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Andreas von Bülow CIA, BND Geheimdienst
Andreas von Bülow. Im Namen des Staates
CIA, BND und die kriminellen Machenschaften der Geheimdienste. München: Piper, 2000. Broschiert, 636 Seiten.
Frustriert von der Blockade der Nachrichtendienste gegenüber der Parlamentarischen Kontrollkommission für die Geheimdienste, die eine gründliche Untersuchung der kriminellen Stasi-Aktivitäten und eine effektive Kontrolle der Geheimdienste unmöglich machte, forschte von Bülow selbst weiter. Dabei stieß er – für mich keineswegs überraschend – auf eine erschreckende Verzahnung geheimdienstlicher, also staatlicher Operationen mit der organisierten Kriminalität, dem Drogenhandel und der Terrorismus. Das vorliegende Buch ist das Ergebnis seiner Nachforschungen und ist der "Versuch der Aufdeckung der Regekstrukturen in einem Gesamtsystem" (S. 14). Das ist von Bülow nur bedingt gelungen.
An vielen Einzelfälle weist Andreas von Bülow die Verstrickung der Geheimdienste in Waffenhandel, Falschgeldverbreitung, Menschenhandel, Drogenhandel, Terroristenunterstützung, Diktatorenunterstützung – du nennst die Kriminalitätssparte: die Geheimdienste sind dabei – nach. Das klingt alles überzeugend und betrifft nicht nur das Ausland. Das BKA, Verfassungsschutz und BND arbeiten auch innerhalb Deutschlands. Sie stehen "im wesentlichen außerhalb der für Normalbürger geltenden nationalen und internationalen Rechtsordnung" (S. 23). Einwände gegen die 636 Seiten sind
  • weite Teile betreffen CIA, Mossad u.a. (doch alle Geheimdienste arbeiten ähnlich); das deckt sich jedoch mit dem Untertitel; ist wohl eher eine Fehlerwartung von mir;
  • wenn der BND und andere deutschen Dienste betroffen sind, fehlen meist die Namen oder es handelt sich um Verstorbene (F.J. Strauß, R. Gehlen, J. März u.v.a.);
  • insgesamt bleibt alles, vielleicht wegen der Materialfülle im Detail, ein Mosaik.
Aufdeckungshoffnungen sind verfehlt in zweierlei Hinsicht. Sie werden nicht befriedigt und sie sind – dem geheimen Hintergrund zufolge – auch nicht zu erfüllen.
Von Bülow kommt zwar zum Ergebnis, daß es nichts fruchtet, mit den Geheimdiensten in einen Dialog treten zu wollen (S. 14). Da er andrerseits auch meint, daß man auf diese Organisationen nicht verzichten will oder kann (S. 22), kommt dies einer Kapitulation vor der Organisierten Kriminalität gleich. Für mich dient das Buch als Nachweis der Kriminalität bei den Geheimdiensten und als Nachschlagewerk.
Andreas von Bülow, 1937 geboren, war bis 1994 Mitglied des Deutschen Bundestages und war Bundesforschungsminister. Er war in der Parlamentarischen Kontrollkommission für die Geheimdienste tätig; seit 1994 ist er Rechtsanwalt in Berlin.
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Andreas von Bülow   Andreas von Bülow CIA, BND GeheimdienstAndreas von Bülow. Im Namen des Staates. CIA, BND und die kriminellen Machenschaften der Geheimdienste. München: Piper, 2000. Broschiert, 636 Seiten. Andreas von Bülow
Andreas von Bülow. Im Namen des Staates. CIA, BND und die kriminellen Machenschaften der Geheimdienste. München: Piper, 1999. Gebunden, 623 Seiten.Andreas von Bülow CIA, BND Geheimdienst


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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 29.7.2003