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Geheimdienste
Informationen von den Geheimdiensten Deutschlands
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bnd irak Der BND und seine Zusammenarbeit mit dem Irak unter Saddam Hussein
bnd Der BND im Irak-Krieg 2003sachsen Verfassungsschutz Sachsen-AffäregeheimInterpol.tv
Wer sich bei einem Geheimdienst bewerben will: Udo Ulfkotte: Der Krieg im Dunkeln. Die wahre Macht der Geheimdienste enthält Kontaktadressen. Siehe geheimdienst Literatur.
Archiv zur Tätigkeit der Geheimdienste Deutschlands: geheimdienst 2002 bis 2005geheimdienst bis inklusive 2001
In den 50-er Jahren des 20. Jahrhunderts verkündete Konrad Adenauer, CDU, Bundeskanzler, stolz und vielleicht berechtigt: "Niemand kann bei uns, wie das im nationalsozialistischen Reich der Fall war und wie es jetzt noch – zu unserem Bedauern – in weiten Teilen Deutschlands in der Ostzone der Fall ist, durch geheime Staatspolizeien der Freiheit und des Lebens beraubt werden".
Dies kann im 21. Jahrhundert in Deutschland niemand mehr reinen Gewissens behaupten.

Derstasidurch das Bundesinnenministerium geht weiter:
stasi Überwachung des Bürgers durch den Staat
Bundesanwaltschaft, Bundeskriminalamt BKA und Verfassungschutz observierten grundgesetzwidrig
Die Organe, die sich eigentlich um die Einhaltung unserer Verfassung kümmern sollten, das sind Bundesanwaltschaft, Bundeskriminalamt BKA und Verfassungschutz, haben jahrelang grundgesetzwidrig vermeintlich links-extremistische Terroristen beobachtet und bespitzelt. Das entschied der Bundesgerichtshof BGH.
"Rechtswidrig ermittelt. BGH Urteilt. Tatverdacht reichte nicht aus". OVB, 21. Juni 2010, S.1
Eigentlich sollte das Parlament die Geheimdienste überwachen. In Deutschland ist es umgekehrt: 96 Abgeordnete wurden bespitzelt. Die Dunkelziffer ist nicht nicht bekannt.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat in den vergangenen Jahren mindestens 96 Bundestagsabgeordnete geheimdienstlich überwacht. Unter diesen MdB waren Vertreter der CDU, SPD, Die Linke. Manche Abgeordnete wurden über mehrere Wahlperioden bespitzelt.
"96 Abgeordnete bespitzelt", Süddeutsche Zeitung, 5. November 2009, S. 6
CDU, CSU und SPD als Verfassungsbrecher
Um die Aufklärung der Bevölkerung über die Geheimdienste Deutschlands zu verhindern schrecken CDU, CSU und SPD auch vorm Verfassungsbruch nicht zurück. Ende Juli 2009 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass dem BND-Untersuchungsausschuss verfassungswidrig Akten und Aussagegenehmigungen vorenthalten wurden. Die Aufklärungsarbeit im Untersuchungsausschusszur Beleuchtung des BND wurde damit behindert. Doch die Koalition aus CDU, CSU und SPD schert ihr verfassungswidriges Verhalten wenig: die "Arbeit" des Ausschusses ist bereits abgeschlossen.
"Umstrittene Geheimhaltung", SZ, 27.8.2009, S. 5
Nach 1945 kamen viele Nazis, auch hochrangige, wieder in der bundesrepublikanischen Justiz, Ärzteschaft, bei der Polizei, im Geheimdienst, an den Universitäten, in der Bundeswehr und Politik unter. Siehe: stasi Literatur zu Hitlers Eliten nach 1945stasi Nazi-Todesrichter Hans Filbinger, CDUstasi Norbert Frei: Karrieren im Zwielicht. Hitlers Eliten nach 1945
Ähnliches geschah nach 1989: Stasi-Mitarbeiter wurden bei den Geheimdiensten aufgenommen, in der Politik, aber auch bei der Polizei. Mindestens 58 frühere (?) hauptamtliche (!) Mitarbeiter der DDR Geheimdienste arbeiten im Landeskriminalamt LKA Brandenburg, einige davon in hochsensiblen Abteilungen. Nach MONITOR-Recherchen sind es rund 100 ehemalige Stasi-Offiziere, davon sind 13 sogar Dezernatsleiter. Ein Sprecher des Innenministeriums Brandenburg gestand zu: "Sie sind 1990 von uns übernommen worden." Ein Vorgesetzter darf die Stasi-Akte seines Mitarbeiters nicht ohne dessen Zustimmung überprüfen. Teilweise darf man die frühere Tätigkeit an der Todesgrenze oder bei der Stasi öffentlich nicht nennen: hochteure Abmahnung droht. SZ, 4. Juli 2009, S. 6 – stasiVon der Stasi zum Staatschutz: Potsdamer Innenministerium bestätigt MONITOR-Recherchen zum Brandenburger Landeskriminalamt, 2. Juli 2009
Die Linkspartei warf dem Bundesamt für Verfassungsschutz vor, Daten aller Abgeordneten im Bundestag zu sammeln. Gregor Gysi, Linke, informierte in einem Brief an alle Fraktionen, dass der Verfassungschutz sämtliche Abgeordneten registriert. Wer bisher meinte, nur die Abgeordneten der Linken stehen unter geheimdienstlicher Beobachtung, irrte. Das Bundesamt für Verfassungsschutz bestritt, alle Abgeordneten zu überwachen. SZ, 22.1.2009, S. 6
Der BND observiert zahlreiche Journalisten, Publizisten und Autoren. Niemand kann vor der Überwachung sicher sein. Dazu gab Publizist Erich Schmidt-Eenboom Einblicke bei seiner Aussage vor dem BND-Untersuchungsausschuss. Der Experte zu den Geheimdiensten befand: "Beim BND gibt es einen substantiellen Mangel an Dienstaufsicht". SZ, 30.1.2009, S. 7
Jedes Land der Welt hält die eigenen Geheimdienstler für ehrenwert, alle anderen Geheimdienstler sind dagegen Schurken. Jetzt wurden deutsche Agenten im Kosovo wegen des Vorwurfs von Gewalttaten festgehalten. Einem der BND-Mitarbeiter wurde vorgeworfen einen Sprengsatz auf die Internationale Verwaltungsbehörde ICO in Pristina geworfen zu haben, eine weiterer BND-ler soll der Anfrüher des Terror-Trios sein. Die deutschen Politiker hängen jedoch der oben genannten naiven Vorstellung an. Auf politischen Druck wurden die drei mutmasslichen Terroristen nach Deutschland überstellt.
