| Archiv 2002 bis inklusive 2005 zur
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| Der |
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| Manfred Stolpe, SPD, unterhielt als Vertreter der
Evangelischen Kirche der DDR von 1969 bis 1989 Kontakte zu hauptamtlichen
Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit. Dieses führte ihn
unter "IM Sekretär" als inoffiziellen Mitarbeiter. Nach einem Urteil des
Bundesverfassungsgerichts darf man dies nicht einfach als Tatsache sagen. Bei
der Verbreitung solcher Ansichten muß man hinzusetzen, dass diese Sicht
der Dinge umstritten und als fraglicher Sachverhalt nicht wirklich
aufgeklärt ist. Az: 1 BvR 1696/98; SZ, 17.11.2005, S. 6 |
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| Angesichts der massiven Bespitzelung von Journalisten durch die
deutschen Geheimdienste verurteilte die Humanistische Union dies: "Abermaliger
BND-Skandal demonstriert Demokratiefeindlichkeit der Geheimdienste.
Humanistische Union verurteilt Bespitzelung von Journalisten." |
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| Der BND hat anscheinend in den neunziger Jahren
monatelang deutsche Journalisten und Wissenschaftler beschattet. August
Hanning, BND Präsident, zu den Vorwürfen: "Offenbar hat es
Observationen gegeben". So wurde möglicherweise ("möglicherweise"
wurde eingeschoben, da man in Deutschland schnell vorm Kadi landet, wenn man
Geheimdienste oder andere staatlichen Stellen kritisiert) Erich Schmidt-Eenboom, Leiter des
friedenspolitischen Instituts, Weilheim, Autor kritischer Sachbücher
( Mich wundert die große und plötzliche Aufregung gegen die alltägliche Überwachungspraxis, siehe dazu |
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| Agentenleben Adrian alias Willi
Liesmann alias Willy Weitzel
alias Michael Brandon Der BND Agent mit verschiedenen Namen war Drahtzieher des vom BND inszenierten Atomschmuggels Moskau - München. Die Landtagswahl stand bevor und man mußte eine Bedrohung erfinden. Dafür nahm man die Gefährdung der Bevölkerung Bayerns in Kauf. Drei Jahre später: das Amtsgericht München erließ einen Strafbefehl gegen den Agenten wegen uneidlicher Falschaussage und einer Geldbuße von 9000 Mark. Er wurde zur deutschen Botschaft in Tirana (zuletzt: BND-Oberregierungsrat) befördert. Dort starb er im Alter von 49 Jahren unter mysteriösen Umständen im Mai 2004. SZ, 7.3.2005, S. 5 "Die Korruptionsermittlungen gegen zwei in Visahandel verstrickte Diplomaten an der deutschen Botschaft in Albanien liefern offenbar neue Hintergründe zum Tod eines hohen deutschen Geheimdienstbeamten." Focus online, 5.3.05 |
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| Durch den Einzug der Neonazis in die
Landesparlamente kommt es zu witzigen Konstellationen. Die NPD in Sachsen
erhält Sitze in Ausschüssen, darunter der Parlamentarischen
Kontrollkommission. Zu deren Aufgaben zählt den Verfassungsschutz zu
kontrollieren. Der Verfassungschutz observiert die NPD. Diese wird also
künftig ihre eigene Observierung kontrollieren.
Tribüne 43.172 (2004) S. 28 |
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| Der Neonazi Martin Wiese,
Chef der Kameradschaft Süd, ist im
Dezember 2004 vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht angeklagt u.a. wegen
eines geplanten Anschlags bei der Grundsteinlegung für das Jüdische
Zentrum in München 2003. Inspiriert wurde er angeblich von Didier M., einem V-Mann des Bayerischen Verfassungsschutzes. Didier M. habe
Wiese angeboten ein Kampf-Trainingscamp zu organisieren. OVB,
10.12.2004, S. 3 |
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| Klaus Kuron
galt in den 70er und 80er Jahren als einer der fähigsten Spione des
Bundesamtes für Verfassungsschutz. Zugleich war er von 1982 bis 1989 als
Doppelagent für das Ost-Berliner Ministerium für Staatssicherheit
Stasi die entscheidende Informationsquelle über die Aktivitäten des
Verfassungsschutzes. Klaus Kuron - Spion in eigener Sache.
