| Allgemeine Menschenrechtsverletzungen in
Deutschland Grundrechte werden in Deutschland ständig verletzt. "Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte" |
| Polizeieinsatz in einer Versammlung im Eine-Welt-Haus
München war rechtswidrig Eigentlich sollte die Polizei die Bürger vor Verbrechen und Übergriffen schützen. Doch was, wenn die Polizisten selbst die Rechtsbrecher sind? Im Juni 2006 besuchten und observierten zwei zivile "Staatsschutzbeamte" (Geheimdienste, Militär und Polizei verschwimmen immer mehr) eine Versammlung im Eine-Welt-Haus München. Sie wurden vom Versammlungsleiter des Saales verwiesen. Die Polizei bekannte im folgenden Rechtsstreit, dass ihre "Staatsschützer" regelmäßig politische Versammlungen überwachten, auch ohne konkrete Gefahrenen. Das Bayerische Verwaltungsgericht entschied in einem Grundsatzurteil: die Polizei handelte rechtswidrig. SZ, 23. Juli 2009, S. 45 |
| Winfried Hassemer, bisheriger Vizepräsident des
Bundesverfassungsgerichts: "Das Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und
Sicherheit hat sich eindeutig zugunsten der Sicherheit verändert. ... Die
Politik der innernen Sicherheit konnte fast alles machen, was sie wollte: Es
ist ihr viel recht gegeben worden", SZ, 11.6.2008, S. 6
Er führte die folgenden kritischen Einbussbereiche an: Auflockerung der Grenzen zwischen Geheimdienst und Polizei der Deal im Starfverfahren der völlig am Boden liegende Datenschutz. |
| Die politisch
mächtigsten Kämpfer gegen das Grundgesetz sind derzeit (10/2007)
wahrscheinlich Günther Beckstein, CSU,
Innenminister Wolfgang Schäuble, CDU,
und Franz Josef Jung, CDU. Bundesminister
der Verteidigung. Gerhart Baum, FDP,
tadelte den Abbau der Grundrechte und die Verletzungen der Verfassung durch die
beiden CDU-Politiker in einem Interview mit der SZ scharf: die
Rechtsstaatsprinzipien gehen schrittweise verloren. Baum: In einer
konzertierten Aktion wollen die Minister Schäuble und Jung auf das
Kriegsrecht hinaus. Ich nenne die Stichworte: Rettungstotschlag,
Quasi-Verteidigungsfall und die gezielte Tötung Verdächtiger. Diese
Elemente würden bedeuten, dass wir uns von den rechtsstaatlichen Fesseln
befreien, die wir uns angelegt haben. Das Ziel ist eine Relativierung der
Menschenwürde." Zu Jungs Ankündigung des Verfassungsbruchs (er will
unschuldige Insassen in einem entführten Flugzeug killen lassen) meinte
Baum: "Er steuert auf einen Verfassungsbruch hin, er kündigte ein
Verbrechen an, er missachtet ein eindeutiges Urteil des
Bundesverfassungsgerichts." SZ, 1.10.2007, S. 6
Zur Ankündigung einer Straftat von Verteidigungsminister Franz Josef Jung, CDU, der den Befehl zum Abschuss eines von Terroristen gekaperten Passagierflugzeugs geben will, sagte Wolfgang Schäuble, CDU: Es gibt Gefahren aus der Luft und von der See, die können überhaupt nur mit militärischen Mitteln abgewehrt werden. Und dafür brauchen wir im Extremfall eine Möglichkeit. |
| Gegenwärtiges Unterhaltrecht ist
verfassungswidrig Erneut erwies sich ein Gesetz als verfassungswidrig. Das Unterhaltsrecht gewährte geschiedenen Müttern ehelicher Kinder einen sehr viel längeren Betreuungsunterhalt als den Müttern nichtehelicher Kinder. Das Bundesverfassungsgericht forderte eine verfassungsgerechte Neuregelung bis spätestens Ende 2008. SZ, 24.5.2007, S. 1 und 2 |
Die Behörden erwägen vorbeugende Verhaftungen. Als
Vorwand dient das G8-Gipfeltreffen in
Heiligendamm, Mecklenburg-Vorpommern. Es geht ganz einfach: man wird zum
potentiellen Störer erklärt (Merke: Jeder Bürger stört!)