SZ, 26.11.2008, S. 6
Schriftsteller Harald Grill (grill Bairische Gedichte, grill Gute Luft, auch wenn's stinkt, grill Da kräht kein Hahn nach dir) besuchte Wilhelm Dietl, einen Geheimagenten aus dem Bayerischen Wald: Einblicke in eine Kindheit nahe der tschechischen Grenze und in die Welt der Nachrichtendienste.
Gesendet auf BR2: "Deckname Dali", 11.11.2007. Als dietlAudio verfügbar.
Journalisten werden in Deutschland vom BND bespitzelt
Wieder einmal wurde eine winzige Spitze des Eisbergs bekannt:
• der BND forschte einen Journalisten der Berliner Zeitung zwischen 1998 bis 2005 aus; sogar ein V-Mann wurde auf ihn angesetzt. SZ 30.4.2008, 17
• sechs Monate lang wurden die E-Mails einer Reporterin des Magazins Spiegel vom BND mitgeschnitten und gelesen.
Abgeordnete des Bundestags, die seit Jahren den Geheimdiensten immer mehr Rechte zur Überwachung der Bürger einräumen, weinten Krokodilstränen. Max Stadler, FDP, sprach von einer bitteren Enttäuschung (und meinte wohl, das Bekanntwerden dieser Überwachung). Norbert Röttgen, CDU, forderte eine umfassende Aufklärung. SZ, 21.4.2008, S. 1
Gleichzeitig verteidigte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, SPD, den geplanten Spähangriff auf Wohnungen. Sie einigte sich mit Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, CDU, auf die heimliche Videoüberwachung von Wohnungen. SZ, 21.4.2008, S. 16
Bittere BND Folge der illegalen Bespitzelungen deutscher Bürger: der Präsident des BND Ernst Urhlau wurde gerügt. Das Kontrollgremium des Bundestags für den Geheimdienst wurde über die Machenschaften nicht informiert. "Parlament rügt den BND-Chef", SZ, 25.4.2008, S. 1
Die deutschen Behörden dürfen auch heimlich Daten ihrer Bürger sammeln und selbst auf Anfrage hin die Auskunft verweigern
Ein Bürger wollte vom Bundeszentralamt für Steuern Auskunft über die ihn betreffenden Akten. Es wurde verweigert. Der Bürger klagte bis zum Bundesverfassungsgericht und scheiterte. Sein Informationsinteresse wiege weniger als das geheimhaltungsinteresse der Behörden.
Az: 1 BvR 2388/03 Beschluss vom 10.3.2008; SZ 29.3.2008, S. 5
Folge: In Deutschland dürfen ganz legal Observationen durchgeführt, Daten gehortet und Bürger überwacht werden (soweit war es leider seit langem eh klar) und die Überwacher, Sammler, Lauscher, Spitzel undBeobachter müssen darüber keine Auskunft geben, wenn das öffentliche Interesse dagegen steht (und wann ist das nicht der Fall auskunft?).
Aus meinem eigenen Erleben: die Nachfrage bei den bekannten deutschen Geheimdiensten, mit der Bitte, mir mitzuteilen, was über mich gespeichert ist, wurde abschlägig beschieden.
Vom deutschen Geheimdienst BND kam die Information, dass der Irak biologische Waffen habe. Sie stammte von einem Agenten mit dem Decknamen "Curveball". Der Krieg brach aus, die Waffen wurden nie gefunden, doch Deutschland lehnt jede Verantwortung für den fürchterlichen Irakkrieg ab.
irakErich Follath, John Goetz, Marcel Rosenbach, Holger Stark: "How German Intelligence Helped Justify the US Invasion of Iraq", Spiegel International March 22, 2008
Das Oberverwaltungsgericht Münster erklärte die geheimdienstliche Überwachung der Scientology für rechtens. Die Religionsgemeinschaft Scientology wird seit langem behindert und verfolgt, obwohl keine Straftaten vorliegen (scientology Viele Religionen oder Glaubensgemeinschaften werden benachteiligt und verfolgt). Der Anwalt der Religionsgemeinschaft (in Deutschland als solche nicht anerkannt; Grundrechte bedürfen in Deutschland der Anerkennung und Genehmigung) will gegen das Urteil (Az: 5A 130/05) Revision einlegen. SZ, 13.2.2008, S. 7
Gegen zu unbequeme Kritiker in Deutschland wird gerichtlich vorgegangen (beispielsweise mittels Zensur: stasi Angegriffene Literatur in der Bundesrepublik Deutschland) oder sie werden geheimdienstlich verfolgt.
der ehemalige Dessauer Staatsschützer Swen Ennullat kritisierte den schlimmen Umgang mit Asylbewerber durch die Behörden, insbesondere bei Oury Jalloh, der 2005 in seiner Zelle verbrannte. Zudem kritiserte Ennullat die lasche Verfolgung rechter Delikte. Das Innenministerium von Sachsen-Anhalt verweigerte Ennullat das Studium an der Polizeihochschule Hiltrup. Ennullat musste sich sein Recht gerichtlich erstreiten. Ennullat werde geheimdienstlich überwacht, das heisst bespitzelt.
geheimInnenminister lässt Polizisten bespitzeln, SZ online 13.2.2008, S. 6, 14.2.2008 – geheimProtokoll über einen unliebsamen Beamten, Der Tagespiegel, 13.2.2008 – geheimOury Jalloh
Ex-Geheimdienstler und Privatagent Werner Mauss traf im Januar den Innen-Staatssekretär August Hanning (früherer Geheimdienstchef) und Bernd Schmidbauer, CDU, MdB, unter Helmut Kohl, CDU, Koordinator der zahlreichen deutschen Geheimdienste (ausgenommen Stasi, vermute ich). Über das Thema bei diesem Dreier-Treffen herrscht Schweigen. SZ, 1.2.2008, S. 6
Viele Politiker, ja sogar Abgeordnete werden von den deutschen Geheimdiensten überwacht. Das Verwaltungsgericht Köln urteilte am 17.1.2008: die Bespitzelung des Politikers Bodo Ramelow, Linke, durch das Bundesamt für Verfassungsschutz BfV ist rechtswidrig. Sie darf nicht fortgesetzt werden (na ja, Papier ist geduldig BND). Richter Stemshorn betonte, das Gericht habe "nicht darüber entschieden, ob ein Mitglied des Bundestags grundsätzlich beobachtet werden darf"; ebensowenig sei bewertet worden, ob eine gesamte Partei beobachtet werden darf. (na also; weitermachen BND!). Dagegen wurde das von Ramelow angestrengte Auskunftsrecht zurück gewiesen. Das Gericht sah sowohl einen Formfehler beim Kläger als auch keine Verpflichtung der Behörde, die zu unrecht gespeicherten Daten zu nennen.