Dokumentarfilm von Thomas Knauf, Deutschland 2004 |
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| Markus Wolf, Generaloberst a.
D., Chef des DDR-Nachrichtendienstes, also Spitzel, heute Schriftsteller und
Rentner, hat das unverminderte Interesse der Medien: Der Mann ohne
Gesicht Zweiteiliger Film von Lew Hohmann 1. Markus Wolfs steiler Aufstieg
; 2. Markus Wolfs langer Abschied ARD/NDR (Erstsendung: 16. und 17.12.1998)
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| Der Ex-Agent des BND Norbert Juretzko schildert im Enthüllungsbuch
Bedingt betriebsbereit zahlreiche Pleiten und Stümpereien der
deutschen Geheimdienste. Am 23.8.2004 stellte der BND Strafanzeige, nicht wegen
Verbreitung unwahrer Tatsachenbehauptungen, sondern im Gegenteil wegen
"Offenbarung von Staatsgeheimnissen". OVB, 7.9.2004.
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| Anfang 2003 enthält das Nachrichtendienstliche Informationssystem NADIS
942.350 personenbezogene Eintragungen. Quelle: Kai Hirschmann: Geheimdienste, S. 74; |
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Abhörtätigkeit nach Kommunikationssparten
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| "Mit der Kontrolle des Geheimdienste ist es nicht weit her; da
statuiert der Plutonium-Skandal das Exempel. Die Kontrolle des Geheimdienstes
mag vielfältig sein, doch ist sie bloß eine hinterherlaufende
Kontrolle, sie ist weder besonders effektiv noch besonders effizient. Das
beginnt bereits damit, dass das eine Kontrollgremium nicht weiß, was das
andere weiß und macht. Die Kontrollorgane sind nicht miteinander
verzahnt, sie arbeiten beziehungslos nebeneinander. So wird die demokratische
Observation zerlegt bis zur Wirkungslosigkeit." S. 128, Heribert Prantl:
Verdächtig; |
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| Der Auslandsgeheimdienst der DDR hatte kurz vor
dem Anschluß 2000 Spione in der BRD im Einsatz. Insgesamt waren ca.
200.000 Bürger der DDR für die Staatssicherheit tätig. Bernd Schmidbauer, Interview Die Welt, 22.3.2004, S.4 |
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| Die deutschen Geheimdienstler (genannt sind: Verfassungsschutz,
BND und BKA) und die US-amerikanischen arbeiten ständig zusammen. Die
Zusammenarbeit soll noch enger werden, schlägt FBI Direktor Robert
Mueller vor. Die Welt, 19.3.2004, S.
4 |
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| Der Bundesnachrichtendienst (BND) wird die
Abhörstation des US-Geheimdienstes NSA in Bad Aibling übernehmen.
Mitarbeiter des BND zogen bereits in die benachbarte ehemalige Kaserne der
Bundeswehr ein. Bis zu 450 Geheimdienstler sollen in Bad Aibling tätig
werden. SZ, 20.12.2003, S. 47 |
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| Sechs Tage vor seiner Haftentlassung aus der
Justizvollzugsanstalt (JVA) Bernau starb Wolfgang von
Schlieffen. Er wollte auf Schadenersatz klagen, weil ihn ein V-Mann
in eine Falle gelockt hatte. Die Witwe des 58-Jährigen hat Strafanzeige
gegen den diensthabenden Vollzugsbeamten und die Verantwortlichen der
Haftanstalt erstattet. Einer der Beamten soll es trotz mehrfacher Aufforderung
versäumt haben, einen Arzt zu holen, als der Diabetiker Hilfe brauchte.