und kann dann aufgrund eines Ploizeigesetzes 14 Tage eingekerkert werden. Der
sogenannte Unterbindungsgewahrsam gilt als schwerer Eingriff in die
Grundrechte. SZ, 12.5.2007, S. 7 Keine Haft ohne
Verurteilung: das ist eines der wichtigsten Prinzipien des Rechtsstaats. In
Deutschland gilt es nicht. Flugs wird definiert: Unterbindungsgewahrsam ist keine Strafe
|
| Nach einer Demonstration gegen einen
Castor-Transport nach Gorleben wurde Frau Martina
Lammers, Vorsitzende der Grünen im Landkreis
Lüchow-Dannenberg, im November 2001 verhaftet ("in Gewahrsam genommen")
und erst nach 22 Stunden freigelassen. Die Frau klagte gegen diese
Ersatzbestrafung und Freiheitsberaubung, wie so oft in totalitären Staaten
vorkommt. Erst das Bundesverfassungsgericht gab ihr jetzt Recht.
Freiheitsentziehungen müssen vorher richterlich angeordnet werden.
Allerdings kommt die Verurteilung der Behördenwillkür zu spät:
viele Demonstranten wurden inzwischen eingeschüchtert. In einem Staat,
indem Zivilcourage so drastisch und illegal bestraft wird, ist die
Rechtsstaatlichkeit ein frommer Wunsch ( |
| Während
unbescholtenen Deutschen die Ausreise verweigert, unbescholtene Ausländer
aus Deutschland abgeschoben wird, Bedürftige an der EU Aussengrenze
abgewiesen werden, erlaubte die Bundesregierung die Einreise des von der EU
geächteten usbekischen Innenminister Sakir
Almatow für eine medizinische Behandlung in Deutschland. Die
Menschenrechtsorganisation forderte die deutschen Behörden auf, sofort
Ermittlungen gegen Almatow aufzunehmen. SZ, 21.12.2005, S.
1 |
| Innenminister Wolfgang
Schäuble, CDU, der nach meinem Verständnis eigentlich
für die Bürger tätig werden soll und dafür reichlich
bezahlt wird, will noch vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 durch eine
Grundgesetzänderung den Einsatz der Bundeswehr in Deutschland gegen die
eigenen Bürger ermöglichen. Schäuble: "Die
rechtsstaatlichenGrundsätze schließen ja nicht aus, dass man
bestimmte Freiheitsrechte einschränken kann". SZ,
16.12.2005, S. 1, 7 |
| Hinweis auf der "Zugriffe auf diese Homepage werden ausschließlich zur statistischen Auswertung protokolliert." Wer die Webauftritt der Bayerischen Regierung besucht, wird erfasst, protokolliert und ausgewertet. |
| Deutschland hält sich nicht an
die Allgemeine Erklärung der
Menschenrechte (hier
|
| Das "Gesetz zur
Förderung der Steuerehrlichkeit" soll es den Bafög-Ämtern
erlauben, ohne konkreten Verdachtsfall oder Begründung dieKontostammdaten
aller Studierenden einzusehen. "Dies ist ein massiverEingriff in das durch das
Bundesverfassungsgericht bestätigte Recht aufinformationelle
Selbstbestimmung", sagt Jan Laskowski, Pressesprecher der LHG, Liberale
Hochschulgruppe Düsseldorf (Pressemitteilung
10.12.2004). Die LHG Düsseldorf hat zur Abgabe des Protests eine
virtuelle Unterschriftenliste eingerichtet.