Az: 20 K 3077/06, 20 K 6242/03; SZ, 18.1.2008, S. 6
Andreas Förster, Journalist der Berliner Zeitung, und viele anderen Journalisten wurden und werden vom BND bespitzelt. Im Sommer 2006 wurde die Rundum-Überwachung des Journalisten bekannt. BND Präsident Ernst Uhrlau entschuldigte sich beim Journalisten Uhrlau, doch dieser wollte Einblick in die Akten des BND. Das lehnte dieser ab. In Deutschland sind die Geheimdienste selbstverständlich geheim und mächtig. Der BND meint, es sei ein "unverhältnismässiger Verwaltungsaufwand" (müssen die ein Aktenverhau haben BND), die Akten herauszusuchen. Der Sonderbauftragte des Bundestages Gerhard Schäfer untersuchte die Bespitzelung von Journalisten im Jahr 2006 (warum so bescheiden? 2007, 2008,...). Er berichtete von einer umfassenden Überwachung deutscher Journalisten. Wer hätte anderes erwartet? SZ, 28.11.2007, S. 7
Das Bundesverwaltungsgericht entschied am 27.11.2007, dass der BND verpflichtet ist, Auskunft über Daten zu erteilen, die ihn betreffen. Er ließ jedoch ein Schlupfloch für die Schlapphüte: die Auskunft kann verweigert werden, wenn die Aufgabenerfüllung gefährdet sei. Az. 6 A 2.07. FAZ 29.11.2007, S. 4
Der polnische Ex-Innenminister Janusz Kaczmarek griff den Regierungschef Jaroslaw Kaczynski scharf an. Kaczynski habe Oppositionspolitier durch den Geheimdienst ausspionieren lassen. Der polnische Ex-Vizepremier Roman Giertych nannte dies ein polnisches Watergate. SZ, 24.8.2007, S. 1, 7
In Deutschland werden zahlreiche oppositionelle Parteien geheimdienstlich überwacht, na und geheim ?
Kriminalisierung von Journalisten
Aus geheimen Akten des BND-Ausschusses wurde in der Presse berichtet. Auf Veranlassung von Bundespräsident Norbert Lammert, CDU, (nebenbei: Lammert listet auf seiner LammertBundestagsseite - Zugriff am 20.8.2007 - 15 (!) Tätigkeiten; ist so jemand als MdB noch ernst zu nehmen? Wohl kaum) wird nun gegen, nein, nicht gegen Mitglieder des BND-Aussschusses, sondern gegen 17 Journalisten ermittelt. Diese sind u.a. vom Spiegel, der Zeit und der Süddeutschen Zeitung. Guido Westerwelle, FDP, dazu: Wer Journalisten verfolgen lasse, statt jene, die ihnen Geheimnisse preisgäben, der schieße weit über das Ziel hinaus. Der Vorsitzende des BND-Ausschusses, Siegfried Kauder, CDU, (nebenbei: Siegfried Kauder listet auf seiner kauderBundestagsseite - Zugriff am 20.8.2007 - 6 (!) Tätigkeiten, darunter eine entgeltliche als Rechtsanwalt; ist so jemand als MdB noch ernst zu nehmen? Wohl kaum) verteidigte dagegen die Kriminalisierung von Journalisten. SZ, 4.8.2007, S. 5
Das erinnert an die nachfolgend geschilderte Kriminalisierung von Wissenschaftlern und das Vorgehen bei Korruption von MdB. Der Vorschlag lautete seinerzeit eine Liste der Geld gebenden Unternehmen zu veröffentlichen; von den Geld nehmenden MdB war nicht die Rede.
Kriminalisierung von Wissenschaftlern
Der Berliner Soziologe Andrej H. traf sich zweimal mit einem später kriminell Verdächtigen. Die Bundesanwaltschaft verdächtigt ihn der Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung und ermittelt gegen den Wissenschaftler. In einer Arbeit von ihm aus 1998 fand man mehrfach den Begriff "Gentrification". Das allein als Begründung ist lächerlich, aber auch furchteinflößend: jeder Bürger, der irgendwann mal einen Araber oder Muslim kurz grüßte, fällt bei der derzeitgen Terroristenjagd unter Verdacht. Die Bundesanwaltschaft begründete ihren Verdacht weiters und hanebüchen damit, dass H. als Mitabreiter eines Forschungszentrums Bibliotheken zur Verfügung stehen, die er unauffällig nutzen kann. Und er verfüge "über die intellektuellen und sachlichen Voraussetzungen, die für das Verfassen der vergleichsweise anspruchsvollen Texte der militanten Gruppe erforderlich sind." Zahlreiche Wissenschaftler, die über intellektuelle und sachliche Voraussetzungen verfügen, befürchten eine weitergehende Kriminalisierung. SZ, 13.8.2007, S. 9
Der unter Terrorismusverdacht verhaftete Wissenschaftler A.H. wurde gegen Kaution freigelassen. Mehr als 100 Wissenschaftler forderten die Freilassung des Soziologen. SZ, 23.8.2007, S. 13
Siehe: geheim „Ich habe nichts zu verbergen“ - „Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten“
Der BGH hob im Oktober 2007 den Haftbefehl gegen den Berliner Soziologen Andrej H. auf. Die Indizien seien "nicht hinreichend deutlich". SZ, 25.10.2007, S. 15
Der Bundesgerichtshof beschränkte die Tätigkeit der verdeckten Ermittler. In einem Rechtsstaat (und mnache zählen Deutschland immer noch dazu) dürfe ein Angeklagter nur dann verurteilt werden, wenn ihm seine Schuld in einem ordnungsgemäßen und justizförmigen Verfahren nachgewiesen worden ist. Dies ist beim Einsatz verbotener Methoden, wie ihm Bedrängen zu sich selbst belastenden Aussagen durch V-Leute nicht der Fall. Az: 3 StR 104/07, SZ, 27.7.2007, S. 5
Auch beim Abmahnverfahren (inzwischen verlangen Rechtsanwälte für 1 Abmahnbrief über 1200 Euro) wird der Abgemahnte sofort verurteilt und muß – so er Kosten und Aufwand nicht scheut – seine Unschuld belegen.
geheim Hinweise für Opfer von Abmahnungen oder Abmahnvereinengeheim Deutschland ist kein Rechtsstaat
Verteidigungsstaatssekretär Peter Wichert berichtete, dass bei der Bundeswehr der gesamte Bestand an Geheimdienstinformationen über Auslandseinsätze aus den Jahren 1999 bis 2003 vernichtet worden sei. Sie seien beim Versuch der Datensicherung Ende 2004 verlorengegangen schrieb Wichert an den Verteidigungsausschuss des Bundestags. Politiker der Opposition vermuteten zurecht, dass hier nur vertuscht werden soll; zu haarsträubend – selbst für die Bundeswehr und die Geheimdienste – ist dieser Vorgang. Christian Ströbele, Grüne, Wolfgang Neskovic, Linksfraktion und Peter Schaar, Datenschutzbeauftragter der Bundesregierung forderten Aufklärung. SZ, 27.6.2007, S. 1
  • In einer professionellen Datenverarbeitung geht nichts verloren, da im Verlustfall auf Tages-, Wochen-, Monats- und Jahressicherungen zurückgegriffen werden kann.
