| Rupert
Neudeck zur deutschen Menschenrechts- und Entwicklungspolitik
Rot/Grün Auszug aus dem Interview mit Rupert Neudeck in der SZ, 19.7.2002, S.9 |
| Rupert Neudeck, Gründer der Hilfsorganisation Cap Anamur /
Deutsche Notärzte im Interview mit der Süddeutschen Zeitung, 19. Juli
2002, Seite 9 (Auszug) SZ: Wie bewerten Sie vier Jahre rot-grüne Entwicklungspolitik? Neudeck: Ich bin sehr enttäuscht worden. Cap Anamur und viele andere Hilfsorganisationen hatten fest damit gerechnet, dass unter Rot- Grün vieles einfacher wird. Das war nicht der Fall. SZ: Was kritisieren Sie konkret? Neudeck: Die Regierung behauptet, die Priorität der Außenpolitik liege in der Menschenrechts- und Entwicklungspolitik. Ich halte das für gelogen. Die deutsche Außenpolitik ist unter diesen Gesichtspunkten ein Desaster. SZ: Warum? Neudeck: Im Außenministerium von Joschka Fischer sind Menschenrechtsfragen niemals nur annähernd mit der Wichtigkeit angenommen worden, wie ich das von früheren Regierungen gewohnt war. SZ: Beispiele bitte. Neudeck: Die Kohl-Regierung hatte die große, weltweite Menschenrechtsbewegung zum totalen Verbot der Landminen mitgetragen. Unter Außenminister Fischer ist diese Unterstützung beinahe eingeschlafen obwohl es genuine grüne Politik gewesen wäre, diesen Prozess weiterzuführen. |