Wolfgang von Schlieffen war das Opfer von Kopfgeldjägern geworden. Ein
anderer Deutscher, der V-Mann Helmut
Gröbe, der als "Polizeispitzel" (Zitat SZ; die
Verwendung der Bezeichnung Spitzel ist strafbar, siehe
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| Günther
Beckstein, CSU, durch seine Weigerung die V-Leute zu nennen,
mitverantwortlich für das Scheitern des NPD Verbots beim
Bundesverfassungsgericht, sieht gegenwärtig keine Chance für ein NPD
Verbot. Andrerseits betonte er, ohne die NPD ist die Eskalation der
rechtsextremen Szene nicht denkbar. OVB, 22.9.2003, S.7
Hier irrt Beckstein: auch ohne NPD gäbe es rechtsextreme
Eskalation. |
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| Der MAD Militärischer
Abschirmdienst darf künftig (Gesetzesentwurf der Regierung)
auch im Ausland tätig werden. Sogar die Grünen wollen zustimmen.
SZ, 18.9.2003, S.8 |
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| "Terroristische
Ansätze sind in Bayern nicht erkennbar" (Verfassungschutzbericht Bayern
2002, S. 18). Mitte September 2003 deckte die Polizei eine geplante
Terroraktion bei der Grundsteinlegung des jüdischen Gemeindezentrums am
9.11.2003 auf. 14 kg Sprengstoff wurden in rechtsextremen Kreisen gefunden.
SZ, 13.9.2003, S. 49. Wieder einmal: Verfassungsschutz
schläft - Münchner Polizei schlägt zu! |
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| Am 18. März 2003 stellte das
Bundesverfassungsgericht das Verbotsverfahren gegen die Nationaldemokratische
Partei Deutschlands (NPD) ein: die Innenminister der Länder und des Bundes
waren anscheinend nicht mehr daran interessiert: sie wollten die Namen der
Geheimdienstmitarbeiter, die gleichzeitig in der NPD-Spitze agierten, nicht
nennen. Dagegen steht im Verfassungschutzbericht Bayern, 1. Halbjahr 2003:
"Auch nach Beendigung des Verfahrens hält die NPD an ihrer
aggressiv-kämpferischen Strategie fest." |
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| Der Präsident des
Bundesverfassungsschutzes Heinz Fromm warnt
vor islamistischen Anschlägen SZ: Sehen Sie im Abstand von zwei Jahren Mängel, die es bei der Beobachtung der Terroristen in Deutsch-land gab? Fromm: Vom rein Handwerklichen her kann ich keine Fehler entdecken. Es hat uns auch nie jemand vorgeworfen, wir hätten unser Geschäft nicht richtig betrieben. Interview-Auszug, SZ, 6.9.2003, S.9. Hier lügt Heinz Fromm; selbstverständlich habe ich den Geheimdiensten vorgeworfen, ihr Geschäft im Vorfeld des 11. September 2001 nicht richtig betrieben zu haben. |
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| Der BND verschaffte dem
Ehepaar Schalck-Golodkowski, beide beim
Staatssicherheitsdienst, Pässe auf dem Aliasnamen Gutmann zur Einreise
nach Bayern. Auf diesem Namen hatte Frau Schalck Nummernkonten im Ausland
eingerichtet ( |
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| Veteranenverband der deutschen Geheimdienste
gegründet 22 ehemalige Mitarbeiter der deutschen Geheimdienste gründeten in Berlin den Gesprächskreis Nachrichtendienste Deutschland GKND. Gründungsmitglieder u.a. Hans-Georg Wieck, Peter Frisch, Wolbert Smidt, Volker Foertsch. |
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| Die Bundesländer wollen sich gegenseitig über Arbeit
ihrer V-Leute informieren. In Zukunft soll verhindert werden, was zum Abbruch
des Verbotsverfahrens gegen die rechtsextremistische NPD geführt hat: Vor
dem Bundesverfassungsgericht mussten Bund und Länder zugeben, dass etwa 30
der 210 NPD-Vorständler Geheimdienstagenten waren; dass in
Nordrhein-Westfalen sowohl der NPD-Vorsitzende als auch sein Stellvertreter vom
Staat bezahlt wurden der eine vom Geheimdienst des Bundes, der andere
vom Geheimdienst des Landes. SZ, 14.5.2003, S.1 |
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| Der Jurist Gerd
Tersteegen wehrte sich erfolgreich gen falsche Daten über ihn
beim bayerischen Geheimdienst. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof
verpflichtet das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz LfV die