|
| Innenstaatssekretär Georg Schmid kündigte im Ausschuss für
Kommunale Fragen und Innere Sicherheit des Bayerischen Landtags am 3.3.2004 den
Einsatz der automatisierten Kennzeichenerkennung an. Dabei ist laut Schmid
nicht die flächendeckende und lückenlose Überwachung [*] aller
Autofahrer beabsichtigt. Die Autofahrer müssen aber damit rechnen, dass
ihr Kennzeichen zu jeder Tages- und Nachtzeit automatisch gefilmt wird. Die
Kennzeichen aller, auch der unbescholtenen Bürger, werden mit den
Fahndungsdateien verglichen. *) Die lückenlose Überwachung aller Autofahrer ist unbeabsichtigtes Nebenprodukt. Dass sie nicht flächendeckend sein kann liegt schon an der Unfähigkeit der Politiker ein Lkw-Maut-System termingerecht und funktionabel zu verwirklichen; |
| Menschenrechtsverletzende Methoden bei Razzia des Zolls in
Pleinfeld. Metzger Johann
Nüßlein beschwerte sich über die acht Beamten des
Hauptzollamtes Nürnberg, die seinen Laden stürmten. Alle Mitarbeiter
seien verhört und ihre Papiere kontrolliert worden. Auf unsere
Rechte wurde nicht hingewiesen, der Dienstausweis wurde mir nur eine Sekunde
unter die Nase gehalten, bis heute weiß ich keine Namen, klagt der
Metzgermeister. Bis heute wisse Nüßlein nicht, warum diese Aktion
überhaupt stattgefunden habe. Kontrollen sind richtig und sinnvoll,
aber nicht in dieser niederträchtigen und beschämenden Art. Wir
wurden behandelt wie Verbrecher oder Terroristen. Ein Sprecher des
Hauptzollamtes Nürnberg sagte, die Schilderung Nüßleins sei
falsch, zu 80 bis 90 Prozent dummes Zeug. Zu den Gründen
für die Aktion schwieg er sich aus. SZ, 10.12.2003,
S.40 |
| Menschenrechtsorganisationen warfen
der Bundesregierung vor, in ihrer Politik nicht den eigenen Leitlinien zu
folgen. Die angeblichen Prinzipien und das konkrete Handeln driften weit
auseinander, so die Generalsekretärin von Amnesty International,
Barbara Lochbihler, zum Internationalen Tag
der Menschenrechte am 10.12.2003. Auf der China-Reise von Bundeskanzler
Gerhard Schröder sagte dieser zu, sich
für den Verkauf der Hanauer Plutoniumfabrik und die Aufhebung des
EU-Waffenembargos einzusetzen. Lochbihler: Dies zeige, wie wenig die Prinzipien
der Menschenrechte zählten, wenn ökonomische Interessen ins Spiel
kämen. Deutschland gehört zu den größten
Rüstungsexporteuren weltweit. Exportiert wird auch in Länder, die
Menschenrechtsverletzungen begingen. Nach Ansicht der Gesellschaft für
bedrohte Völker hat die Menschenrechtspolitik der Bundesregierung ein
trauriges Rekordtief erreicht. Generalsekretär des
Gesellschaft, Tilman Zülch: Die
Regierung setze ausschließlich auf den Ausbau der wirtschaftlichen
Beziehungen. SZ, 10.12.2003, S.6 |
| Autor Oliver Schröm: "Also, wenn wir unseren Rechtsstaat dreingeben, um mögliche Anschläge zu verhindern, dann haben die Terroristen erreicht, was sie wollen." Interview, "Lesezeichen", BRF, 27.7.2003 |
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| Oliver Schröm.
Al Qaida. Akteure, Strukturen, Attentate. Links 2003. Broschiert, 219
Seiten
|
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| Der Überwachungsstaat Deutschland knüpft das Netz immer
enger. Der Datenschutzbeauftragte des Bundes Joachim
Jacob bemängelte vor allem die drastische
Telefonüberwachung, den Ausbau der Gendatenbank beim Bundeskriminalamt und
die Rasterfahndung. OVB, 8.5.003; S.1 |
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| Am Internationalen Tag der Menschenrechte 2002,
10. Dezember 2002, fordert die deutsche Sektion von amnesty international (ai)
die deutsche Bundesregierung auf, ihre Menschenrechtspolitik auf die Höhe
der eigenen Absichtserklärungen zu bringen. Tatsächlich ignoriert sie
die Aufforderung des UN-Ausschuss gegen die Folter, Abschiebungen auszusetzen,
bis eine Individualbeschwerde geprüft ist", sagte die
Generalsekretärin der deutschen ai-Sektion, Barbara Lochbihler. Eine
solche Beschwerde hat unlängst ein in Deutschland lebender kurdischer
Türke eingelegt. Die Bundesregierung versucht derzeit dennoch, ihn
abzuschieben. amnesty
international, Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V. |
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| Reinhard
Schlagintweit, Vorsitzender von Unicef, Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen:
Deutschland verstößt in der Verwaltung und Rechtssprechung gegen die
Kinderrechte. Professor Alexander Lorz,
Düsseldorf: die Missachtung des Kinderwohls verstößt gegen das
Völkerrecht. National Coalition,
Zusammenschluß von 100 deutschen Kinder- und Jugendorganisationen,
forderte die Bundesregierung auf, die Vorbehalte Deutschlands endlich
zurückzunehmen. SZ, 16.11.2002, S.6 |
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| Bis heute hat Deutschland nur unter Vorbehalt
die UN-Kinderrechtskonvention in Kraft
gesetzt, die eine Unterscheidung zwischen in- und ausländischen Kindern
verbiete, sagte Pro-Asyl Sprecher Heiko
Kauffmann anlässlich des bevorstehenden Weltkindertags am 20.