  • Wenn Ende 2004 etwas verlorgen ging, warum merkt es die Bundeswehr erst im Juni 2007?
  • Oder warum berichtet sie dem Bundestagssausschuss um Jahre verspätet?
  • Geheime Berichte sind auch beim erstellenden Geheimdienst gespeichert und gesichert. Es ist eine Kleinigkeit dies angeblich verloren gegangenen Intormationen über Auslandseinsätze erneut anzufordern.
Am Schlimmsten an diesem Vorgang ist freilich: die Bundeswehr tischt die Geschichte einer totalen Tölpeltruppe auf und erwartet, der Bundestagsausschuss, die Medien und die Bevölkerung akzeptieren sie. Die Bundeswehr meint also, der Bundestagsausschuss, die Medien und die Bevölkerung sind von der Trottelhaftigkeit bei der Bundeswehr überzeugt.
Die deutschen Geheimdienste spähen seit 2005 heimlich via Internet die Computer von verdächtigen Bürgern (und von Innenministern Wolfgang Schäuble, CDU, und vielen seiner Landeskollegen wissen wir: verdächtig sind alle) aus. Dies bestätigten am 25.4.2007 nach Teilnehmerangaben der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium Peter Altmaier, CDU, im Bundestags-Innenausschuss und das Bundeskanzleramt. Der Geheimdienstkoordinator Klaus-Dieter Fritsche bestätigte, dass der Verfassungsschutz seit Sommer 2005 online und heimlich PC durchsuche. Offensichtlich gilt dies auch für den BND. (SZ, 26.4.2007, S.5)
Die Opposition kritisierte die Praxis als rechtswidrig und illegal.
Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte im Februar 2007 der Polizei wegen fehlender gesetzlicher Grundlagen die Online-Durchsuchungen untersagt. Allerdings ging es dabei nicht um die Geheimdiensten. Diese haben in allen Deutschlands seit Jahrzehnten Sonderrechte bis Narrenfreiheit.
Nach Ansicht der Bundesregierung sind die Online-Durchsuchungen für Geheimdienste zulässig. Die entsprechende Dienstvorschrift stammt vom früheren Bundesinnenminister Otto Schily, SPD.
geheimGeheimdienste spähen bereits Computer aus, 25.4.2007
Trotzdem untersagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) dem Bundesverfassungsschutz (was ist mit den anderen Geheimdiensten?) das heimliche Ausspähen von Computern via Internet vorläufig. Er will gegebenenfalls das Grundgesetz ändern.
geheimTrotz Stopp: Schäuble pocht auf Online-Bespitzelung, 27.4.2007
Vermutlich spähen die Spitzel jetzt heimlich (die Öffentlichkeit weiß nichts davon) heimlich (der Bürger erfährt es nicht) weiter die PCs der Bürger aus: Überwachung total ist angesagt!
Im Bundestag wird scheinheilig darüber debattiert, ob man Geistliche, Anwälte und Journalisten abhören oder heimlich videofilmen darf: in der Praxis wird es einfach gemacht ohne zu fragen.
Das Bundeskriminalamt BKA hat laut SZ nach Angaben des Fernseh-Magazins Panorama zwischen 2002 und 2004 Journalisten des Magazins Focus heimlich überwacht und ausgespäht. Es galt eine undichte Stelle im BKA zu finden (Jeder Vernünftige sucht das Objekt dort, wo man es vermutet; nur das BKA sucht Lücken im BKA bei anderen bka). Die BKA-Lücke wurde bei den Focus-Journalisten nicht gefunden. SZ, 5.8.2007, S. 1
Es ist sonderbar, wie sich die Bilder gleichen: nach Sturz von Unrechtsregimen lässt die Aufarbeitung der Vergangenheit sehr zu wünschen übrig. Nazi-Mörder erhalten noch im 21. Jhdt. ein Staatsbegräbnis und lobende Worte am Grab. Die DDR Schergen genießen Pensionen, ohne je einbezahlt zu haben; die Opfer haben karge Renten, teils, weil die Zeit im DDR Gefängnis nicht zählt. Die DDR Täter setzen gerichtlich durch, dass ihre Name zusammen mit ihrer DDR Tätigkeit nicht mal genannt werden darf. Man lese DDR Hubertus Knabe: Die Täter sind unter uns. Über das Schönreden der SED-Diktatur und DDR Roman Grafe: Deutsche Gerechtigkeit.
geheim Mikrofone im Büro einer Bundestagsabgeordneten gefunden
Untersuchungsausschuss Geheimdienst im Deutschen Bundestag
Der sogenannte "1. Untersuchungsausschuss" soll die Tätigkeit der deutschen Geheimdienste im und um den Irak-Krieg behandeln. Dabei geht es u.a. um den anscheinend mit deutscher Billigung verschleppten Deutschen Khaled El-Masri. Aus dem Untersuchungsauftrag:
Auftrag des Untersuchungsausschuss
Der Untersuchungsausschuss soll im Zusammenhang mit den Vorgängen aus dem Bericht klären, welche politischen Vorgaben für das Handeln von Bundesnachrichtendienst (BND), Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), Militärischem Abschirmdienst (MAD), Generalbundesanwalt (GBA) und Bundeskriminalamt (BKA) gemacht wurden, und wie die politische Leitung und Aufsicht ausgestaltet und gewährleitstet wurde.