Information, Tersteegen sei 1995 Mitglied der PDS gewesen, aus ihren
Datenbanken zu tilgen. Der Verfassungsschutz arbeitet schlampig, mit falschen
Daten; der bayerische Datenschutzbeauftragte Reinhard
Vetter fand die Speicherung der Falschdaten OK. SZ,
14.5.2003, S.51 |
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Das Verbotsverfahren gegen die NPD scheiterte an
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| In den vergangenen Jahren arbeitete jeder
Siebte in der NPD Führung in Personalunion auch für einen deutschen
Geheimdienst, also etwa 30 von 200 Vorständler der NPD. SZ, 28.2.2003, S.1 |
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| SZ: "Seit Anfang des Jahres verfügt auch das Landesamt
für Verfassungschutz über neue Befugnisse zur Gewinnung von
Informationen. Es darf beispielsweise bei den Banken und den Fluggesellschaften
Auskünfte einholen. Haben Sie davon schon Gebrauch gemacht?" |
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| Der BND
ließ sich von zwei seiner Agenten gefälschtes Material andrehen und
bezahlte dafür ca. 85.000 Euro. In einem Gehimprozeß wurden
nicht die Tölpel, die das Material ankauften, und damit Steuergelder
hinauswarfen, verurteilt, sondern die cleveren Agenten. Die Öffentlichkeit
wurde vom Vorsitzenden Richter Hans-Günther Melchior vom Prozeß
ausgeschlossen, so daß man die Namen der Materialaufkäufer nicht
erfuhr. SZ, 22.1.2003, S.50 |
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| Ab Januar 2003 hat der Verfassungsschutz Zugriff auf die Daten
von Banken, Post, Luftfahrt- und Telekomfirmen. Die Daten können zur
Abwehr terroristischer Gefahren und zur Bekämpfung der organisierten
Kriminalität und einheimischer Extremisten angefordert werden.
SZ, 28.12.2002, 47 Das hat Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages, nicht bedacht, als er zu den Plänen der Krankenkassen für gesunde Lebensweise einen Bonus zu gewähren sagte: "Man kann nicht kontrollieren, ob jemand heimlich raucht oder trinkt". OVB, 31.12.2002, S.2 |
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| "350 Millionen Euro lässt es sich die
Bundesregierung kosten, damit ihr der BND die Zukunft deutet." Neuestes
Ergebnis von August Hanning, BND: "Wir haben
Hinweise, das er [Osama bin Laden] nicht
nur lebt, sondern auch agiert." Münchner Merkur,
7.11.2002, S.2. Welche tolle Einsicht! Diese beiden Informationen
hätte ich der Bundesregierung auch für 349 Millionen Euro
gegeben. |
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| Die Mitarbeiter des
Verfassungsschutzes Toni Stadler und Mirko
Hesse vertrieben Hass-CDs ("Noten des Hasses"), Springerstiefel und
was sonst die Rechtsradikalen so brauchen. Der Führungsbeamte sicherte
ihnen zu, bei Hausdurchsuchungen zu helfen, eventuelle Ermittlungsverfahren
niederzuschlagen. Der Verfassungschutz zeigt sich immer wieder als Helfer der
rechtsradikalen Szene. SZ, 6.11.2002, S.6 |
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| Wie Stasi-Chef Erich Mielke seiner gerechten Strafe entging oder:
Justiz und Geheimdienste arbeiten gut zusammen, nach dem bekannten
Sprichwort
mit der Krähe. Erich Mielke war als Chef des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der mächtigste Mann der DDR im Hintergrund. 50 Verfahren wurden von Generallstaatsanwalt Christoph Schaefgen gegen Mielke geführt; es kam zu vier Anklagen und zu einer Verurteilung. 1993 wurde Erich Mielke für einen 1931 in Berlin verübten Polizistenmord verurteilt. Lächerlich, wenn man überlegt, was die Stasi auf dem Kerbholz hat. Aber ähnlich unbeschadet kamen ja auch die Nazis im Nachkriegsdeutschland davon. Viele machten neue Karriere (Norbert Frei: Karrieren im Zwielicht. Hitlers Eliten nach 1945). Das Leben Mielkes ist in Klaus Bästlein: Der Fall Mielke und Wilfriede Otto: Erich Mielke nachzulesen. |
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| Der sächsische Innenminister Horst
Rasch, CDU, lehnt weiterhin die Aufklärung über V-Leute
unter den Angeklagten oder Zeugen im Prozess um die Skinheads Sächsische Schweiz SSS ab.