September. Dies sei "Ausdruck des eklatanten politischen Versagens" des
zuständigen Ministers Otto Schily,
SPD. In Bayern sei die Situation allerdings noch schlimmer, sagte
Kauffmann in Hinblick auf Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber, CSU. Süddeutsche Zeitung, 19.9.2002, Seite 6 |
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| Amnesty
International beklagte, es gebe in der Europäischen Union eine
Kluft zwischen den Bekenntnissen zu den Menschenrechten und deren
tatsächlichem Schutz. Bei der Umsetzung dieser grundlegenden Rechte
bestünden Defizite. SZ, 26.6.2002: Anhörung
gesellschaftlicher Gruppen im EU-Konvent .Besseren Schutz der Menschenrechte
gefordert |
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| Die
Wochenzeitung Junge
Freiheit wird vom NRW-Innenministerium geheimdienstlich
überwacht. Dagegen wehrte sich das Blatt durch große Anzeigen
Appell für die Pressefreiheit ― gegen die Verletzung
demokratischer Grundrechte durch den NRW-Verfassungsschutz in der FAZ,
3.6. 2002, und in der Süddeutschen Zeitung, 5.6. 2002. Laut Anzeige und
Verfassungsbeschwerde werden verletzt: GG
Art.5 Pressefreiheit, Art.2
Persönlichkeitsrecht, Art.12
Berufsfreiheit und Art.3
Willkürverbot. Leider können in unserem Staat
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| Sebastian
Haffner, Publizist, 1907-1999 über die Randale durch die
Berliner Polizei am 2. Juni 1967: "ein systematischer, kaltblütig
geplanter Pogrom, begangen von der Berliner Polizei an Berliner Studenten."
Zitiert nach SZ, 1.6.2002, S.11 |
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| amnesty
international legt Jahresbericht 2002 vor. Zu Deutschland dokumentiert der
Jahresbericht 2002 unter anderem Fälle von Misshandlungen und
Schusswaffengebrauch durch die Polizei. |
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| Mit Blick auf das Terrorbekämpfungsgesetz
und die Unersättlichkeit der Sicherheitsbehörden stellte die
frühere Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, Jutta Limbach, beim Anwaltstag in München vor
allem die Rasterfahndung in Frage. Dadurch
werde in die Datenschutzgrundrechte einer großen Zahl unbescholtener
Personen eingegriffen. Der Präsident des Deutschen Anwaltvereins (DAV),
Michael Streck, warnte vor einer
Erosion des Rechtsstaats. Der unbescholtene Bürger habe einen
Abwehranspruch, dass der Staat die Finger von ihm lässt. In
seiner Begrüßungsrede erneuerte er die Kritik an der
Ausdehnung der Macht der Geheimdienste und zentralen
Polizeibehörde. SZ, 11.5.2002, S.5
|
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| Was in einem Rechtsstaat selbstverständlich sein sollte:
Informationspflicht des Staates gegenüber seinen Bürgern, bedarf im
Nicht-Rechtsstaat Deutschland
eines extra Gesetzes über die Informationsfreiheit. Dieses bringt die
rot-grüne Regierung nicht zustande, weil sich das Verteidigungs-, das
Wirtschafts- und das Finanzministerium und das Bundeskanzleramt dagegen
sperren. Sie wollen weiterhin geheim Daten über ihre Entscheidungen und
über die Bürger sammeln. SZ, 3.5.2002,
S.2 |
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|
Der Handel mit Kindern ist
auch in Deutschland ein großes Problem. Jedes Jahr werden 200.000 junge
Osteuropäer in die EU-Staaten verkauft. "In Deutschland werden
Mädchen und Jungen verkauft und benutzt wie eine Ware", kritisierte Petra
Boxler, Vorsitzende von Terre des Hommes. Die
Bundesregierung wendet die 1992 [!] ratifizierte UN Kinderrechtskonvention nur
mit Einschränkungen an. Boris Scharlowski, Koordinator der
Internationalen
Kampagne gegen Kinderhandel, sagte, in Deutschland gebe es eine steigende
Nachfrage nach Kinderdienstleistungen. Bis zu 10.000 ausländische
Minderjährige würden ausgebeutet. SZ, 4.5.2002, S.5.