Wie in Deutschland üblich untersuchen dabei die Parteifreunde der möglichen Täter das Verhalten ihrer Parteifreunde. Vorsitzender: Siegfried Kauder, CDU. Die geladenen Beamten verweigern zum Teil die Auskunft, da ja alles geheim ist. Eine Wahrheitsfindung ist damit nicht möglich. SZ, 23.9.2006, S. 7
Wer sich für die Farce interessiert: geheim1. Untersuchungsausschuss, 16. Wahlperiode
geheim"Konflikt um Ausschluss der Öffentlichkeit bei BND-Zeugen", hib-Meldung 206/2006, 29.06.2006

Selbstverständlich – nur Naive oder Politikneulinge hätten es anders erwartet – klärt auch dieser Ausschuss wenig. Die Ausschussmehrheit von CDU / CSU und SPD will Frank-Walter Steinmeier, SPD, und Joschka Fischer, Grüne, nur sehr eingeschränkt befragen. Das heisst die Motivation zur Klärung hört schon vor dem Stellen der Frage auf. SZ, 14.12.2006, S. 6
Statt Aufklärung (siehe bnd Auftrag des Untersuchungsausschuss) setzt Siegfried Kauder, CDU, Vorsitzender des BND-Untersuchungsausschusses, auf staatsanwaltliche Ermittlungen gegen die aufklärenden Journalisten! Er schlägt dem Bundestagspräsidenten Norbert Lammer, CDU, vor die Staatsanwaltschaft gegen die – seiner Meinung nach – zu freien Presse, hier: Süddeutsche Zeitung und Der Spiegel. Auch Hermann Gröhe, CDU, setzt auf die Verfolgung der Aufklärer. SZ, 7.2.2007, S. 5
Der parteilose Christoph Fröse wurde in der Gemeinde Bannewitz (bei Dresden) zum Bürgermeister gewählt. Er darf das Amt wegen seiner Geheimdiensttätigkeit nicht antreten. Das Verwaltungsgericht Dresden meinte im Urteil Fröse biete nicht die Gewähr jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung Deutschlands einzutreten. Laut einem Gerichtssprecher war Fröse von 1985 bis 1989 für das Ministerium für Staatssicherheit tätig. Az.: 2 K 831/06. SZ, 20.9.2006, S. 8
Geheimdienst überwacht auch CSU Veranstaltungen
Auf einer Informationsveranstaltung des CSU Kreisverbands Ebersberg zur Gentechnik in der Landwirtschaft, Ende Mai 2006, erschienen auch Beamte des Staatsschutzes. Sie fotografierten Teilnehmer, schrieben Autokennzeichen auf und stellten Personalien fest.
Bei einer Veranstaltung mit Gerd Müller, CSU, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, waren ebenfalls Zivilbeamte des Staatsschutzes anwesend. Christoph Huber, Sprecher der Polizeidirektion Erding, wies die Vorwürfe zurück und bestätigte sie: die Beamte wären im Mai wegen einer nicht genehmigten Bulldog-Demonstration gekommen; im Juli wollten sie die Versammlung vor möglichen Störern schützen staatsschutz. SZ, 10.8.2006, S. 49
Eines der Plakate der Spontan-Kundgebung gegen die Gentechnik trug die Aufschrift: "Wir sind gegen gentechnik. Papst Benedikt steht hinter uns!" Staatsanwalt Rüdiger Hödl: "Es gab einen Anfangsverdacht." Teilnehmer mussten zur Staatsschutz-Abteilung der Polizeidirektion Erding. Die Ermittlungen gegen Franz Lenz, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands wurden eingestellt: er ist Mitglied der CSU. Einen Vorteil hat der massive Polizei- und Geheimdiensteinsatz: ein protestierender Landwirt meinte: "Ich war nie CSU-Mitglied, habe sie aber gewählt. Das hat sich jetzt erledigt." OVB, 23.8.2006, S. 9 Vergleiche: lenz Grundgesetz Art.8
Die Bundesregierung hat keine Bedenken, die gewählten Volksvertreter vom Verfassungsschutz bespitzeln zu lasse; siehe: geheimdienst Keine Abgeordnetenprivilegien.
Und: der Ex-Geheimagent Uwe Müller behauptet, der BND macht beim Ausforschen [siehe Anmerkung] der MdB nicht Halt, sondern forscht auch den/die Bundeskanzler(in) aus. Er habe dem BND Informationen über Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder geliefert. Der BND dementiert natürlich bnd und will Strafanzeige wegen übler Nachrede und Verleumdung stellen. OVB, 4.8.2006, S. 2
Anmerkung: "Bespitzeln" schreibe ich nicht, da man bei Verwendung dieses Wortes in Deutschland mit Bestrafung rechnen muß [spitzel Zensur in Deutschland wird vielfach praktiziert].
Untersuchungsausschüsse, Verschleppungen von Deutschen etc. zeigen es: die deutschen Geheimdienste sind ausser Kontrolle. Die ausserordentlichen Geheimdienstbefugnisse wurden um weitere fünf Jahre verlängert und noch ausgeweitet. Die Abfrage von Konten- und Fluggastdaten werden erleichtert. Statt die schweren Grundrechtseingriffe durch die Geheimdienste aufzuklären, wird ihnen noch mehr gestattet.
huHU PM 11-2006: Neues Anti-Terror-Gesetz schafft unkontrollierbare Befugnisse für Geheimdienste
Top-Spitzel Wilhelm Dietl will gegen seine Enttarnung als Geheimdienstler gegen den BND klagen. Falsch sei, dass er im Auftrag des BND die Quelle des Spiegel-Berichts über den Plutoniumschmuggel gesucht habe. Vom Geheimdienst und einigen, vor nichts zurückschreckenden Politikern wurde 1995 ein Plutonium-Schmuggel von Moskau nach München inszeniert.
Nach Dietl habe ihn der BND in die Liste der Schnüffel-Journalisten aufgenommen um sich für seine BND-Bücher (dietl Literatur) zu rächen. SZ, 15.7.2006, S. 8
Das Bundeskabinett will die Macht der eh schon unkontrolierbaren Geheimdienste in Deutschland weiter ausbauen (bnd Antiterrorgesetze). Ausser dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) soll künftig auch der Militärische Abschirmdienst (MAD) und der Bundesnachrichtendienst (BND) Informationen über alle Bürger bei Fluggesellschaften, Banken, Post- und Telekommunikationsunternehmen holen dürfen. Die Tätigkeit des Auslandsdienst BND im Inland wird ausgeweitet. Die Trennung von Polizei und Geheimdiensten wird praktisch aufgehoben.
BND, BfV und MAD dürfen zu »verfassungsfeindlichen Bestrebungen im Inland, die die Bereitschaft zur Gewalt fördern«, Informationen sammeln. Also praktisch unbeschränkt.