SZ, 27.9.2002, S.6 |
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| V-Leute bei einer der gefährlichsten
rechtsextremen Skinhead-Gruppen Deutschlands, den Skinheads Sächsische
Schweiz, abgekürzt SSS. Der sächsische Innenminister hat die Gruppe
vor eineinhalb Jahren verboten. Nun stehen die ersten Angeklagten vor Gericht
und Richter Tom Maciejewski will wissen, ob der Verfassungsschutz bei der
Gründung der SSS und auch später die Finger ihm Spiel hatte. Die
Antwort darauf will ihm Innenminister Horst Rasch,
CDU, nicht geben: Er hat alle Akten, die Hinweise auf V-Leute geben
könnten, sperren lassen schon lange vor dem Prozess.
SZ, 25.9.2002, S.9 |
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| Der Verfassungsschützer und Neonazi
Mirko Hesse soll mit Wissen des Geheimdienstamtes Nazi-CDs
vertrieben und damit mehr als 100.000 Euro verdient haben. SZ,
30.8.2002, S.6 |
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| Am 20.7.2002 nahm die Berliner Polizei einen
Mann fest, der einen schwungvollen Handel mit rechtsradikalen CDs betrieb.
Darauf riefen beispielsweise die "White Aryan
Rebels" zum Mord an Polizisten und Politikern auf. Der festgenommene
CD-Händler und Rechtsradikale war V-Mann des brandenburgischen
Verfassungsschutzes. Innenminister Jörg
Schönbohm, CDU, bezahlte also einen V-Mann und dieser wird der
Volksverhetzung beschuldigt. SZ, 9.8.2002, S.6 |
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| Der Spionageabwehrchef beim BND Volker
Foertsch wurde 1998 vorzeitig entlassen, da man ihn aufgrund
falscher Aussagen der Doppelspionage verdächtite. Der BND bespitzelte deshalb seinen eigenen Chef mehr als 16
Monate. SZ, 27.7.2002, S.6 |
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| Die Unprofessionalität (schärfer: die
Stümperhaftigkeit) des BND zeigt sich daran, daß er von 1993 bis
1997 für erfundene Informationen rund 500.000 DM bezahlt haben soll. SZ,
27.7.2002, S.6 |
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| NPD: Jeder siebte Top-Funktionär
ist ein V-Mann. DER SPIEGEL 29/2002, S.42.