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| Der bayerische Datenschutzbeauftragte
Reinhard Vetter warnte vorm Überwachungsstaat: "Es muss der
Grundsatz gelten, dass der Bürger vom Staate in Ruhe gelassenwird, wenn er
selbst keinen Anlass geliefert hat, dass der Staat eingreift." Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, nach SZ.4.2.2002,
S.47 |
|||
| Mit breiter Mehrheit stimmte der Bundestag dem
größten sogenannten Sicherheitspaket zu. Mit Sicherheit kann nunmehr
jeder Bürger überwacht, ausgehorcht, abhört und gefilmt werden.
Es gibt nun noch größere Löcher im Datenschutz, im Post- und
Fernmeldegeheimnis; Verschärfung im Vereinsrecht, Ausländerrecht und
im Asylunrecht. SZ, 15.12.2001, S.1 und 4 |
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| 1995 verurteilte der Europäische Gerichtshof für
Menschenrechte Deutschland: die in Deutschland gesetzlich verankerten und
praktizierten Berufsverbote verstossen gegen die
Menschenrechte. Uwe Scheer, einst Zöllner in Hamburg, verlor
während der unseligen Ära Kohl wegen DKP Mitgliedschaft seinen
Beamtenjob. Seit dem Urteil kämpft er und viele anderen Betroffenen
für die Einführung der Menschenrechte in Deutschland. SZ, 6.12.2001, S.3 |
|||
| Geert
Mackenroth, Vorsitzender des Deutschen Richterbundes, zum
Totschlagargument für den Abbau der Grundrechte: Wer unschuldig ist, hat
nichts zu befürchten: "Ja, so heißt es immer. Aber es gibt einen
schleichenden Verlust von Freiheitsrechten, wo man sagen muss: Wehret den
Anfängen, sonst gibt es kaum noch eine Möglichkeit, später einen
Riegel vorzuschieben. Wir müssen das Kind Rechtsstaat schützen, bevor
es in den Brunnen gefallen ist." SZ, 30.10.2001,
S.10 |
|||
| Otto Schily, SPD, fordert
deutlicher Strafmilderung für Terroristen durch eine Regelung für
Kronzeugen. Strafmilderung gibt es bereits für Drogenhandel und
Geldwäsche. SZ, 6.10.2001, S1. |
|||
| In der Diskussion zum
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| Maximilian Westenthanner ist
eine Gefahr "für die innere oder äußere Sicherheit oder
sonstige erhebliche Belange der Bundesrepublik Deutschland". Für ihn war
das neu. Erfahren hat er davon an der deutsch-schweizerischen Grenze. Als
BGS-Beamte auf seiner Reise zum G-8-Gipfel nach Genua die Personalien
überprüften, wies ihn eine Computerdatei als "Gewalttäter" aus.
Die Folge: Ausreiseverbot nach Paragraf 7 Passgesetz. Wie war er in die Datei
geraten? Im September vergangenen Jahres hatte sich Westenthanner am "Aufstand
der Anständigen" beteiligt. Für exakt sechs Minuten - wie die Polizei
penibel registrierte - hatte er auf einer Münchner Straße gesessen,
über die ein ordnungsgemäß angemeldeter NPD-Aufmarsch ziehen
sollte. Ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das
Versammlungsgesetz war die Folge. Nach Zahlung von 300 Mark wurde es
eingestellt. Trotzdem meldete die bayerische Polizei Maximilian Westenthanner,
geb. am 20. 08. 1979 in Landshut, an das Bundeskriminalamt (BKA) - ein
"Polithooligan" war geboren. Das öffnet dem Überwachungsstaat
aus Sicht parlamentarischer Kritiker Tür und Tor. DIE ZEIT
37/2001 |
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| Amnesty
International kritisierte die Menschenrechtspolitik der
Bundesregierung, die doch sehr selektiv ist. Im Dialog mit mächtigen
Ländern, wie etwa China, spielen sie nur eine untergeordnete Rolle.