Der angebliche Kampf gegen den Terror ist Vorwand dafür, alle Protestierer gegen Geldverschwendung (bnd Verschwendung von Steuergeldern), Sozialabbau (bnd Der Staat und unsere Abgeordneten bedienen sich), Kriegsbeteiligung (bnd "Nie mehr Krieg ohne uns") überwachen zu können und wenn es sein muß unschädlich zu machen.
Peter Wolter: "»Antiterrorgesetze« ausgeweitet Von wegen »Terror«", junge Welt 7.7.2006, S. 8; SZ, 6.7.2006, S. 1
Rücksichtslose Nicht-Aufklärung – Keine Kontrolle der Spione
Was ist grotesker als die Wirklichkeit? Der PKG, der die Geheimdienste kontrollieren soll, versagte im Fall der Entführung des Deutschen Khaled el-Masri. Daher wurde ein Untersuchungsausschuss zur Arbeit der Geheimdienste (BND-Ausschuss) auf Bundesebene eingerichtet. Aufgabe: Erhellung der Pannen, Klärungwo Menschenrechte verletzt wurden. Dieser Ausschuss beschäftigte sich hinter verschlossenen Türen mit dem Entführungsfall Khaled el-Masri. Dort wurde geheim der BND Mitarbeiter Harald Cordes verhört. Selbst im Vorraum waren Foto- und Fernsehaufnahmen verboten. Die Opposition erwägt die Anrufung des Bundesverfassungsgerichts. SZ, 30.6. 2006, S. 7
Wirrwarr beim Bespitzeln von Abgeordneten
Politiker, die ausspioniert werden, können nicht davon ausgehen, als gewählter Volksvertreter nicht mehr ausgespäht zu werden. "Extremisten werden durch den Einzug ins Parlament nicht geadelt oder geläutert", so Heino Vahldieck, Chef des Verfassungsschutzes Hamburg. Andrerseits sind viele Mitglieder der DVU und NPD Mitarbeiter der Geheimdienste. Dazu meinte Verfassungsschützer Walter Wilhelm, Bremen: "Wenn V-Männer Abgeordnete werden, dann schalten wir die ab". Wobei unklar ist, wie die "abgeschaltet" werden. SZ: "Verfassungschützer bespitzeln Politiker", 16.6.2006, S. 8
Lothar Bisky, Linkspartei, MdB, bedauerte die Bespitzelung von Politikern und Abgeordneten. SZ, 13.6.2006, S. 6 Prinzipiell ist aber dagegen nichts einzuwenden. Abgeordnete sind offensichtlich ein Sicherheitsrisiko für Deutschland.

Professor Peter Grottian ist ins Visier der deutschen Geheimdienste geraten. Seit Jahren sammeln das Bundesamt für Verfassungsschutz und das Berliner Landesamt Informationen über die außerparlamen- tarischen Aktionen des Akademikers und über linke Gruppen, die gegen den Senat Berlins opponieren.
Wer regierungskritisch eingestellt ist, muß in Deutschland mit Bespitzelung durch die Geheimdienste rechnen. Professor Grotian gründete 2003 das sogenannte Berliner Sozialforum mit. Das zusammengewürfelte Sozialforum besteht aus Globalisierungskritikern, Gewerkschaftlern und früheren PDS-Aktivisten. Sie alle sind unzufrieden mit der rot-roten Koalition in der Hauptstadt. Offiziell bestreiten die Berliner Geheimdienste die Überwachung, das Bundesamt äußert sich nicht.
Stefan Berg: "Kreuzberger Mischung", Der Spiegel 24/2006, S. 36-37
Der Autor und Ex-Spitzel des BND Norbert Juretzko wurde vom Berliner Landesgericht vom Vorwurf des Geheimnisverrats freigesprochen. Der BND hatte nach Erscheinen des Buchs Bedingt dienstbereit Anzeige erstattet. In seiner lesenwerten Abrechnung mit dem Geheimdienst nennt Juretzko auch Namenvon Mitarbeitern. Siehe juretzko Bücher rund um die Spionage und juretzko Angegriffene Bücher.
In den USA wurden Akten freigegeben, die belegen, dass der BND bereits 1958 Aufenthaltsort und Decknamen des Massenmörders Adolf Eichmann kannte. Der BND tat nichts, da man befürchtete, dass Eichmanns Verhaftung die Position des Staatssekretärs Hans Globke (siehe Norbert Frei: Karrieren im Zwielicht. Hitlers Eliten nach 1945, bnd Rezension; bnd Revisionismus) gefährdet hätte. Globke hatte unter den Nazis die juristische Grundlagen für die Judenvernichtung geschaffen und war von 1953 bis 1963 die rechte Hand des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer, CDU. Junge Welt, 9.6.2006, S. 5
Bislang unbekannte CIA-Akten wecken den Verdacht: Deckte der Bundesnachrichtendienst den Organisator des Holocausts Adolf Eichmann? Die Mischung aus Dichtung und Wahrheit in dem neuen CIA-Dokument wirft zusätzlich die Frage auf, ob der BND möglicherweise die Spur zu Eichmann zu verschleiern suchte. Der Dienst beschäftigte bekanntlich zahlreiche Holocausttäter (Spiegel 13/2006). Vielleicht wollte der BND nicht nur Eichmann sondern auch sich selbst schützen. Der US-Historiker Timothy Naftali legt nahe, dass "auf höchster Ebene der Regierung von Konrad Adenauer" befürchtet wurde, es könne "Aussagen über enge Mitarbeiter des Kanzlers" geben, falls Eichmann festgenommen würde. Damit meint Naftali wahrscheinlich Hans Globke, Kanzleramtschef Adenauers, hoher Nazi-Beamter und am Holocaust mittelbar beteiligt.
Klaus Wiegrefe: "Plaudereien aus Pullach", Der Spiegel 24/2006 S. 48-49
Der BND gibt sich immer lächerlicher und führt sich selbst ad absurdum
Der BND hat offenbar geheime Akten für ein Gerichtsverfahren freigegeben. Das könnte zur Enttarnung von Agenten in Rußland führen, da sie die Klarnamen der Agenten enthalten. Diese müssen jetzt mit Verhaftung und langjährige Freiheitsstrafen rechnen. Dem BND geht es in einem Zivilrechtsverfahren um Honorare in Höhe von mehreren 100 000 Euro, die der Geheimdienst von zwei früheren Mitarbeitern zurück haben will. Einer der beiden, Norbert Juretzko, wurde am 7. Juni 2006 vom Berliner Landgericht in einem Strafverfahren freigesprochen. Der BND hatte ihn beschuldigt, in Bedingt dienstbereit (siehe juretzko Neue Bücher rund um die Spionage und juretzko Angegriffene Bücher) Dienstgeheimnisse verraten zu haben. Die angeblichen Geheimnisse waren aber schon vor Jahrzehnten via Spionin Gabriele Gast dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR bekannt. Junge Welt, 9.6.2006, S. 5
Der Bundesnachrichtendienst (BND) lügte: die Bespitzelungen von Journalisten seien bedauerliche Einzelfälle. Doch die Beschattungen waren viel länger und umfangreicher als zunächst zugegeben. Über mehrere Jahre beschatteten Agenten die Journalisten Erich Schmidt-Eenboom und den Redakteur Josef Hufelschulte vom Magazin Focus. bndDer BND und die Beschattung von Journalisten, NDR
Dazu BND-Präsident Ernst Uhrlau: "Informationspannen" (bnd Politiker-Deutsch für Fortgeschrittene).