Umgekehrt wäre es auch interessant: wieviele Geheimdienstler sind
rechtsradikal? |
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| Die CDU, CSU und PDS räumen den
Opferschutz Vorrang vor der Aufarbeitung des von der Stasi
Staatssicherheitsdienst der DDR verursachten Unrechts ein. Wolfgang Bosbach, CDU, kritisierte eine "nicht
hinnehmbare Reduzierung des Opferschutzes" fest. SZ, 6.7.2002,
S.5 Hat Bosbach schon mal über den Opferschutz gegenüber BND,
Verfassungsschutz, MAD etc. nachgedacht? |
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| Super-Erfolg des
BND nach jahrelanger Ermittlungstätigkeit: "Der
Bundesnachrichtendienst (BND) hat allgemein vor Anschlägen auf
Passagierflugzeuge im deutschen Luftraum gewarnt" Münchner
Merkur, 13.Juni 2002, S.1 Das beweist: die
Geheimdienste sind überflüssiger als ein Kropf. |
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| Die amerikanische Lastwagenvereinigung
kündigte an, daß alle Lkw-Fahrer künftig als Hobby-Spitzel des
CIA agieren werden. Sie wollen
"Abweichungen vom normalen Strassengeschehen" sofort an die Behörden
weitermelden. SZ, 14.5.2002, S.10 Bekanntlich
übernehmen wir jeden Schmarrn von dort ;-) |
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| Zur Personalunion von Verfassungsschutz und NPD: Wolfgang Frenz, Verfassungsschutzmitarbeiter,
Vize-Landeschef NPD NRW, ist Gründungsmitglied der NPD und wurde als Zeuge
für das beantragte NPD Verbot genannt. Udo
Holtmann, Verfassungsschutzmitarbeiter, gehörte seit 1977 dem
NPD Bundesvorstand an, zeitweise war er NPD Partei-Vize.
Münchner Merkur, 8.5.2002, S.2 |
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| Für den Präsidenten des bayerischen Geheimdienstes
Verfassungschutz Günter Gold ist auch
ein Flop ein Erfolg. Münchner Merkur: Ihre Kollegen vom Bund der Kriminalbeamten sprechen von einem Flop. Gold: Diese Einschätzung ist nicht richtig. Es wäre ein Fehler, eine Fahndungsmaßnahme in Frage zu stellen, nur weil sie keinen verdachtsfall gebracht hat und deshalb vermeintlich erfolglos verlaufen ist. Auch eine Rasterfahdnung, bei der keine ptenzeillen Attentäter ermittelt werden, ist ein Erfolg, weil sie eine bessere Gefährdungseinschätzung ermöglicht." Münchner Merkur, 4. 4. 2002, S.3 |
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| Die Vorgehensweise der Stasi vom DDR MfS
Ministerium für Staatssicherheit, laut dem lesenwerten Buch von
Johannes Raschka Zwischen Überwachung und
Repression - Politische Verfolgung in der DDR 1971 bis 1989: Kontrolle
der Post, Wohnungsdurchsuchung und akustische Überwachung. Dazu kommt bei
uns in der Bundesrepublik noch Kontrolle der Emails und Videoüberwachung.
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| Zwei ehemaligen Agenten des BND sollen mit erfundenen
Informationen den BND um 225.000 Euro betrogen haben. Einer der Agenten nannte
sich "Rübezahl". SZ, 11.3.2002, S.6 |
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| Die Bundesbeauftragte für die
Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, will
vorerst keine weiteren Akten zu Personen der Zeitgeschichte, Amtsträgern
und Inhabern politische Funktionen mehr herausgeben. SZ,
11.3.2002, S.6. Aufklärung (und Verfolgung) von
Stasi-Tätigkeit nur noch gegen den "kleinen Mann". |
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| Die Geheimdienstakten Helmut Kohls,
CDU, vom Geheimdienst Stasi der
DDR bleiben unter Verschluß. Dies entschied in letzter Instanz das
Bundesverwaltungsgericht in Berlin. Münchner Merkur,
9.3.2002, S.2. Ich bin gespannt, ob dies nicht nur für die
Kohlakten gilt, ob dies auch für Berichte von anderen Geheimdiensten
gilt. Ätsch, Stasi: alles umsonst aufgezeichnet! |
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| Die Personalunion vom
Verfassungsschutz und der NPD sollte weiter ausgebaut werden: das
bayerische Landesamt für den Verfassungsschutz versuchte den NPD Funktionär Jürgen Distler als V-Mann
anzuwerben. Dieser lehnte ab. SZ, 4.3.2002, S.2 |
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| Jetzt werden's noch mehr. Guido Westerwelle, FDP, stellte fest,
dass zumindest zehn der etwa hundert in den
Verbotsanträgen aufgeführten NPD-Vertreter V-Leute waren.
