jahre saß er dann in den DDR
Gefängnissen Hohenschönhausen und Bautzen wegen Sabotage, Spionage
und staatsfeindlicher Hetze. 1966 flieht Hartmut Richter aus der DDR. Ab 1972 schleust er im Kofferraum seines Ford Escort 33 Menschen durch die Mauer nach Westdeutschland. Er wird 1975 verhaftet und wird wegen staatsfeindlichen Menschenhandels zu 15 Jahren verurteilt; er sitzt in Hohenschönhausen und Bautzen ein. 1980 wird er von der Bundesrepublik freigekauft. SZ, 1.8.2001, S.11 |
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