Der BND: NDR Dokumentation über die Arbeit des deutschen Auslandsgeheimdienstes
"Die Geheimdienstlegende - Reinhard Gehlen und der BND" (6. März 2006)
"BND - Über Kalte Krieger und Terroristenjäger" (8. März 2006)
Der BND sammelte widerrechtlich Informationen aus der Medienbranche. Dafür benutzte er Journalisten als Quellen – wohl bis in die jüngere Vergangenheit, meint der Spiegel. "jüngere Vergangenheit" ist ein Komparativ, bei dem unklar ist, mit welcher Zeit verglichen wird. Man geht vorsichtshalber davon aus: auch weiterhin ist niemand in Deutschland durch Bespitzelung durch den BND oder andere Geheimdienste gefeit. Mehr als 600 000 Mark soll der Ex-Focus-Journalist Wilhelm Dietl erhalten haben: offenbar agierte er zwischen 1982 und 1998 für den BND. Der Deutsche Journalistenverband und der Zeitungsverlegerverband forderten die „rückhaltlose Aufklärung“ der Vorwürfe. Holger Stark, Der Spiegel 20/2006, S. 92-93
Nach Auskunft des Präsidenten des BND, Ernst Uhrlau, am 1.6.2006 wußte – entgegen bisheriger offizieller Verlautbarung – ein BND-Mitarbeiter sehr viel früher von der Entführung des Deutschen Khaled el-Masri durch die US-Amerikaner. Mit diesem Eingeständnis strafte Uhrlau frühere Auskünfte Lügen, nach denen deutsche Dienste oder das Auswärtige Amt zu keiner Zeit während des Tatzeitraumes über die Verschleppung informiert gewesen seien. Uhrlau bezeichnete die bisherigen Lügen als "Informationspanne". FDP-Vorsitzende Westerwelle sprach von "Verschleierung und Vertuschung". SZ, 2.6.2006, S. 5
Vom Kreisverkehr der Information und den Informationslücken
Der Sonderermittler Gerhard Schäfer konnte in seinem Bericht nur prüfen und auswerten, worüber ihn die Regierung und der BND von sich aus informierten. Dazu Kanzleramtschef Thomas de Maizière: "Wir haben uns die Sachverhaltsbewertung und die rechtliche Beurteilung von Herrn Schäfer zu Eigen gemacht." ... Die Schäfer vorlegten Informationen waren unvollständig. Thomas de Maizière: "Das Problem ist, dass es in der Dokumentation der Vorgänge Mängel gab, und wenn es Mängel gibt, dann können sie ihm auch nicht vorgelegt werden." SZ, 31.3.2006, S. 5.
Das Parlamentarische Kontrollgremium hat den Bericht des Sonderermittlers Gerhard Schäfer zur Bespitzelung von Journalisten durch den BND veröffentlicht. Zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte von Betroffenen wurden zahlreiche Stellen anonymisiert. Die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte am 29. Mai 2006, S. 5 einen Schlüssel zum besseren Verständnis.
Aus der Stellungnahme der Bundesregierung zum Bericht geht die Unfähigkeit der jeweiligen BND Präsidenten hervor. Sie waren über die Tätigkeiten ihrer Agenten nicht ausreichend informiert.
“Festzustellen ist aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse weiterhin, dass die vom Sachverständigen beanstandeten Operationen und Maßnahmen der Abteilung "Sicherheit" trotz entsprechender Genehmigungsvorbehalte den jeweiligen Präsidenten ganz überwiegend nicht und wenn, dann nicht in der vorgeschriebenen Weise und vor allem nicht problemadäquat vorgelegt worden sind.”
Sonderermittler Gerhard Schäfer attestiert dem BND für die jahrelangen Bespitzelungen von Journalisten "gravierende Grundrechtsverletzungen", besonders der "Medienfreiheit".
Geheimdienstkoordinator Klaus-Dieter Fritsche machte den sensationellen Reformvorschlag, die Geheimagenten per Dienstvorschrift zur Gesetzestreue zu verpflichten. Die Geheimagenten müssen dann ihre Vorgesetzen vor /bei Grundrechtsverletzungen informieren. Der Spiegel 22/2006, S. 47
bndBericht zu Aktivitäten des BND gegenüber Journalisten in gekürzter Fassung, 8,7 MB
bndStellungnahme der Bundesregierung zum Bericht des Sachverständigen, 0,1 MB
Die Bespitzelung von Journalisten durch den Bundesnachrichtendienst BND waren überwiegend rechtswidrig, so der Sonderermittler des Bundestags, Gerhard Schäfer, im Bericht zu der Spitzelaffäre. Die jeweiligen BND-Präsidenten waren nicht oder nicht genau informiert, das heisst, sie hatten (und haben?) die Geheimdienste nicht im Griff. BND-Präsident Ernst Uhrlau entschuldigte sich für die Rechtsverletzungen. SZ, 27.5. 2006, S. 1 Können sich auch andere Rechtsverletzer selbst entschuldigen?
Im Skandal um den BND (jahrelang wurden Journalisten bespitzelt) beteuern die Verantwortlichen von nichts gewußt zu haben: Bernd Schmidbauer, Ex-Kanzleramtsminister, sagte, Hansjörg Geiger, Ex-BND-Chef, habe den Einsatz gegen die Presse selbst verfügt. Geiger dementierte. Kanzleramtschef Thomas de Maizière, kündigte an, die Dienstvorschrift zu ändern. SZ, 15.5.1006, S. 1 Umso schlimmer, wenn die Dementi zutreffen: die Verantwortlichen hatten dann den Geheimdienst nicht im Griff.
