| Festung
Europa “Damit verbietet sich die Festung Europa!” Angela Merkel, CDU, "Niemand hat die Absicht eine Festung Europa zu errichten" |
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| Europa lässt einsperren
In den libyschen Gefangenenlagern, in die Migranten und Flüchtlinge nach ihrer Festnahme auf dem Mittelmeer abgeschoben werden, herrschen unmenschliche Zustände. Das zeigt die Reportage von Gabriele Del Grande, der sich in Libyen auf Spurensuche gemacht hat. |
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| Der Ex-Chef von
Cap Anamur Elias Bierdel
und der Cap Anamur Kapitän Stefan
Schmidt retteten im Juni 2004 irgendwo zwischen
Libyien und Italien 37 Afrikaner aus einem überfüllten Schlauchboot.
Sie brachten die Flüchtlinge nach Italien. Bierdel und Schmidt wurden
wegen Beihilfe zur illegalen Einreise angeklagt. Der Staatsanwalt
forderte vier Jahre Haft und jeweils 40.000 Euro Geldstrafe. Realität der Festung Europa:
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| Pino Brignone,
Bewohner von Lampedusa über die afrikanischen Flüchtlinge, die in
Booten waghalsig die Festung Europa erreichen: "Das sind Menschenkinder wie wir. Sie wollen
leben. In ihren Ländern haben sie nichts zu essen, keine Hoffnung. Da
ist es klar, dass sie fliehen". "Hinter der Hölle liegt der Strand", SZ, 19.8.2008, S. 3 |
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| Die Festungsgrenze um die EU ist eine
»politische Bankrotterklärung« Politiker und Vertreter von Opferverbänden gedachten am 13.8.2008 in Berlin des 47. Jahrestages des Mauerbaus Berlin. Bundestagspräsident Norbert Lammert, CDU, sagte, die Berliner Mauer sei ein Symbol «entsetzlicher politischer Verirrung und damit verbunden mit vielen menschlichen Tragödien». Beides dürfe nicht vergessen werden. Lammert betonte, die deutsche Geschichte und die Berliner Mauer im Besonderen seien ein aktuelles (!) Beispiel dafür, «dass die Abschottung der eigenen Bevölkerung gegen unerwünschte Informationen, Kontakte oder Veränderungen immer eine politische Bankrotterklärung ist und dem Bedürfnis der Menschen nach Freiheit und Selbstbestimmung auf Dauer nicht widerstehen kann». Lammert kritisierte zudem den anhaltenden Streit um die Zahl der Toten an der innerdeutschen Grenze (siehe die nachfolgende Tabelle). Dieser sei «unnötig und unwürdig».
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| Bayerns
Innenminister Joachim
Herrmann, CSU, kündigte an, auch eine linde
Lockerung der EU-Festung nicht zu dulden. Die Einigung der EU
Innenminister auf ein EU-Asylbüro ab dem Jahre 2009 und ein gemeinsames
Asylverfahren bis 2012 im Juli 2008 kommentierte er mit: "Das kommt für
Bayern nicht in Frage. Wir haben es mit großer Kraftanstrengung
geschafft, die Zahl der Asylbewerber deutlich nach unten zu bringen.
Wir dürfen uns diesen Erfolg nicht kaputtmachen lassen, indem sich
Eurokraten dieses Themas bemächtigen". OVB,
8.7.2008, S. 1
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| Abschottung, Ausgrenzung und Inhumanität als
Leitmotiv Koloniales Erbe, Krieg, Klimaveränderung, verschlechterte Versorgungslage infolge explodierender Lebensmittelpreise und Verarmung durch die Globalisierung treiben Millionen Menschen zur Flucht. Doch die EU schottet sich ab. Militärische Abwehrmaßnahmen auf hohem technischen Niveau halten unerwünschte Migranten fern, selbst wenn es den Tod der Flüchtenden und Vertriebenen bedeutet. |
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| Evo
Morales Ayma, Präsident Boliviens, wandte sich
am 10. Juni 2008 mit einem öffentlichen Brief gegen die geplante
Abschieberichtlinie der EU. Das Dokument wurde in Bolivien im Internet
veröffentlicht, von den Botschaften verbreitet und von der "jungen
Welt", 12. Juni 2008, dokumentiert. Er beginnt mit: “Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war Europa ein Kontinent der Emigranten. Dutzende Millionen Europäer gingen nach Amerika, als Kolonisten, vertrieben von Hunger, Finanzkrisen, Kriegen oder auf der Flucht vor totalitären Regimen und der Verfolgung ethnischer Minderheiten.” Eingehend begründet Morales, warum diese menschenfeindliche Abschieberichtlinie nicht verabschiedet werden darf. Evo Morales: "Negation der Freiheit – Die Abschieberichtlinie der Europäischen Union bedroht die Menschenrechte und die internationale Zusammenarbeit". |
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| Europas Binnengrenzen
wurden scheinbar gelockert und durch besondere Fahndungsmethoden
ersetzt ( Das Asylrecht wurde in Deutschland quasi abgeschafft ( Die EU betreibt eine gnadenlose Politik der Abschottung insbesondere durch ein verschärftes Asyl- und Einwanderungsrecht. Die Staaten der Dritten Welt werden durch die gemeinsame Agrarpolitik ausgeblutet; damit werden neue Ursachen für die Flucht geschaffen. Weltweit sind derzeit über 20 Millionen Menschen auf der Flucht. Hauptursachen sind Hunger, Wasssermangel, Klimaverschlechterung, Konflikte, Kriege, Gewalt, Naturkatastrophen sowie die wirtschaftlichen Folgen des jahrhundertelangen europäischen Kolonialregimes. |
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| Links | ||||||||||||
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| Literatur | ||||||||||||
| Schwerpunkt: Europäisches Grenzregime. Kritische Justiz 3
(2011) – |
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| Hans-Böckler-Stiftung, Hg.: Die Mitbestimmung. Schwerpunktthema: Festung Europa? 6, 1995. |
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| Steffi
Holz: Alltägliche Ungewissheit: Erfahrungen von Frauen in
Abschiebehaft. Münster: Unrast, 2007 Broschiert, 166 Seiten |
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| Tillmann
Löhr: Schutz statt Abwehr – Für ein Europa des Asyls.
Berlin: Wagenbach, 2010. Taschenbuch, 96 Seiten |
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| Tobias
Schwarz, Barbara Pietzcker, Karolin Steinke, Ulrike Hemmerling, Steffi
Holz, Stephan Haufe, Sandra Starke: 'Sind Sie mit der
Abschiebung einverstanden?' Berlin: Kramer, 2002.
Broschiert, 95 Seiten |
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