SZ, 26.5.2001, S.6 |
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| Jahrelang wurde gegen 32 junge Passauer ermittelt, durchsucht,
beschlagnahmt und abgehörtohne Grund. Wer in der Lokalpresse
darüber berichtet, riskiert seinen Job. Vorwurf an die Jugend: Bildung
einer kriminelle Vereinigung. In Wirklichkeit wollten die Jugendlichen
Widerstand gegen die Nazis (Passau ist eine beliebte Heimat für
rechtsradikale Kongresse) leisten. Dafür mußte sich eine
16-jährige vor der Polizei ausziehen, Videokameras observierten
Hauseingänge der Jugendlichen etc. Der Spiegel 17/2001, S.48-50 |
|||
| Friedrich Merz, CDU, fordert ein Verbot
politischer Betätigung für Asylbewerber (= Einschränkung einiger
unveräußerlicher Grundrechte) und die Beschränkung des
Rechtswegs für Asylbewerber. Cem Özdemir, Bündnis 90/Grüne,
lehnt diese Forderungen ab. Süddeutsche Zeitung,
27.2.2001, S.2 |
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|||
| 60 Teilnehmer(innen) der Jahrestagung des Komitees für Grundrechte und Demokratie: Die Veränderungen in der Polizeiarbeit gehen fast durchgängig zu Lasten der bürgerlichen Freiheiten und der Grund- und Menschenrechte. taz, 18.9.2000, S.7 | |||
| Amnesty International (ai) wies auf anhaltende Menschenrechtsverletzungen in der Bundesrepublik hin. Vor allem Abschiebehäftlinge werden häufig von Polizisten und Justizbeamten misshandelt. Süddeutsche Zeitung, 25.3.2000, Seite 7 | |||
| "Bei dem Versuch, vor der Staatskanzlei ein Plakat aufzuhängen, das Ministerpräsident Edmund Stoiber als Afrikaner zeigt, sind vier Jusos eine Stunde lang festgehalten worden." Die Aktion war genehmigt (in Deutschland muß der Gebrauch der Grundrechte genehmigt werden), trotzdem kam es zum Polizeieinsatz zur Verhinderung einer Meinungsäußerung. Süddeutsche Zeitung, 2.März 1999, S. L1 | |||
| Jahresbericht der USA zur Lage der
Menschenrechte China gehört zu den schlimmsten Menschenrechtsverletzern. Der Bericht führt auch zahlreiche Fälle von Menschenrechtsverletzungen in Deutschland an: Übermäßiger Polizeieinsatz ("bayerische Art", Max Streibl, CSU), Gewalt gegen Ausländern, Benachteiligung von Minderheiten. Süddeutsche Zeitung, 27.Februar 1999, Seiten 2 und 8 |
|||
| Die Regierung Helmut Kohls "hat sich für viele Milliarden DM Immobilien und Betriebe ... angeignet..." Sie trat damit voll in die Fußstapfen der SED Regierung. Die Täter: Theo Waigel, Wolfgang Schäuble, Helmut Kohl, Klaus Kinkel, Friedrich Bohl. Anzeige Süddeutsche Zeitung 24.12.1998 Seite 19 | |||
| Heiner Geissler beklagte Denkverbote und
mentale Bücherverbrennung. Er wurde von CDU/CSU heftig angegriffen, da er
eine Zusammenarbeit mit der PDS nicht ausschloß. Süddeutsche Zeitung 14.12.1998 Tatsachen sind: 1) die CDU arbeitet in vielen Kommunen mit der PDS zusammen. 2) die CDU/CSU stimmt auch im Bundestag zusammen mit der PDS. Beispiel: Hochschulrahmengesetz. 3) die CDU/CSU/FDP Regierung deckte die unrechtmäßigen Enteignungen der SED voll und machte sich so zum Mittäter der Greuelherrschaft: siehe Notiz weiter oben. |
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| CDU/CSU/SPD ernennen wieder zwei Verfassungsrichter.
Münchner Merkur, 3.9.1998, S.4 Im Rechtsstaat herrscht Gewaltenteilung. In Deutschland bestimmt dagegen der Gesetzgeber die obersten Rechtssprecher. |
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| "Die brutalsten Eingriff in die Substanz des Grundgesetzes fallen in seine (Bundespräsident Roman Herzog; H.H.) Amtszeit und in die seines Vorgängers: Die Abwertung des Asylgrundrechts und des Grundrechts auf Unverletzlichkeit der Wohnung." Heribert Prantl zu 50 Jahre Grundgesetz, Süddeutsche Zeitung 2.9.1998, S.4 | |||
Der Bürger Bund Bonn bedauerte in einer Anzeige
(Süddeutsche Zeitung 1.9.1998)
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| Art.38 GG: "Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages ... sind ... an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen." Am 27.März 1998 stimmten 24 Abgeordnete der CDU und FDP entgegen ihrer Überzeugung. Sie wurden damit zu Verfassungsbrechern. Aber wie nannte Alois Glück, CSU, den Verfassungsbruch seiner Partei im Bayerischen Landtag? "Formfehler" | |||