Erich Schmidt-Eenboom, Geheimdienstexperte und Verfasser mehrerer Bücher über den BND (bnd irak Bücher rund um die Spionage) pflegte selbst regelmässige Kontakte zum BND. Im Interview mit Wolfgang Pomrehn (Junge Welt, 17.05.2006, S. 3) meinte er, dies gehöre zum Job des Fachjournalisten. Annette Ramelsberger titelte in der Süddeutschen Zeitung dagegen: "Geheimdienstopfer Erich Schmidt-Eenboom war selbst Spitzel". Unter anderem erzählte Schmidt-Eenboom dem BND, welchen Bericht das TV-Magazin Monitor plante. BND Sonderermittler Gerhard Schäfer bemerkte dazu: "Inwieweit sich die Tätigkeit des Journalisten (für den BND) mit dessen journalistischem Selbstverständnis vereinbaren lässt, ist keine Rechtsfrage". SZ, 19.5.2006, S. 5
Das Parlamentarische Kontrollgremium PKG (bestehend aus neun MdB) sollte eigentlich die deutschen Geheimdienste überwachen. Allerdings wird dem PKG viel Information mit der Begründung "Geheim" vorenthalten. Oft müssen sich die neun Mitglieder aus der Presse (oder durch diese Webauftritt) informieren. Wolfgang Neskovic, Linkspartei, Mitglied im BND-Untersuchungsausschuss, bemängelt die lückenhafte Information: "Kontrollfreie räume sind demokratiefremd und lassen sich auch nicht mit dem Mythos des Geheimen legitimieren", SZ, 10.5.2006, S. 2
Laut Medienberichten wird der Fraktionschef der Linkspartei Oskar Lafontaine, MdB, geheimdienstlich überwacht. Laut dem Magazin Focus wurde Lafontaine im Informationssystem Nadis gespeichert. Grund: Lafontaine ist Mitglied der Linkspartei. SZ, 20.3.2006, S. 5
Nach weiteren Berichten werden neben Lafontaine auch andere Bundestagsabgeordnete vom Geheimdienst überwacht. Wenn schon, dann sollten alle MdB (und MdL ?) überwacht werden!
Hans-Joachim Jentsch, Ex-Verfassungsrichter, CDU, Ex-MdB, Ex-Justizminister von Thüringen, verteidigte die Überwachung der Bundestagsabgeordneten durch den Geheimdienst. Der Gesetzgeber habe "zu Recht Abgeordnete und Parteien als Beobachtungsobjekte nicht ausgeschlossen".
SZ, 1.4.2006, S. 9
BND Mitarbeiter, die nach Berlin versetzt wurden, erhielten bisher zahlreiche Vergünstigungen: jahrelange Freiflüge nach Hause und zinslose Darlehen für den Kauf eines Eigenheims. Auf Druck der Öffentlichkeit widerrief die Regierung diese Vorzugsbehandlung "ab sofort". Der Bundesrechnungshof errechnete, dass der Umzug des BND nach diesem Modus des Bonn-Berlin-Gesetzes etwa 40 bis 60 Millionen Euro teurer wird. Wie Politiker unsere Steuergelder zum Fenster hinauswerfen und über leere Kassen klagen kann man unter bnd Verschwendung von Steuergeldern nachlesen.
Geheimdienstkontrolle in Deutschland
Das Parlamentarische Kontrollgremium PKG hat sich über die Aktivitäten der deutschen Geheimdienste aus der Presse zu informieren. Dabei sollte das PKG eigentlich deutschen Geheimdienste überwachen.
Die Grünen versuchten vergeblich auch auf bayerischer Landesebene die Rechte und Möglichkeiten des Parlamentarischen Kontrollgremiums PKG der Geheimdienste zu erweitern. Die Rechtsexpertin Christine Stahl meinte eine bessere Kontrolle der Spione sei nötig. Doch die CSU meinte dagegen, im Dunkeln ist gut munkeln. Thomas Obermaier, CSU, sprach sich gegen mehr Rechte der Parlamentarier im PKG aus. Die CSU lehnte den Grünen-Antrag ab. Maximilianeum 1/2006, S. 3
Nicht nur Hermann Bachmaier, SPD, meint, dass das Parlamentarische Kontrollgremium PKG die Kontrolle der Regierung und der Geheimdienste nicht gewährleisten könne (pkg Bachmaier zum PKG). Nicht nur das Beispiel des BND im Irak-Krieg zeigt, dass die Bewertung des PKG nur ein "groß angelegtes Täuschungsmanöver" sei, so Wolfgang Neskovic, Vertreter der Linken im PKG. Die Regierung informiert den PKG nur lückenhaft, die Geheimdienste entziehen sich ihrer Verantwortung zur Information durch Hinweis auf andere Geheimdienste. Süddeutsche Zeitung, 22.2.2006, S. 5
Max Stadler, FDP, fordert die Transparenz der Geheimdienstkontrolle. Süddeutsche Zeitung, 10.2.2006, S. 5
Wie bescheiden! Die FDP fordert also nicht die Transparenz der Geheimdienste, sondern nur mehr Transparenz bei der Kontrolle durch das PKG. Bisher besteht zwar eine Berichtspflicht an das PKG, jedoch werden keine Konsequenzen angedroht oder gar gezogen, wenn dagegen verstoßen wird.
"Wenn wir für Informationen anderer Nachrichtendienste eine Garantie übernehmen müssen, dass sie unter Wahrung rechtsstaatlicher Prinzipien zu Stande gekommen sind, können wir den Betrieb einstellen." Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, CDU, zur Nutzung von Geständnissen, die erfoltert wurden, wobei er völlig überzogen ("Garantie") dafür argumentiert, die deutschen Geheimdienste abzuschaffen: Ich stimme ihm zu. OVB, 2.1.2006, S. 2
SPIEGEL: Ist eine Kontrolle der Dienste durch das Parlament zurzeit überhaupt möglich?
Bachmaier: "Das PKG versucht es nach Kräften. Aber es stößt an strukturelle Grenzen, und es hat vor allem auch nicht die personellen Kapazitäten. BND und Verfassungsschutz sind Behörden, deren Tätigkeit abgeschottet verläuft. Eine aktive Aufsicht ist da nur sehr bedingt möglich."
Hermann Bachmaier, SPD, sechs Jahre lang Mitglied des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKG). Der Spiegel 1/2006, S. 17. Die Formulierung "versuchte nach Kräften" bedeutet in Arbeitszeugnissen: "war den Anforderungen nicht gewachsen".
Älteres findet man in den Archiven zur Arbeit der Geheimdienste Deutschlands
geheim Archiv 2002 bis inklusive 2005
geheim Archiv bis inklusive 2001
 

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