SZ,16.2.2002, S.1 |
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| Erst einer, dann zwei, drei, vier. Jetzt wurde
der fünfte V-Mann in der NPD enttarnt: der frühere NPD Vize in Baden-Württemberg Manfred Layer,
Vorsitzender der JN Junge Nationale. SZ, 6.2.2002,
S.5 |
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| Zuerst war's einer, dann zwei, drei, jetzt
vier: Der vierte V-Mann des
Verfassungschutzes, der beim Antrag auf Verbot der NPD eine Rolle
spielt, ist Matthias Meier, der
frühere Leiter der NPD-Parteizeitung Der Kamerad. SZ, 5.2.2002, S.5 |
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| Laut Bundesinnenministerium sind als Beweis
für die Verfassungsfeindlichkeit der NPD drei deutsche Spitzel zitiert:
Wolfgang Frenz, Udo Holtmann, Tino Brandt. Münchner
Merkur, 5.2.2002, S.4. Die eigenen Leute produzieren die Sprüche
und Strafftaten, mit denen dann ein Parteienverbot beantragt wird. |
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| Geheimverfahren
gegen die NPD mit Material von den eigenen Spionen. Soll das noch
ein Rechtsstaat sein?
Anscheinend sind noch weitere NPD Funktionäre
Mitarbeiter deutscher Geheimdienste. Auf das Material soll beim Verbotsantrag
gegen die NPD nicht verzichtet werden; diese Spione sollen nicht enttarnt
werden. Otto Schily, SPD, und Bosbach, CDU, wollen nun ein Geheimverfahren (in camera)
vor dem Bundesverfassungsgericht. SZ, 1.2.2002,
S.2 |
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| Laut Gesetz unterrichtet die Regierung das
parlamentarische Kontrollgremium PKG über die Arbeit von Spitzeln und
Spionen. Ausnahmen sind durch einen Gummi-Paragrafen zulässig und
führen die Kontrolle ad absurdum. SZ, 1.2.2002,
S.11 |
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| Eineinhalb Jahre lang konnte der Geheimdienst in
Nordrhein-Westfalen ohne Kontrolle Telefonate
abhören und Wanzen setzen. Der Landtag hat einfach keine
Kommision eingesetzt, um die Grundrechtseingriffe zu überprüfen.
SZ, 30.1.2002, S.1 |
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| Neue Schlagzeile am Samstag,
26. Januar 2002: "Weiterer NPD-Funktionär
arbeitete als V-Mann", SZ, Seite 1. Meine Vermutung: wenn die
Geheimdienst ihre Leute aus der NPD zurückpfeifen, erübrigt sich das
Problem der DVU, NPD etc. wegen Mitgliedermangels von selbst. |
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| Mit den 16 Landesämtern beschäftigt der
Verfassungsschutz im Januar 2002 ca. 5000
Personen. Bayern hat mit 420 Stellen und einem Etat von 40.000.000
DM den größten Verfassungsschutz. SZ, 24.1.2002, S.2 Es ist nicht klar, ob in den Zahlen die NPD-Mitglieder des Verfassungsschutzes enthalten sind. Hunderte von Spitzeln wurden in die NPD eingeschleust. Die NPD ist damit "ein Sammelbecken gewaltbereiter Rechtsextremer" (SZ, 24.1.2002, S.2) aber auch von Mitarbeitern des Verfassungsschutzes. |
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| Hinter der NPD stecken zumindest teilweise V-Leute der deutschen Geheimdienste. Einer der zum Bundesverfassungsgericht geladenen Zeugen zum beantragten NPD-Verbot hat jahrelang für den Verfassungschutz gearbeitet. SZ, 23.1.2002, S.1 Vielleicht würde es genügen, die Geheimdienstler aus der NPD zurückzuziehen und die NPD hätte keine Mitglieder mehr. | ||||||||